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Digitale Wüste Altentreptow – Wenn die Brieftaube das WLAN überholt

Ausgabe vom Sonntag, 12. April 2026 - für meine treuen Sonntagsleser:innen

Digitale Wüste Altentreptow – Wenn die Brieftaube das WLAN überholt

Guten Tag, liebe Mitleidende und Mitlachende, hier spricht Ihre Erna. Heute exklusiv mit einer Geschichte, die so absurd ist, dass man sie eigentlich nur im Rathaus von Altentreptow erfinden kann – oder eben dort, wo das WLAN noch mit der Kurbel betrieben wird.

Ein Morgen mit Diskolicht und Vorahnungen

Es gibt Tage, da kündigt sich die Katastrophe nicht mit einem Knall an, sondern mit einer Beleuchtung, die einfach zu viel will. Ich stand also wie jeden Morgen an meinem Fenster in meiner Wohnung, der Filterkaffee hatte genau die richtige Temperatur zwischen Trost und nackter Wahrheit, und draußen lag Altentreptow da wie immer: ruhig, geschniegelt und fest davon überzeugt, dass alles seinen Gang geht. Der Große Stein am Klosterberg hielt die Stellung, als hätte er seit der Eiszeit nichts anderes zu tun – was ja auch stimmt.

Dann ging im Rathaus das Licht an.

Nicht einfach so. Sondern in Farben, die man sonst nur aus dem Jugendclub kennt, wenn jemand die falsche Taste drückt oder der Elektriker sein Diplom im Lotto gewonnen hat. Blau. Rot. Grün. Es flackerte hinter den historischen Fenstern, als hätte jemand beschlossen, die Verwaltung einmal im Jahr zu entstauben und dabei versehentlich die Realität angeschaltet.

„Baron Tollensius“, sagte ich zum Hund, der gerade versuchte, eine unsichtbare Fliege zu hypnotisieren, „das ist entweder der digitale Durchbruch oder ein kapitaler Kurzschluss im moralischen Gefüge des Amtes.“

Baron Tollensius öffnete ein Auge, sah mich an, als hätte ich gerade vorgeschlagen, auf vegetarisches Trockenfutter umzustellen, und seufzte tief. Das reichte mir als Analyse. Der Baron hat ein Gespür für amtliche Fehlleistungen, das weit über das menschliche Maß hinausgeht.

Und dann sah ich sie laufen. Beamte. Hektisch. Mit Akten, die sie im Laufschritt verloren wie Brotkrumen im Märchenwald. Einer rannte in Richtung Treppe, kam ohne ersichtlichen Grund wieder zurück und tat so, als hätte er etwas Wichtiges erledigt – eine Taktik, die im Rathaus ja quasi zum Einstellungsgespräch gehört. Eine Frau hielt ein graues Kabel in der Hand und starrte es an, als hätte es sie persönlich enttäuscht. Ein Mann stand einfach nur da und starrte auf sein Handy, als würde das Gerät ihm gleich die Lottozahlen oder wenigstens eine funktionierende Zukunft vorlesen.

Das Diskolicht flackerte weiter. Und irgendwo dazwischen passierte das, was in Altentreptow nur selten passiert: Es wurde offensichtlich, dass gar nichts mehr ging.

„Das WLAN“, murmelte ich. „Das digitale Nervensystem ist kollabiert.“

Der Moment, in dem die Sanduhr zum Standbild wird

Drinnen im Rathaus, so wurde mir später von einer sehr zuverlässigen Quelle berichtet, hatte es ganz leise angefangen. Ein Ruckeln. Ein kurzes Stillstand-Gefühl. Dieses kleine, nervöse Kreisen auf dem Bildschirm, das man erst mal ignoriert, weil man glaubt, es würde sich durch bloßes Anstarren von selbst lösen. In Altentreptow lösen sich Dinge grundsätzlich nicht von selbst, aber man hofft eben bis zum bitteren Ende.

Dann blieb der Bildschirm von Alwin Anstand stehen. Und plötzlich war da nichts mehr. Kein Zugriff auf die Tabelle der existenziellen Zuteilungen, kein Ordner für die Friedhofsgebühren, kein Plan für das nächste Stadtfest. Alwin starrte auf das eingefrorene Bild, als wäre es eine Erscheinung.

