Männer gehen erst zum Arzt, wenn ihnen etwas weh tut. So wie sie das Auto in die Werkstatt bringen, wenn’s Macken macht. Ein hartes Urteil von Martin – er hatte Prostatakrebs. Jetzt hilft er anderen. Er kennt sich also aus.
Martin ist mein Gast in der heutigen Folge (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und dieses Gespräch, aus dem du vielleicht schon den einen oder anderen Ausschnitt gehört hast, zahlt sich aus, als ganzes zu hören.
Nutzen stiften aus eigenen Erfahrungen – Martin und der Prostatakrebs
Martin redet sehr offen über seine Prostatakrebs-Erkrankung. Aber das bedeutet nicht, dass ihm alles egal ist. Er spürt sehr wohl, wenn grenzüberschreitende Kommentare aus seinem Umfeld kommen – und reagiert gekonnt und der Situation entsprechend.
Er erzählt von seinen Erfahrungen bei der onkologischen Rehabilitation und wie er in der Arbeit über seinen Krebs gesprochen hat. Außerdem geht es um den Umgang mit Stress und Veränderungen und wir überlegen, wie ein offener Dialog über männliche Gesundheit funktionieren kann.
Draufgekommen ist Martin übrigens auf den Krebs – und da haben wir schon die erste Ausnahme seiner Regel – durch eine Routineuntersuchung. Es sind also doch nicht alle Männer so. Zum Glück dürfen wir noch hoffen auf die Männerschaft!
Highlights dieser Folge:
Martin beschreibt, wie offen über seine Krebserkrankung zu sprechen, für ihn eine große Befreiung war. Nicht die Krankheit definiert uns, sondern wie wir damit umgehen – und wer zuhört, macht einen echten Unterschied für Betroffene.
Das Schlimmste war der Moment der fixierten Diagnose – aber das offene Gespräch war ihm wichtig. Martins Mut zeigt, dass Transparenz im Umgang mit Männerkrebs helfen und Gemeinschaft schaffen kann.
Martin gründete eine Selbsthilfegruppe für Männer mit urologischem Krebs. Gerade regional zählt der Austausch – vier Leute reichen für den Start! Auch kleine Kreise können Großes bewirken.
Nach der Prostata-OP: Martin hat gelernt, Grenzen zu setzen und öfter Nein zu sagen. Weniger Stress, mehr auf sich selbst achten – die Krankheit hat seinen Blick fürs Wesentliche geschärft.
Vorsorge rettet Leben! Martins Rat: Auch wenn du keine Beschwerden hast, geh zur Untersuchung. Früherkennung kann den Unterschied machen, für dich und deine Familie.
3 Key Takeaways für dich:
Offenheit macht stark: Über die eigene Diagnose – auch im Job und Freundeskreis – zu sprechen, kann entlasten und Verständnis schaffen.
Mehr Bewusstsein für Vorsorge: Früh erkannt ist Krebs besser behandelbar. Martin sagt klar: „Ich gehe den Leuten teilweise schon auf die Nerven, wenn ich ihnen immer sage, wie wichtig das ist.“
Selbstfürsorge & Grenzen setzen: Nach der Erkrankung hat sich Martin bewusst dafür entschieden, mehr auf sich zu achten, Stress zu reduzieren und seine Prioritäten neu zu setzen.
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Jumplist
00:01:20 Vorstellung Martin
00:01:54 Redaktionelle Hinweise
00:02:51 Martin und der Prostatakrebs
00:10:37 Mit Mut und Lebenswillen durch die Krise
00:14:55 Vertrauen und Offenheit im Beruf
00:21:46 Überengagement als kontraproduktive Stressbewältigung
00:27:28 Beckenbodentraining frühzeitig beginnen
00:32:07 Recherche zur Medikamentenverfügbarkeit
00:35:36 Erstes Treffen Selbsthilfegruppe
00:41:05 Vorsorge: Wichtigkeit und Erfolgsgeschichten
00:53:49 Reha-Balance: Zwischen Ruhe und Aktivität
00:59:50 Studie Prostatakrebs-Screening
01:00:24 Redaktioneller Hinweis
Quellen
Onkologische Rehabilitation (Deutschland)
Österreichischer Reha-Kompass (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Männer suchen sich seltener Hilfe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Männer nehmen weniger Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Mehr Männer als Frauen erkranken an Krebs (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Rektale Untersuchungen verbessern nicht die Effektivität des Screenings für Prostatakrebs
Medienbericht zur Darmkrebs-Vorsorgeaktion im Burgenland (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Aktuelles
Terminaviso (heute!) 03.06.2025: „Mein Leben nach Krebs“ (AKH Wien) Erlebe einen Abend mit inspirierenden Vorträgen: Richard Crevenna erläutert, wie Bewegung gesund erhält, Veronika Seebacher-Shariat informiert zur Tumornachsorge und Christine Wiesinger präsentiert einen neuen, schmackhaften Speiseplan. Unter der Moderation von Christine Németh bietet die Veranstaltung wertvolle Impulse für das Leben nach Krebs. Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://ccc.meduniwien.ac.at/cancerschool/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
HPV & Männer: Risiko oft unterschätzt (Netdoktor (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), 04.02.2025) Humane Papillomviren gelten vielen als „Frauenthema“ – doch aktuelle Zahlen zeigen: Auch Männer sind von HPV-bedingtem Krebs häufiger betroffen als bislang angenommen. Besonders betroffen sind Rachen- und Analkarzinome. Der Artikel beleuchtet Risikofaktoren, erklärt Schutzmöglichkeiten (z. B. Impfung) und macht Mut: Prävention wirkt – auch bei Männern. (Anm. d. Red.: Aktuell gibt es noch eine Impfaktion für unter 30-Jährige für die Erst- und Zweitimpfung, die allerdings am 31.12.2025 ausläuft. Also am besten noch im Juni die Erstdosis holen.)
Und nicht nur präventiv gegen Krebs, auch als Behandlung bei Krebs werden Impfungen eingesetzt:
Krebsimpfung: Hoffnung auf individuelle Therapie (Pharmazeutische Zeitung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), 02.05.2025) Therapeutische Krebsimpfstoffe gelten als ein vielversprechender Weg in der personalisierten Onkologie. Der Artikel gibt einen verständlichen Überblick über aktuelle Entwicklungen: von mRNA-Ansätzen bis zu Tumor-spezifischen Neoantigenen. Erste Studien zeigen ermutigende Ergebnisse – ein weiterer Schritt hin zu gezielteren, nebenwirkungsärmeren Therapien.
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