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Wie die Geschichte von »Brewing Tension« entstand und wie das erste Kapitel beginnt

Halò ihr Lieben!

Könnt ihr glauben, dass es schon März ist? Buchmesse-Monat. Frühjahrs-Tagundnachtgleiche. Frühlingsbeginn. Ich bin vor allem deshalb richtig glücklich, weil im März ein ganzer Schwung toller, neuer Bücher erscheint (vor allem »The Iced Caramel Coffee Agreement« von Kyra Groh, das ich allein schon wegen des Cotswolds-Settings lesen möchte – und Kyra einfach eine unverwechselbare, witzige Schreibe hat) und ich in meinem Terminkalender ein wenig mehr Luft habe, um selbst ein paar Wörter ins neue Dokument zu bekommen: #projekthd, ihr dürft gespannt sein!

Zugleich ist der März der letzte, wirklich der allerletzte Monat, in dem ich noch unveröffentlichte Autorin bin. Am 09. April wird sich das ändern, denn dann erscheint mein Debütroman »Brewing Tension« endlich. Einerseits freue ich mich unglaublich, dass ihr alle dann die Geschichte von Charlotte und Caitlin lesen könnt, andererseits bin ich verdammt (verdammt!) nervös und würde es gerne noch weiter vor mir herschieben.

Um mich von meiner Nervosität abzulenken und euch ein wenig mehr über die Hintergründe meiner Sapphic Romance zu erzählen, habe ich die Entstehungsgeschichte von »Brewing Tension« im Gepäck. Und um noch einen draufzulegen, gibt es heute außerdem eine Leseprobe für euch.

Also: Macht euch einen Tee oder holt euch ein anderes Getränk eurer Wahl, und dann geht es auch schon los!

Wie ist »Brewing Tension« entstanden und wie kam ich überhaupt auf die Idee dazu?

Alles begann mit einer Ausschreibung im Frühjahr 2022. Während ich davor in erster Linie englischsprachige Poetry und Kurzgeschichten verfasst habe, wollte ich mich endlich wieder an etwas Größeres wagen und die Rahmenbedingungen haben sofort die Plot-Maschinerie in meinem Kopf in Gang gesetzt. Gesucht wurde ein »Liebesroman an einem Sehnsuchtsort« – und da ich ohnehin schon mein Leben lang von Schottland träume, war das ziemlich schnell entschieden.

Für den weiteren Verlauf muss man wissen, dass ich vor etwas mehr als zehn Jahren mein Studium von Brauwesen und Getränketechnologie in Weihenstephan begonnen und es 2018 mit einem Bachelorabschluss beendet habe. Damals dachte ich, dass das mein Weg ist, aus dem rigiden Büroalltag (davor hatte ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht) auszubrechen. Doch während ich die Brauerei-Praktika während des Studiums geliebt habe, habe ich im Anschluss an das Studium nur Jobangebote bekommen, die dem gefürchteten Büroalltag gar nicht so unähnlich waren.

Also habe ich mich darauf besonnen, was mir schon immer am meisten Freude bereitet hat und was ich eigentlich schon immer tun wollte und mich nur nicht getraut habe: Schreiben. Und weil ich als Autorin der festen Überzeugung bin, dass jede Erfahrung im Leben – und sei sie auch noch so unangenehm – auf irgendeine Weise für meine Geschichten nützlich sein kann, bin ich mit »Brewing Tension« in den Teil der Brauereiarbeit zurückgekehrt, der mich ursprünglich fasziniert und zu meinem Studium gebracht hat.

Somit war klar, dass ich über eine Brauerei in einem abgelegenen schottischen Dörfchen schreiben möchte. In den nächsten Wochen und Monaten bin ich also mittels Google Street View und Googe Maps durch Schottland getingelt und habe nach Orten Ausschau gehalten, die sich für meinen Roman anboten. Auf welches Dorf meine Wahl dann gefallen ist, verrate ich in einem der nächsten Newsletter (ich kann ja nicht mein ganzes Pulver auf einmal verschießen^^).

Da ich selbst noch einiges über die schottische Kultur zu lernen hatte und mich bei meinen Recherchen mehr als einmal in den Weiten des World Wide Web verloren habe, wollte ich außerdem so viel wie möglich davon ins Buch bringen. Und damit war klar: Ich brauche eine Protagonistin, die aus einem anderen Land kommt. Um hier nicht ebenfalls noch mal in Recherche abzudriften, habe ich Charlotte zur Münchnerin gemacht. Denn die Gegend kenne ich seit meinem Studium ganz gut 😊

Dann ging eigentlich alles ganz schnell: die Rohfassung war innerhalb von zwei Monaten intensiver Schreibzeit getippt, das Exposé erstellt und die Leseprobe überarbeitet.