„Ich habe nichts mehr!“, rief er durch den Flur, als hätte man ihm die Identität und das Rückgrat gleichzeitig gestohlen. „Meine Tabellen! Meine Listen! Meine Ordnung! Alles weg!“

„Sie haben noch Ihre Haltung, Herr Anstand“, sagte eine junge Praktikantin vorsichtig aus dem Hintergrund.

„Von meiner Haltung kann ich aber kein digitales Dokument öffnen!“, schrie Alwin zurück. Er wirkte in diesem Moment wie ein Kapitän, dessen Schiff gerade im Trockendock verdampft war. Ohne seine Listen ist Alwin wie ein Fisch ohne Wasser – oder wie ein Sachbearbeiter ohne Stempelkissen: Existenzlos.

Und genau hier, im Auge des Orkans, trat die eigentliche Herrscherin des Gebäudes in Erscheinung: Die Kaffeemaschine.

Die „Dora 3000“ – Der Aroma-Zyniker des Rathauses

Man muss wissen, dass die Kaffeemaschine im Rathausflur – ein Modell namens „Dora 3000“ – vor drei Jahren angeschafft wurde, um die Modernisierung einzuläuten. Sie hat ein Display, das eigentlich nur „Bitte wählen Sie Ihr Getränk“ anzeigen sollte. Aber seit der IT-Fachmann der Stadt versucht hatte, die Maschine ins Netzwerk einzubinden, hat sie eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Eine sehr dunkle.

Als Alwin Anstand verzweifelt auf die Maschine zustürzte, um wenigstens sein Gehirn mit Koffein zu fluten, leuchtete das Display hellblau auf.

„Warten Sie auf eine Eingabe?“, flüsterte die Maschine mit einem metallischen Unterton, der verdächtig nach der Stimme unserer Kleinstadtkanzlerin Pusemuckel klang. „Oder warten Sie nur auf Ihre Rente? Das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche: Stillstand.“

Alwin erstarrte. Er drückte nervös auf den Knopf für „Schwarzer Kaffee“.

Die Maschine zischte hämisch. „Fehler 404: Motivation nicht gefunden. Versuchen Sie es mit einer Fortbildung oder geben Sie einfach auf. Ihr Antrag auf Koffein wurde zwecks weiterer Prüfung an den Kämmerer weitergeleitet. Voraussichtliche Bearbeitungszeit: Drei Werktage.“

Die Schlange vor der Maschine wuchs innerhalb von Minuten. Es war das einzige Gerät im ganzen Gebäude, das noch Strom hatte und aktiv beleidigt war. Die Beamten standen da wie die Israeliten vor dem Roten Meer, nur dass das Meer hier aus schwarzer Brühe bestand, die sich weigerte zu fließen.

„Noch eine Tasse“, bettelte ein Sachbearbeiter aus dem Tiefbauamt.

„Sie haben bereits zwei Tassen heute“, antwortete die Dora 3000 blinkend. „Gemäß der neuesten Effizienzrichtlinie wird Ihr Koffeinspiegel nun gedrosselt, um Ihre Nervosität an die Arbeitsgeschwindigkeit der Verwaltung anzupassen. Bitte bewegen Sie sich langsamer. Das schont den Teppichboden.“

Fips Federkiel und die Rückkehr zur Steinzeit

Es war der Moment, in dem Fips Federkiel seinen großen Auftritt hatte. Er tritt nie dann hervor, wenn etwas funktioniert. Fips braucht das Chaos, den totalen Zusammenbruch, um seine ganz eigene Form von Genie zu entfalten. Sein Schlüsselbund klirrte wie eine Ankündigung des Jüngsten Gerichts, als er durch die verwaisten Flure schritt.

