Hallo in die Runde, ich hoffe es geht euch gut (und wenn nicht ist natürlich auch ok in allerherzlichster Drinnie-Manier)
In diesem Sinne: Lasst uns in den Newsletter für diesen Monat einsteigen:
Tincon aka “Manchmal auch etwas weniger Panik machen”
Am 18.09. war es soweit und ich durfte auf der TINCON im Rahmen des Reeperbahnfestivals das erste Mal auf einer Bühne stehen. Mein Thema, welches ich mitgebracht habe: Das erste Mal allein beim Arzt.

Ich würde lügen, wenn ich nicht wie immer extrem aufgeregt wäre. Auch nach mehr als drei Jahren Queermed. Denn meine Erwartungen waren andere. Und ehrlich gesagt habe ich mir damals nicht alle Aufzeichnungen angeschaut.
Ich bin jedenfalls gespannt, wie oft ich in der Aufzeichnung meines Panels mehr auf meine Notizen als ins Publikum geschaut habe (wahrscheinlich sehr oft), aber das Feedback der anwesenden Referent*innen, Moderator*innen und TINCON-Mitarbeiter*innen war sehr positiv. Es waren auch Schüler*innen da, und ich muss ehrlich gestehen: Ich hatte ebenfalls versäumt zu realisieren, dass es sich hierbei um Schüler*innen innerhalb eines Schulausflugs handelte. Viele Hamburger Schulklassen waren auf der TINCON.
Dementsprechend waren viele Schüler*innen in Gruppen unterwegs und ich hatte doch erwartet, dass mehr Schüler*innen mein Panel besuchen würden. Ehrlich gesagt habe ich im Publikum hauptsächlich Menschen gesehen, für die das Thema “Diskriminierungssensibler Umgang im Gesundheitswesen” aus einer Selbstvertretungsperspektive ein wichtiges Thema ist. Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn mehr Lehrkräfte dabei gewesen wären, denn ich sehe auch Lehrkräfte zu einem gewissen Teil in der Verantwortung, Schüler*innen bei gesundheitlichen Themen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu empowern und zu unterstützen.
Für meine Erfahrung kann ich sagen, dass ich mich ganz anders hätte vorbereiten müssen. Ich spreche eher gerne frei, wurde aber im Rahmen eines Sprechtrainings, das ich zusätzlich gemacht habe, dazu überredet, alle meine Inhalte Wort für Wort auf Moderationskarten zu schreiben. Und während ich versucht habe, den Vortrag auswendig zu lernen, haben mich diese Moderationskarten genervt. Da ich aber im Rahmen des Sprechtrainings meine Fähigkeiten weiter verbessern wollte, habe ich erst einmal alles akzeptiert, was mir gesagt wurde. Und gerade für das Sprechen selbst habe ich sehr viele gute Tipps bekommen. Denn es ist noch einmal etwas ganz anderes, wenn jemand mit Sachverstand dein Sprechverhalten analysiert und dir Hinweise gibt, die dir so gar nicht aufgefallen wären.
Auf jeden Fall würde ich die kommenden TINCON-Veranstaltungen im neuen Jahr im Blick behalten. Ich kann es nur empfehlen, sich das Programm anzuschauen und ggf. auch mal einen Pitch einzureichen.
“Hallo, ich würde gerne bei Queermed arbeiten, hier meine Bewerbung”
Ich bekomme Bewerbungen. So richtige Bewerbungen. WIRKLICH RICHTIGE JOBBEWERBUNGEN. Mir fällt immer kurz die Kinnlade runter, wenn ich diese Mails öffne, mit Lebenslauf und Anschreiben und allem Drum und Dran.
Gleichzeitig wundere ich mich, wie deutlich ich weiterhin kommunizieren muss, dass das interne “Team” von Queermed nach wie vor nur aus mir und einer kleinen, losen Gruppe von Freiwilligen besteht, die mit verschiedenen kleinen Aufgaben betraut sind. Und dass Queermed auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Aber vielleicht sind diese Informationen in dem Moment, in dem sich jemand bewirbt, völlig nebensächlich.
Es zeigt mir, dass Queermed eine solche Größe und einen solchen Ruf erlangt hat, dass die Erwartung, dass es hier bezahlte Jobs gibt UND dass die Leute gerne hier arbeiten, schon da ist. Was natürlich schön wäre.
Wie das in Zukunft tatsächlich umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Wenn die Förderung für den Minijob Ende des Jahres ausläuft, werde ich auch wieder komplett ehrenamtlich arbeiten.
Im Aufzug mit Raul Krauthausen
(Opens in a new window)Ich hatte die absolute Ehre, beim Podcast “Im Aufzug” von Raul Krauthausen (Opens in a new window) dabei sein zu dürfen. Solche Möglichkeiten genieße ich absolut und bin absolut dankbar, mit solch tollen Menschen sprechen zu dürfen. Hört also gerne rein! (zur Podcastfolge kommt ihr, wenn ihr das Bild anklickt!)
re:Respekt: Ein Traum eines Events