Plottwist: Die Ausschreibung habe ich damit nicht gewonnen. Irgendwie habe ich auch nicht damit gerechnet, weil bei solchen Ausschreibungen die Konkurrenz erfahrungsgemäß ziemlich groß ist und oft ein spezifischeres Trope oder Passmuster gesucht wird. Bei einem offenen Wettbewerb, bei dem wohl auch viele klassische Hetero-Lovestorys eingereicht wurden, standen meine Chancen also ohnehin recht gering. Warum ich ausschließlich Sapphic Romance schreibe, werde ich – ihr ahnt es – in einem der nächsten Newsletter genauer beleuchten. Denn auch das hat einen persönlichen Hintergrund.

Doch ich habe weitergemacht, weil ich so sehr an die Geschichte geglaubt habe – und bin damit an Agenturen herangetreten. Es waren gar nicht mal so viele und im Nachhinein hätte ich vielleicht hartnäckiger sein sollen. Aber ich habe eine engagierte Nachfrage und dann eine recht harte Absage bekommen, die mich so frustriert hat, dass »Brewing Tension« doch dort gelandet ist, wo ich es nie hatte haben wollen: in der Schublade.

Im Februar 2023 las ich vom BVjA-Verlagsspeeddating zur Leipziger Buchmesse (im Prinzip eine Pitchaktion, man hat zehn Minuten mit Verlag oder Agentur, um sie vom eigenen Projekt zu überzeugen), habe mich beworben und recht schnell einen Platz bei einem Verlag ergattert. Das Pitching lief super, der Verlag hatte Interesse – und die Wartezeit, nachdem das komplette Manuskript angefordert worden war, zog sich.

Und zog sich.

Und zog sich.

Schließlich kam die Nachricht: Unter mehr als 400 Einsendungen hatte mein Manuskript es unter die Top 6 geschafft. Nur leider gab es nur fünf Programmplätze und mein Manuskript war eben die Nummer sechs.

Für mich hatte sich »Brewing Tension« damit erledigt, ich habe mich anderen Projekten zugewandt, mich im literarischen Schreiben versucht – bis mich der Zufall dann 2024 zum Ylva Verlag brachte. Auf ein Gespräch mit der Verlegerin Astrid Ohletz folgten weitere, bis sie irgendwann meinte: Also, wenn du Lust hast, schick mir das Ding doch mal.

Und genau das habe ich gemacht.

Anfang 2025 habe ich den Vertrag unterschrieben für etwas, das damals noch »Alobury Ales« hieß. Und der Rest ist, wie es so schön heißt, Geschichte – und wurde zu dem hier:

Exklusive Leseprobe

1 - Charlotte

Natürlich klemmte jetzt auch noch das Schloss der Wohnungstür. War ja nichts Neues. Ebenso wie es nichts Neues war, dass Charlotte Tränen in die Augen traten und ihre Sicht verschwamm. Warum nur musste ihre Wut die furchtbare Angewohnheit haben, sich in flüssiger Form den Weg an die Oberfläche zu bahnen?

Sie war kurz davor, ihren Ärger ins Treppenhaus zu schreien. Aber dann wäre wohl endgültig der Punkt erreicht, an dem ihre Nachbarn beschlossen, sie mit Mistgabeln und Harken (und sonstigem Gerät, mit dem sie ihre Gärten und Balkone pflegten) aus dem Gebäude zu treiben. Doch damit hätte sie die zweite Kündigung innerhalb eines Tages am Hals. Auch wenn sie diese dann nur indirekt selbst zu verantworten hätte. Trotzdem. Nein danke.

Noch einmal rüttelte sie am Türknauf. Der Schlüsselbund klirrte und das Geräusch hallte von den hohen Wänden des Altbaus wider – eine weitere Möglichkeit, den Unmut der Nachbarn auf sich zu ziehen. Scheppernd ging einer der Schlüsselanhänger zu Boden. Charlotte sah nach unten. Der pinke Karabinerhaken. Natürlich. Und natürlich war der Schnappverschluss abgebrochen, sodass es von vornherein aussichtslos war, das Ding zu reparieren.

»Verfluchte Kackscheiße!« Jetzt stampfte Charlotte doch mit dem Fuß auf. Sollten die Nachbarn denken, was sie wollten. Sie mochte diese Wohnung ohnehin nicht besonders, weil es im Treppenhaus immer nach Kohl stank und das Täfelchen zum Erledigen der Hausordnung mysteriöserweise deutlich öfter neben ihrer Wohnungstür hing als neben denen der anderen Mietparteien. Charlotte hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wie sie es die letzten vier Jahre hier ausgehalten hatte. Vermutlich lag es daran, dass die Monatsmiete trotz der Größe der Wohnung vergleichsweise günstig war. Zumindest für Münchner Verhältnisse.

Sie ließ dem Stampfen einen Tritt direkt gegen das Türblatt folgen. Vielleicht hatte es genau dieses Maß an roher Gewalt gebraucht, jedenfalls schnappte in diesem Moment der Bart des Schlüssels einmal um die eigene Achse und die Wohnungstür sprang auf.

Charlotte stieß erleichtert die Luft aus und nahm sich vor, gleich nach dem Ölspray zu suchen und das Schloss zu schmieren – was sie natürlich nicht tun würde und in zwei Minuten sowieso vergessen hätte. Sie hatte nämlich absolut keine Ahnung, wo sie überhaupt mit dem Suchen beginnen sollte.