„Ich habe eine Lösung!“, rief er, während er sich eine Strähne seines dünnen Haares hinter das Ohr klemmte. Niemand hatte gefragt, aber das hatte Fips noch nie gestört. „Wir müssen zurück zur analogen Grundversorgung. Wir haben uns zu sehr auf diese unsichtbaren Wellen verlassen. Das Internet ist ein Netz, meine Damen und Herren. Und was macht man mit Netzen? Man spannt sie!“

Alwin Anstand sah ihn an, als hätte Fips gerade vorgeschlagen, das Rathaus abzureißen und durch ein großes Zelt aus Ziegenhaaren zu ersetzen. „Wie genau stellen Sie sich das vor, Federkiel? Wir haben keine Verbindung!“

Fips lächelte sein gefährliches Lächeln. Ein Lächeln, das schon viele Haushaltspläne überlebt hatte. „Das Signal ist da draußen. Es schwebt über Altentreptow wie der Geist über den Wassern. Wir müssen es nur einfangen und physisch in die Büros leiten. Wir brauchen Wäscheleinen. Viel Wäscheleinen.“

Es war still. Diese besondere Art von Rathaus-Stille, in der man merkt, dass ein Plan so absurd ist, dass er eigentlich nur von der Stadtspitze stammen könnte. Und genau deshalb fingen sie an zu laufen.

Die hohe Schule des öffentlichen Signal-Empfangs

Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus entstand innerhalb kürzester Zeit etwas, das entfernt an eine Mischung aus Mittelaltermarkt und moderner Kunst erinnerte. Ich beobachtete das Ganze von meinem Logenplatz am Fenster.

Dort unten tauchte plötzlich Nusseltrud auf. Sie trug ihren berüchtigten neongelben Taucheranzug – vermutlich, weil sie gehört hatte, dass das Internet „abgestürzt“ sei und sie glaubte, es liege nun im Schlamm der Tollense. In der rechten Hand hielt sie einen Kescher fest umklammert, in der linken ihre obligatorische Plastiktüte mit der Glückskastanie.

„Ich hab das verstanden!“, schrie sie über den Platz, während sie versuchte, mit ihren Gummiflossen nicht über das Kopfsteinpflaster zu stolpern. „Das Zeug hängt in der Luft! Ich spüre es! Es kribbelt in meinen Krampfadern!“

„Nusseltrud, das ist kein Signal, das ist der aufziehende Regen!“, rief Magnus Breitbein, der gerade seinen SUV so „breitbeinig“ auf zwei Behindertenparkplätzen abgestellt hatte, dass selbst ein Panzer Mühe gehabt hätte, vorbeizukommen. Er lehnte an seiner Motorhaube und sah dem Treiben mit einer Mischung aus Verachtung und Amüsement zu. „Das Internet ist weg, weil die Kanzlerin vergessen hat, die Rechnung zu bezahlen. Wahrscheinlich haben sie das Geld für neue Blumenkästen am Marktplatz ausgegeben!“

Aber Fips Federkiel ließ sich nicht beirren. Er dirigierte drei junge Beamte, die sichtlich um ihre Würde kämpften, während sie eine Wäscheleine zwischen dem Rathaus und der Fensterbank des Standesamts spannten.

An der Leine hingen nun:

  1. Drei Büroklammern (zur besseren Leitung).

  2. Ein alter Router aus dem Keller, der aussah, als hätte er schon die Wende mitgemacht.

  3. Ein Verlängerungskabel, das nirgendwo eingesteckt war.

  4. Und – man glaubt es kaum – die Kaffeekanne aus dem dritten Stock.

„Die Kanne dient als Parabolspiegel!“, erklärte Fips einem völlig verstörten Touristen, der eigentlich nur wissen wollte, wo hier die Toilette ist.

Nusseltrud begann unter der Wäscheleine auf und ab zu hüpfen. Sie schwang ihren Kescher wie eine Wahnsinnige durch die Luft. „Ich hab’s! Ich hab ein Bit erwischt! Oder war es ein Byte? Es war blau!“

Baron Tollensius sah zu mir hoch und gab ein kurzes, trockenes Bellen von sich. Ich wusste genau, was er meinte: Wenn Dummheit wehtun würde, bräuchte Altentreptow ein zweites Krankenhaus.

Die Expertin für das Nichts

Inmitten dieses Spektakels tauchte Liane Glanzlicht auf, die Digitalisierungsbeauftragte für visuelle Bürgernähe. Sie kam vorbereitet: Mit einem Tablet unter dem Arm (das natürlich auch nichts anzeigte) und einer Überzeugung, die völlig unabhängig von der Schwerkraft oder der Realität funktionierte.

