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Der Triumph der Künste über die Unwissenheit

Weil es mir zu viel wurde, mit den schlechten Nachrichten, habe ich mich vor einigen Tagen in die Kunst geflüchtet, genauer in die Ca’ Rezzonico (Opens in a new window), Venedigs Museum des 18. Jahrhunderts, wo gerade eine Ausstellung mit zehn Gemälden von Francesco Guardi (Opens in a new window) zu sehen ist (bis zum 8. Juni 2026), die zur in Lissabon ansässigen Sammlung des armenischen Unternehmers und Philanthropen Calouste Sarkis Gulbenkian (Opens in a new window) gehören.

Ich war schon lange nicht mehr in der Ca’ Rezzonico, zuletzt mit den Enkelkindern, die weniger an der Kunst als vor allem an den Schildkröten im Springbrunnen am Eingang interessiert waren, aber dann, als ich hier war, wusste ich wieder warum. Nicht nur wegen der Fresken, hier etwa der “Triumph der Künste über die Unwissenheit” (zu letzterer fällt mir nicht nur Trump ein),

sondern auch, weil man hier einen Eindruck von dem bekommt, was einen venezianischen Palast ausmacht. Allein die Wucht der Eingangshalle, macht das Selbstverständnis des venezianischen Adels deutlich.

Die Guardi-Gemälde sind hier am richtigen Ort, weil Canalettos Venedigbilder nebenan hängen und man sofort versteht, warum Canaletto eigentlich ein Fotograf war und Guardi ein Künstler, der Venedig nicht nur gezeigt, sondern auch interpretiert hat:

Ja, die Proportionen stimmen nicht mit der Wirklichkeit überein, der Campanile wirkt wie ein spitzer Bleistift, aber Guardis Venedig hat Seele.

Interessant fand ich die Lebensbeschreibung (Opens in a new window) des Mäzens Calouste Sarkis Gulbenkian , der 1955 als “reichster Mann der Welt” starb - und einem dabei zwanghaft das kulturelle Niveau der heutigen reichsten Männer der Welt einfällt …

Weil ich immer wieder nach touristischen Tipps für Venedig gefragt werde - speziell Gondelfahrten - dachte ich, dass für die Leser von Reskis Republik vielleicht mein Portrait der Rennruderin Nena Almansi (Opens in a new window) interessant wäre. Nena ist Gründerin von Row Venice (Opens in a new window), wo Sie nicht nur rudern lernen, sondern auch Cicchetti-Touren buchen können - und dabei viel über Venedig, die Lagune, die Kaste der Gondolieri und einiges andere erfahren.

Morgen werde ich Nino Di Matteo in München interviewen, falls Sie dabei sein wollen: Hier der Link zur Anmeldung (Opens in a new window). Und hier habe ich Nino Di Matteo portraitiert.

https://www.petrareski.com/2020/05/08/wer-ist-nino-di-matteo/ (Opens in a new window)

Ich kenne ihn seit meinen journalistischen Anfängen, mit ihm werde ich auch über das bevorstehende Verfassungsreferendum sprechen, bei dem ich, wie im Übrigen auch alle von mir geschätzten italienischen Antimafia-Staatsanwälte, mit NO! stimmen werde.

In der Süddeutschen Zeitung waren die Hintergründe für dieses Verfassungsreferendum schon bereits in der Überschrift richtig zusammengefasst: “Melonis Generalangriff auf die Justiz” (Opens in a new window).

Mal abgesehen davon, dass in Italien jede sogenannte “Justizreform” immer dazu gedacht war, die Unabhängigkeit der italienischen Justiz einzuschränken, würde es mich als Wähler ziemlich nachdenklich machen, dass zu den Unterstützern des “SI” zum Referendum Spitzen der Gesellschaft wie der wegen Unterstützung der Mafia verurteilte Berlusconi-Freund Marcello Dell’Utri (Opens in a new window), der wegen Richterbestechung verurteilte, ehemalige Verteidigungsminister und Anwalt von Berlusconi Cesare Previti (Opens in a new window), und die Tochter von Berlusconi gehören. Wie Nino Di Matteo und sein Kollege Nicola Gratteri richtig sagten: Mafiosi stimmen für das Sì! (Opens in a new window)

Außerdem würde ich mir auch Gedanken darüber machen, wie kurios es ist, dass bei diesem Referendum keinerlei Quorum festgelegt wurde - das Ergebnis zählt, egal ob nur fünf Italiener abstimmen oder 50 Millionen. Unser kleines Referendum für die Autonomie Venedigs vom Festland hingegen wurde für ungültig erklärt, weil das “Quorum” nicht erreicht worden sei. Und das, obwohl es für “konsultative” Referenden, die nur beratenden Charakter haben, gar kein Quorum gibt.

In diesem Sinne grüße ich Sie aus der (selbsternannten) nördlichsten Stadt Italiens, herzlichst, Ihre Petra Reski

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