Der seit Jahren vertraute Geruch von Bohnerwachs (der ähnlich dem Kohlgeruch im Treppenhaus nie ganz verschwand) umfing sie und mischte sich mit dem Keksduft aus dem Diffusor, der auf der Fensterbank stand. Charlotte schnaubte. Das Ding war das einzige Produktmuster gewesen, das ihre Kolleginnen nicht sofort für sich beansprucht hatten. Alle anderen Proben und Kosmetika fanden meist direkt ihren Weg in deren Designer-Handtäschchen. Charlotte zog dabei stets den Kürzeren, aber das war ihr herzlich egal. Vermutlich war sie von allen, die in der Beauty-Industrie arbeiteten, die Einzige, die kaum Interesse an Kosmetikprodukten hatte. Dem ungeschriebenen Gesetz, sich die hauseigenen Produkte zentimeterdick ins Gesicht zu schmieren, hatte sie sich dennoch irgendwann gebeugt. Obwohl sie als Controllerin so gut wie keinen Kontakt zur Kundschaft hatte, war sie doch ein Aushängeschild der Firma, so die Meinung ihrer Chefin Annabell. Himmel, sie hatte sich erst vorgestern von Mariam dazu überreden lassen, Gelnägel mit Strassapplikationen aus dem hauseigenen Nagelstudio auszuprobieren. Ausgerechnet sie, die sonst nicht einmal Nagellack trug.

Aber das gehörte nun ohnehin der Vergangenheit an. Nicht die Nägel (die klebten leider bombenfest), sondern ihr Job als Controllerin. Die Erkenntnis drängte sich allmählich in Charlottes Bewusstsein und legte sich schwer auf ihre Schultern.

Sie schloss die Tür hinter sich und ließ sich daran hinuntergleiten. Der Fußboden war herrlich kühl, eine willkommene Abwechslung zur Julihitze draußen. Im Jutebeutel über ihrer Schulter klirrte es verdächtig. Nicht das auch noch.

Panisch schob sie die Einkäufe auseinander, um zu prüfen, ob die Flasche mit dem sündhaft teuren alkoholfreien Gin noch ganz war. Wenigstens damit hatte sie Glück gehabt. Außerdem war es die letzte Flasche im Regal gewesen und wenn sie diese jetzt auch noch zertrümmert hätte, hätte das den ohnehin furchtbaren Tag noch furchtbarer gemacht.

Mit einem tiefen Seufzen fischte sie ihr Smartphone aus dem Beutel und suchte Sebastians Nummer in den Kontakten.

Während es klingelte, überlegte sie fieberhaft, wie sie ihrem besten Freund erklären sollte, dass sie mal eben spontan gekündigt und nicht den geringsten Plan hatte, wie es weitergehen sollte. Wenigstens war sie bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist freigestellt worden und hatte nun mehr als genug Zeit, sich über ihre nächsten Schritte klar zu werden.

»Lottie?«, fragte Sebastian am anderen Ende der Leitung, nachdem das fünfmalige Klingeln ihr Nervenkostüm bereits bedenklich beschädigt hatte. Der vertraute Spitzname beruhigte sie ein wenig. Nur Sebastian nannte sie so – und das war auch gut so. Bei allen anderen Personen bestand sie auf der Langform ihres Namens. Charlotte.

Irgendein Personal-Branding-Ratgeber hatte mal behauptet, den vollen Namen zu nennen, würde seriöser wirken als eine Abkürzung. Trotzdem hatte sie bisher nicht das Gefühl gehabt, allein aufgrund ihres Namens ernst genommen zu werden.

»Hast du Zeit? Jetzt?«, fragte Charlotte, ohne sich lange mit Begrüßungsformeln aufzuhalten. Am anderen Ende der Leitung spielte jemand ein Gitarren-Riff an, dann wummerte ein kurzes Drum-Solo.

»Ich weiß nicht, ob du’s hören kannst …«, begann Sebastian überflüssigerweise.

»… aber du hast heute Bandprobe«, beendete Charlotte den Satz. Normalerweise machte ihr das nichts aus, aber heute hätte sie ihren besten Freund wirklich dringend gebraucht.

»Was gibt’s denn?« Das Schrammeln der Instrumente im Hintergrund wurde leiser, offenbar war Sebastian auf dem Weg nach draußen.

»Ach, ich hab gekündigt.«

So, und jetzt, da ich euch hoffentlich so richtig neugierig gemacht habe, mache ich mich hämisch grinsend aus dem Staub und verabschiede mich bis zum nächsten Newsletter 😊

Beim nächsten Mal werde ich mich einem etwas ernsteren Thema zuwenden, das in Brewing Tension eine große Rolle spielt: Alkohol und dessen Konsum, auch (und vor allem) in den Medien.

Cheers

Stevie x

PS. Für alle, die es bisher noch nicht gesehen haben, gibt es hier noch das zauberhafte Cover zu sehen, das Trixia Quinzon (@trixdraws) für mich gestaltet hat.

Topic Autorinnenleben

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