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Das ADHS-Gewitter: Warum die Perimenopause alles verändert

Eine künstlerische Collage: Eine weiblich gelsene Person verwaschen und aus Bildern zusammengesetzt, umrankt mit Rosenranken, um den Kopf herum Rosenblüten.

Es gibt eine Lebensphase, über die in der ADHS-Begleitung viel zu selten gesprochen wird: die Perimenopause. Für viele Frauen und FLINTA* ist dies die Zeit, in der das mühsam aufgebaute Kartenhaus der Kompensationsstrategien plötzlich zusammenbricht. Was früher als „ein bisschen chaotisch, aber charmant“ galt, wird nun zur existenziellen Belastung.

Als Fachkräfte und Betroffene müssen wir uns fragen: Warum eskalieren ADHS-Symptome zwischen 40 und 50 oft so massiv? Und wie unterscheiden wir ein hormonelles „ADHS-Gewitter“ von einem klassischen Burnout?

Wenn das Östrogen geht, schwindet das Dopamin

Die Neurobiologie dahinter ist eindeutig: Östrogen ist der wichtigste Modulator für unser Dopamin-System. Es sorgt dafür, dass Dopamin produziert, transportiert und an den Rezeptoren im Gehirn wirksam werden kann. In der Perimenopause beginnt der Östrogenspiegel nicht einfach nur zu sinken – er schwankt wild und unvorhersehbar.

Für ein neurodivergentes Gehirn bedeutet dieser Hormonentzug einen massiven Verlust an exekutiver Kontrolle. Der „Brain Fog“ (Gehirnnebel) verdichtet sich, die Vergesslichkeit nimmt zu und die emotionale Regulation wird zur täglichen Herkulesaufgabe.

Die Falle der Fehldiagnose

In der Beratungspraxis erleben wir oft eine tragische Fehlleitung: Frauen in der Perimenopause suchen Hilfe und erhalten Diagnosen wie „depressive Episode“ oder „Erschöpfungssyndrom“. Während diese Zustände real sind, wird die Ursache – das Zusammenspiel von ADHS-Hardware und hormoneller Umstellung – oft übersehen.

Klassische Antidepressiva helfen hier oft nur bedingt, wenn das eigentliche Problem die dopaminerge Unterversorgung ist. Deshalb ist eine differenzierte Betrachtung so wichtig. Wir müssen lernen, die Symptome richtig zu lesen: Sind es Hitzewallungen oder ist es eine sensorische Überreizung? Ist es Antriebslosigkeit oder eine massive exekutive Dysfunktion?

Fachliche Begleitung auf Augenhöhe

Für Beratende bedeutet das eine neue Form der Wachsamkeit. Wir dürfen den Hormonstatus in die Anamnese einbeziehen, ohne die Klientin zu pathologisieren. Es geht um Validierung. Der Satz „Sie sind nicht plötzlich unfähig geworden, Ihr Gehirn reagiert auf eine chemische Umstellung“ kann eine enorme Scham-Entlastung bewirken.

Die Strategie in dieser Phase lautet: Ressourcenschutz vor Optimierung. Es ist nicht die Zeit für neue, komplexe Zeitmanagementsysteme. Es ist die Zeit für radikale Akzeptanz und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie und psychosozialer Beratung.

Mein Werkzeug für Profis und Betroffene: Der Perimenopause-Check

Um in diesem hormonellen Nebel Klarheit zu gewinnen, habe ich den Perimenopause-Check für Fachkräfte (und zur Selbstreflexion) entwickelt. Dieses Tool hilft dabei, die Symptome zu sortieren und eine Brücke zwischen neurobiologischen Fakten und dem Erleben der Klientinnen zu schlagen.

Für meine Community: Du findest das Tool ab sofort hinter der Paywall. Es ist so gestaltet, dass es direkt im Beratungsalltag eingesetzt oder für die eigene Reflexion genutzt werden kann.

Vorlage: Perimenopause-Check: Differenzialdiagnostik & Begleitung

Dieses Fach-Handout enthält:

  • Eine Checkliste zur Unterscheidung von Burnout und hormonellem ADHS-Aufflammen.

  • Die drei Säulen der Beratungs-Strategie (Validierung, Psychoedukation, Vernetzung).

  • Klare Leitfragen für das Gespräch zwischen Fachkraft und Klientin.

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Urheberrechtshinweis: Das bereitgestellte Material darf gerne im Rahmen von Einzel-Coachings oder für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine kommerzielle Nutzung, der Weiterverkauf oder die Verwendung in eigenen kostenpflichtigen Fortbildungen ohne Rücksprache ist jedoch ausdrücklich untersagt und unterliegt dem Urheberrecht.

Topic Beratungs-Tools

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