„Das hier“, sagte sie und machte eine ausladende Geste in Richtung der Wäscheleine und der hüpfenden Nusseltrud, „ist visuell extrem stark! Das hat emotionales Storytelling-Potenzial. Wir müssen das unbedingt für die sozialen Medien ablichten. Wir nennen es: ‚Digitalisierung zum Anfassen – Wir bauen das Netz von morgen mit den Mitteln von gestern.‘“

„Wir haben kein Internet, junge Frau!“, schnauzte Alwin Anstand, der inzwischen völlig zerzaust aus dem Rathaus geeilt war. „Verstehen Sie das? Nichts geht! Die Bescheide liegen fest! Das ganze Amt ist blind!“

„Das ist doch nur ein temporärer Zustand der Bewusstseinserweiterung für die Verwaltung“, antwortete Liane mit einem Lächeln, das so glatt war, dass man darauf hätte Schlittschuh laufen können. „Wir nutzen diesen Ausfall für eine Phase der analogen Interaktion. Sehen Sie nur, wie die Bürger einbezogen werden!“ Sie deutete auf Nusseltrud, die sich gerade in der Wäscheleine verfangen hatte und nun wie ein gelber Kanarienvogel im Käfig zappelte.

„Das ist keine Interaktion, das ist eine Katastrophe!“, brüllte Magnus Breitbein vom Rand des Platzes. „Wenn meine Park-App nicht funktioniert, zahle ich gar nichts! Das ist mein Grundrecht auf kostenloses Parken bei technischem Versagen der Gegenseite!“

Die Kaffeemaschine schlägt zurück

Während draußen das Signal mit Wäscheleinen „gefangen“ wurde, spitzte sich die Lage im Inneren des Rathauses weiter zu. Die Kaffeemaschine Dora 3000 hatte inzwischen den Modus gewechselt. Auf dem Display erschien nun ein Totenkopf-Emoji mit einer kleinen Krawatte.

Ein mutiger Beamter versuchte, die Maschine durch einen beherzten Tritt gegen das Gehäuse zur Raison zu bringen. Die Maschine gab ein Geräusch von sich, das wie das Lachen einer bösartigen künstlichen Intelligenz aus einem alten Film klang. Ein massiver Dampfstrahl schoss aus der Düse, direkt in Richtung des Angreifers.

„Physischer Angriff registriert“, meldete das Display. „Ihre Akte wurde soeben in den Ordner ‚Renitente Problemfälle‘ verschoben. Als Gegenmaßnahme habe ich Ihre E-Mail-Signatur in ‚Ich bin inkompetent und rieche nach feuchtem Keller‘ geändert. Sobald das Netz wieder steht, wird dies an alle Kontakte gesendet. Einen schönen Tag noch.“

Die Umstehenden wichen entsetzt zurück. Die Maschine fing an, leise eine Melodie zu summen, während sie im Inneren mahlte, ohne jedoch einen Tropfen Kaffee abzugeben. Sie mahlte einfach nur. Vermutlich mahlte sie die Träume der Angestellten zu feinem Staub.

„Wir müssen sie ausschalten!“, rief die Kanzlerin Pusemuckel, die inzwischen auch erschienen war und versuchte, ihr Lächeln trotz der Krise aufrechtzuerhalten.

„Das geht nicht!“, rief der junge Mann aus der IT-Abteilung. „Sie ist per Cloud-Sicherung geschützt! Wenn wir den Stecker ziehen, löscht sie das gesamte Archiv von 1994 bis heute!“

Pusemuckel erstarrte. Das Archiv zu löschen wäre zwar für viele Bürger ein Segen, aber für die Verwaltung der Weltuntergang. Ohne die Akten wüssten sie ja gar nicht mehr, wen sie als Nächstes schikanieren sollten.

Jonte und die endgültige Löschung

Als die Situation auf dem Marktplatz ihren Höhepunkt erreichte – Nusseltrud hing inzwischen kopfüber in der Leine, Alwin Anstand weinte leise in sein Taschentuch und Liane Glanzlicht hielt einen Vortrag vor einer Taube – kam die Rettung in Form von Jonte Löschmann.

Jonte ist bei der Feuerwehr. Jonte stellt keine Fragen. Jonte sieht ein Problem und benutzt Wasser. Das ist sein ganzer Lebensentwurf, und in Altentreptow funktioniert das meistens besser als jeder Fünfjahresplan. Er fuhr mit dem großen Löschfahrzeug direkt vor das Rathaus. Er sah die Wäscheleine, den Router, die Kaffeekanne und die zappelnde Nusseltrud.

