Natur und innere Uhr – auf das Timing kommt es an

Für viele Touristen, die nach Phillip Island (Australien) kommen, ist es eine Attraktion: Jeden Tag kurz nach Sonnenuntergang watscheln Hunderte bis Tausende Zwergpinguine vom Ufer des Ozeans in Richtung Brutkolonien zu ihren Höhlen in Felsspalten, Erdlöchern oder unter Baumwurzeln.
Der Zeitpunkt der Rückkehr ist nicht zufällig. Nach ihren Tauchgängen auf der Jagd nach Heringen, kleinen Tintenfischen und Krebstieren wählen die Pinguine das Zeitfenster zwischen Tag und Nacht mit Bedacht oder genauer: Ihre inneren Uhren bewegen die Vögel dazu, genau jetzt zurückzukehren.
Noch sei genug Licht da, um den Weg zurück zur Höhle zu finden, noch seien nächtliche Raubtiere wie Orcas und wilde Katzen nicht aktiv. „Eine um nur zehn Minuten verschobene innere Uhr könnte sich als tödlich erweisen“, schreibt die US-amerikanische Wissenschaftsjournalistin Lynne Peeples in ihrem Buch (Opens in a new window) „The Inner Clock – Living In Sync With Our Circadian Rhythms“ (Riverhead Books 2024).