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“Mein Kind lehnt den Vater ab”

Bild: Chiara Doveri

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

Liebe Anna,

unsere Kleine ist nun gute 16 Monate alt. Die ersten etwa 6-8 Monate durfte der Papa sie noch nicht mal mehr auf den Arm nehmen, ohne, dass sie angefangen hat zu weinen. Leider blieb es meist nicht nur beim Weinen. Binnen weniger Atemzüge wurde es zu einem lauten, bitteren Schreien. Sie neigt zu respiratorischen Affektkrämpfen, von Geburt an. Sobald sie weint, vergisst sie schnell mal das Luftholen und läuft binnen weniger Sekunden blau an. Im äußersten Fall führt dies zu einer kurzen Bewusstlosigkeit, durch die der Körper versucht sich zu erholen und zu beruhigen. Leider haben wir dies nun schon einige Mal erlebt.
Die Berührungen oder zu Beginn bloße räumliche Annäherungen vom Papa haben dazu geführt, dass sie sich sehr in Rage geschrien hat. Immer mit der Sorge auf unserer Seite, dass sie bewusstlos wird.
Nach gut 8 Monate hat sich die Beziehung insofern gebessert, als das der Papa mit ihr spielen darf. Ab und an geht sie auch von sich aus auf ihn zu - sei es, um ihn zum Spiel abzuholen oder auch mal kurz anzukuscheln.
Doch leider gibt es noch ein paar Situationen, in denen der Papa gar keine Rolle spielen darf. Das ist das Zubettgehen und nach dem Aufstehen. Die Einschlafbegleitung übernehme ausschließlich ich. Mittlerweile habe ich meinen inneren Frieden damit gefunden. Doch ich sehne mich danach auch mal - z.B. am Wochenende - morgens alleine und in Ruhe duschen zu können. Oder den Papa die Kleine aus dem Bett zu holen nachdem sie aufgewacht ist. Doch dies ist immer noch undenkbar.
Mittlerweile, nach so vielen Monate, liegen - verständlicher Weise - auch beim Papa die Nerven ein wenig blank. Er möchte so gerne unterstützen und ist bereit ihr ihren Raum und die nötige Zeit zu geben. Doch so langsam nagt es einfach an uns beiden. Was übrigens kein Problem darstellt ist, wenn sie tagsüber mal  mit dem Papa ein paar Stunden alleine ist, wenn ich einen wichtigen Termin habe.
Wie können wir mit dieser Situation altersgerecht umgehen?

Ich danke dir für deine Unterstützung.

Beste Grüße
Louise*

Sujet Elternschaft

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