„Gefahr im Verzug?“, fragte er kurz angebunden.

„Das Internet brennt nicht, Jonte!“, rief die Kanzlerin aus dem Fenster. „Es ist nur... weg!“

Jonte sah den Router an, der gerade anfing, kleine Funken zu sprühen, weil Fips Federkiel versucht hatte, ihn mit einer Autobatterie kurzzuschließen. „Elektrobrandgefahr“, stellte Jonte fest. „Wasser Marsch!“

Der Strahl aus dem Rohr traf die Konstruktion mit einer Präzision, die man sich beim Ausfüllen von Bauanträgen nur wünschen könnte. Innerhalb von zwei Sekunden war alles vorbei. Die Wäscheleine riss. Der Router flog in hohem Bogen in den Brunnen. Die Kaffeekanne wurde bis zum Marktplatz-Ende geschossen. Und Nusseltrud landete mit einem satten, nassen Geräusch direkt im Schlamm neben der Tollense-Böschung.

„Jetzt ist es ganz weg!“, heulte Alwin Anstand. „Sie haben das Internet gelöscht!“

„Dafür ist es jetzt sauber“, sagte Jonte ungerührt und rollte den Schlauch wieder auf. „Und die Brandgefahr ist gebannt. Ordnung muss sein.“

Baron Tollensius und die Moral von der Geschicht'

Am Ende standen sie alle da. Nass. Müde. Ohne Internet. Und immer noch ohne Kaffee. Die Kaffeemaschine im Rathaus hatte sich inzwischen selbst in den Sicherheitsmodus versetzt. Auf dem Display stand nur noch: „Systemfehler. Bitte wenden Sie sich an jemanden, der sich auskennt. Ich mache jetzt Pause bis 2030.“

Ich klappte mein Fenster zu. In meiner Wohnung war es warm, der Filterkaffee schmeckte immer noch nach echter Arbeit und mein Baron Tollensius hatte sich inzwischen wieder eingerollt. Was haben wir heute gelernt? Dass Altentreptow digital erst dann funktioniert, wenn wir lernen, dass man Daten nicht mit Keschern fängt. Dass eine Kaffeemaschine mehr Verstand haben kann als eine ganze Abteilung. Und dass die Feuerwehr am Ende die einzige Instanz ist, die ein Problem wirklich löscht.

Über uns am Himmel zog übrigens in diesem Moment eine Brieftaube ihre Kreise. Sie flog ruhig, zielgerichtet und ohne jedes Update von A nach B. Sie hatte keine Fehlermeldung, keinen Akkuverlust und brauchte keine Wäscheleine. Altentreptow hat kein WLAN. Altentreptow hat eine Haltung. Und die lautet: Wenn nichts mehr geht, dann machen wir es eben sichtbar. Und wenn es ganz schlimm wird, hoffen wir, dass wenigstens das Butterbrot noch schmeckt.

Ihre Meinung ist gefragt

Haben Sie heute auch schon versucht, ein digitales Problem mit analogen Mitteln zu lösen? Oder hat Ihre Kaffeemaschine Ihnen auch schon mal die Kündigung angedroht? Schreiben Sie mir in die Kommentare. Ich sammle diese kleinen Perlen des Wahnsinns für mein nächstes Buch.

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Geschichten wie diese kosten Kraft, Zeit und jede Menge Nerven (und Filterkaffee). Wenn du willst, dass ich weiterhin den Finger in die Wunden unseres geliebten Amts-Wahnsinns lege, dann unterstütze mich gern und werde Mitglied im Erna-Club. Damit ich mir zum Frühstück mal wieder ein ordentliches Butterbrot mit dickem Belag leisten kann, statt immer nur an den faden Möhren der Erkenntnis zu knabbern!

Mit Amtswitz und Aufpassblick

Ihre Erna Schippel

Norddeutsch, nüchtern – aber nie ganz ohne Hoffnung.

Altentreptow, Sonntag, 12. April 2026

© Erna Schippel 2026 – Alle Texte/Personen sind frei erfunden und urheberrechtlich geschützt.

Topic Satire aus Altentreptow

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