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Schutz vor Schulden

Kolumne / Hinterfragt

Ich habe mich aufgrund des Artikels bei der Tagesschau (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) gefragt, ob ich als Kind wusste, was unsere Wohnung an Miete gekostet hat.

Die Antwort lautet: Nein!

Mit solchen Fragen habe ich mich als Kind und Teenager eher nicht beschäftigt müssen. Also hatte ich keine Ahnung, was unsere Mietwohnung an Kosten für meine Eltern verursachte.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/bildung-finanzen-schul-workshop-100.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Umgang mit Geld

Demzufolge gab es in meiner Schule auch keinen Workshop zum Umgang mit Geld. Und das war auch nicht nötig. Denn der Umstand, dass ich mit 17 Jahren 30 Mark Taschengeld zur Verfügung hatte, ließ mich begreifen, dass Geld nicht vom Himmel fällt.

"Ihr müsst den Cashflow im Griff haben"

So heißt es in dem Artikel »Finanzexperten wollen Schüler vor Schulden schützen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)«. Schnell fällt auf, dass solche Sätze in einer 12. Klasse eines Gymnasiums formuliert werden; innerhalb eines Workshops.

Da ist von Geldanlagen die Rede. Dabei geht es doch wohl erst einmal darum, keine Schulden zu machen, mit denen laut Artikel offenbar immer mehr junge Menschen zu tun haben.

Taschengeld heute

In einer Tabelle zum empfohlenen Taschengeld (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) ist von 50 bis 60 Euro für 16-17-Jährige die Rede.

Das ist das Dreifache meines Taschengeldbezugs. Nun wird der ein oder andere sagen, heute ist alles teurer. Meines Erachtens umso mehr ein Grund, mit Geld sorgsam umgehen zu können.

Konsum - Wichtiger als alles andere

Heute laufen Kinder bereits mit Geräten herum, die 200, 300 oder 400 Euro kosten. Oder sie haben sie in ihrem Kinder- oder Jugendzimmer: Fernseher, Tablet, Playstation oder X-Box und so weiter. Ich habe mir meine erste Stereoanlage nach der Konformation kaufen müssen. Fernseher im eigenen Zimmer. Ich lach’ mich schlapp.

Je mehr Kinder und Jugendliche heutzutage die gängigen »Spielsachen« bekommen, desto eher werden sie wohl nicht begreifen, dass sie dafür eigentlich erst einmal Geld auf dem Konto haben sollten, wofür sie als Erwachsene etwas unternehmen müssen.

Wenn ich sehe, dass Kinder im Supermarkt bereits per Smartphone bargeldlos zahlen, wird mir, vorsichtig gesagt, nur noch schlecht.

Da passt der Satz im Artikel dann doch:

Zumal es immer leichter werde Schulden zu machen.

Was soll dabei bitteschön herauskommen?

Bis zum nächsten Mal

Freundliche Grüße

Michael Ueberschaer

Sujet Kolumne

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