Am 26.09. war es soweit und das 2. re:Respekt hat stattgefunden.
Das Feedback für den Abend war durchweg positiv, sowohl von den Ehrenamtlichen, den Panelist*innen als auch vom Publikum. Und ich war absolut dankbar für diese tollen Menschen, die mit mir gemeinsam auf den Paneln waren. Da ich absolute Expert*innen eingeladen hatte und ich vergleichsweise deutlich weniger Moderationserfahrungen hatte, freute es mich umso mehr, wie ich auch da sehr viel positives Feedback erhalten hatte.
Mein Anspruch für die Moderation eines solchen Abends ist immer hoch. Vor allem wegen den Themen, vor allem aber auch, weil ein solcher Abend nicht zu schwer werden darf, damit sich die Leute nach der Veranstaltung nicht schlechter fühlen als sie erschienen sind. Gleichermaßen war es mir wichtig in der Vorbereitung und dem Briefing mit den Panelist*innen, dass diese sich mit mir auf der Bühne wohlfühlen würden.
Klar gab es auch Dinge, die dieses Mal nicht reingekommen sind, aber auch als Veranstaltungsleitung musste ich an gewissen Punkten Abstriche machen. Wegen fehlenden Kapazitäten und Ressourcen in den meisten Fällen. Oder es gab Feedback, weil bestimmte Themen für einzelne Teilnehmede aus dem Publikum gefehlt haben und ihnen andere Themen wiederum zu häufig thematisiert worden sind. Auch das gehört dazu zu lernen: Es kann kein 100% perfektes Event geben und ich kann nicht 100% alle Menschen in einem Raum glücklich machen. Das ist vor allem ein wichtiges Learning für mich persönlich.
Ich bin dankbar, für all die ehrenamtliche Unterstützung während des Events und habe viel dazu gelernt, was ich für die nächsten Events auf jeden Fall mitnehmen möchte. Ein Auszug davon wäre:
noch stärkere Werbung, dass Dolmetschende dabei sind und der Veranstaltungsort barrierefrei ist.
noch stärker lokale Medien & Politik anfragen (es kam tatsächlich trotz mehrmaliger E-Mails niemand, was ich ultra schade fand).
noch stärker Werbung für Kooperationspartner*innenschaften machen
Awareness-Konzept überdenken (Awareness nicht nur für das Publikum und die Panelist*innen, sondern auch für die Ehrenamtlichen und mich selbst)
Ehrenamtliche noch detaillierter vorab briefen und auch genaue Abläufe in bestimmten Bereichen (Kasse, Abbau usw.) bereits vorab kommunizieren (vor allem, wenn man ihnen ein genaues Brief zuschickt und alle es vor Erscheinen zum Event gelesen haben)
Versicherungen für solche Veranstaltungen als Veranstalter*in lassen sich auch super kurzfristig abschließen.
Viele Panelist*innen brauchen auch kein volles Backstage-Programm und sind einfach froh, wenn sie angemessen bezahlt, ihre spezifischen Bedarfe vorab abgefragt und die Abläufe des Abends transparent mit ihnen geteilt werden.
die Veranstaltung hätte ruhig etwas später beginnen können, wahrscheinlich so ab 18:30 oder 19.00 Uhr
eigene Ressourcen besser einplanen, damit eben auch Kapazitäten für Q&As am Abend noch vorhanden sind
Die monatelange Vorbereitung hat sich definitiv gelohnt. Die Anspannung war beispielsweise deutlich niedriger als bei der TINCON, wobei die Erschöpfung bereits nach dem Ende des 2. Panels schnell eingesetzt hatte. Nichtdestotrotz war es ein tolles Event
Danke auch an dieser Stelle nochmal an die Riccardo-Simonetti-Initiative e.V. und Riccardo-Simonetti für die anhaltende Unterstützung. Und auch danke an den Kulturbunker in Köln-Mülheim für die tolle Unterstützung in der Vorbereitung zum Event.
Aktuell muss ich mich zurückhalten, denn ich sprudle bereits vor vielen neuen Ideen, wie das nächste re:Respekt 2025 aussehen kann. Ich halte euch am Laufenden :)
Kommende Termine
Für das Ende des Jahres als auch das kommende Jahr erhalte ich bereits einige Anfragen. Fest stehen bereits diese Termine bzw. Blocker:
23. November 2024 - Workshop an der Uni Bonn zum Thema "Machtstrukturen, Diskriminierungsebenen und intersektionale Lebensrealitäten im Gesundheitswesen"
05. Dezember 2024 - Blocker externer Workshop in Frankfurt am Main
20. Januar 2025 - Eigener Stand beim TBA
12. Februar 2025 - Blocker externer Online-Workshop zum Thema Adultismus
Sobald es mehr Informationen zur Anmeldung oder weiteren Veranstaltungen gibt, werden diese zeitnah auf der Website hinterlegt:
Bei Interesse an Webinaren, Workshops, Vorträgen oder was auch immer ihr euch wünscht, hier eine kleine Übersicht an Themen, die bisher das größte Interesse hatten:
Vorstellung und Funktionalität von Queermed
Queere Lebensrealitäten und Versorgungsbedarf von queeren Menschen im Gesundheitswesen
Sensibilisierte Gesundheitsversorgung
Patient*innenempowerment
Kritische Selbstreflektion / Privilegien bei der Arbeit mit Patient*innen
Machtstrukturen im und außerhalb des Gesundheitswesens
Intersektionale Lebensrealitäten und deren Versorgungsbedarfe im Gesundheitswesen
Diskriminierungsebenen im Gesundheitswesen
Empowerment von Kindern und Jugendlichen / "Das erste Mal allein beim Arzt"
(mentale) Belastung von Diskriminierungserfahrungen
Meldet euch gerne jederzeit mit eurer Anfrage unter Angabe von Datum, Formatwunsch, Länge, Honorar (mit Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten unter: info@queermed-deutschland.de (Opens in a new window)
Queermed Kooperationen (unbezahlte Werbung)
Die Arbeit wäre nicht so toll, gäbe es nicht tolle Menschen an meiner Seite, die mich zusätzlich unterstützen würden. Tatsächlich kommen auch mal Firmen und Freelancer*innen auf mich zu um ihre Expertise und Können für Queermed einzusetzen. Wie die Zusammenarbeit aussieht, ist jedes Mal völlig unterschiedlich. Es braucht auf jeden Fall diese Unterstützung, damit Queermeds Arbeit weiter verbessert und sichtbarer wird.
Das hier sind die zwei letzten Kooperationspartner*innenschaften (Opens in a new window), die auf der Website veröffentlicht wurden:

Jana Rodenbusch (Opens in a new window)
Jana Rodenbusch ist Fotografin und erzählt gerne Geschichten mit ihren Bildern. Sie unterstützt Queermed seit 2024 in der Öffentlichkeitsarbeit mit Fotoaufnahmen und bei allen Themen rund um visuelles Branding & Storytelling.

Nach Morgen (Opens in a new window)
nach morgen ist ein unabhängiges, queer-geführtes Designstudio aus Köln, das sich auf die Bereiche (digitale) Produkt- und Markenentwicklung für Auftraggeber:innen aus dem öffentlichen und privaten Sektor spezialisiert. nach morgen unterstützt Queermed seit Sommer 2024 bei Fragen rund um Corporate Design und Marketing – und bei allem, was noch so in Zukunft anstehen mag.
Falls ihr denkt, dass ihr Queermed bei einem wichtigen Thema unterstützen könnt, was noch nicht auf der Kooperationsseite vertreten ist, dann meldet euch an diesem Fall an kooperation@queermed-deutschland.de (Opens in a new window)
Reminder: Bei all der Arbeit und den tollen Events, leider auch weiterhin dieses Problem: Finanzielle Bedarfe für 2024 / 2025 zu 32% gedeckt:
Leider gibt es immer noch keine ausreichende Finanzierung für alle geplanten Vorhaben. Im schlimmsten Fall könnte das dazu führen, dass die Arbeit bei Queermed eingeschränkt und runtergefahren werden muss, da die notwendigen Kosten auf jeden Fall gedeckt werden müssen und alle angefragten, zusätzlichen Bedarfe leider unerfüllt bleiben.
Eine ganze Auflistung und den aktuellen stand findet ihr auf betterplace (Opens in a new window). Teilt gerne den Link und spendet falls es gerade eine Möglichkeit für euch ist.
Das war es wieder für diesen Monat. Danke, wenn ihr bis hierhin gekommen seid. Passt auf euch auf!
Steady Support
Danke an alle, die den Newsletter fleißig mitlesen und darüber hinaus Queermed über Mitgliedschaften unterstützen.
Aktuell haben wir 94 (+6) Newsletter-Abonennt*innen und 70 (-1) Steady-Mitglieder, die ebenfalls den Newsletter erhalten. Vor allem bei den Abonnent*innen haben wir im Vergleich zum vorherigen Monat einen deutlichen Anstieg. Also hallo und herzlich Willkommen!

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