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Über Iris Stalzer, KI in der Synchronbranche und „Tichys Einblick“

Der Übermedien-Newsletter von Boris Rosenkranz

Logo von Übermedien und Porträt von Boris Rosenkranz. Hintergrund: Etliche Kamerateams in der Bundespressekonferenz.

Liebe Übonnent:innen,

in Hamburg, Leipzig oder Stuttgart interessiert es natürlich eigentlich niemanden, wenn in Herdecke bei Hagen (rund 23.000 Einwohner) eine neue Bürgermeisterin ihr Amt antritt. Das ist ein Thema für die Lokalzeitung, nicht für überregionale Medien. Also, normalerweise – aber dieser Amtsantritt war nicht normal.

Herdeckes Bürgermeisterin Iris Stalzer (SPD) bei der Amtseinführung im Rathaus Herdecke. Sie steht zwischen zwei Personen, hält zwei Blumensträuße in der Hand, und lächelt in die Kamera.
Iris Stalzer (Mitte) beim Amtsantritt in Herdecke. | Foto: IMAGO / Funke Foto Services

Am Dienstag leitete Iris Stalzer (SPD) ihre erste Ratssitzung, unter enormem Besucherandrang. Auch viele Reporter waren angereist, um mal zu schauen, wie Stalzer aussieht, wie sie wirkt, nachdem sie vor einem Monat lebensgefährlich verletzt aufgefunden wurde. Was sagt sie wohl dazu? Und kann sie überhaupt schon arbeiten?

Die Eilmeldung, es habe einen „Messerangriff“ auf Iris Stalzer gegeben, angeblich vor ihrem Wohnhaus, kam am 7. Oktober, kurz nach Mittag. Auch ich dachte damals erst, es könnte ein politisch motiviertes Attentat gewesen sein, aber schon kurze Zeit später stellte sich heraus, dass Stalzer nicht vor ihrem Haus angegriffen wurde, sondern im Haus. Und auch nicht von Fremden, sondern von einem ihrer beiden Adoptivkinder. Das legten Spuren vor Ort nahe, Stalzer bestätigte es dann gegenüber der Polizei.

Es handelt sich also um einen Konflikt in einer Familie, der wohl keine derartige Beachtung gefunden hätte, wäre das Opfer nicht eine Politikerin. Selbst Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich in einem Post auf X, und quasi alle deutschen Medien berichteten darüber, tagelang. Sogar die „New York Times“ (NYT) brachte früh eine Meldung (Opens in a new window) – und obwohl dort bereits ein Sprecher der Polizei mit den Worten zitiert wird, man schließe einen familiären Bezug nicht aus, schreibt der Berlin-Korrespondent der NYT noch dazu, „politische Gewalt“ sei in Deutschland häufiger geworden.

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