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Mutterschaft? So nicht!

Sinkende Geburtenraten bedeuten auch Fortschritt. Sie sind ein Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung. Wer die Zahl der Kinder pro Frau steigern will, sollte den Blick auf die Männer werfen.

Erschienen am 22. Juli 2025 als Spiegel-Leitartikel. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Sicher, die südkoreanische 4B-Bewegung ist keine Massenrevolte, eher ein Randphänomen. 4B steht für viermal Nein, auf Koreanisch Bihon: Nein zu Dating mit Männern, Nein zu Sex mit Männern, Nein zu Heirat von Männern, Nein zu Kindern mit Männern. Doch Südkorea ist eben auch das Land mit der weltweit niedrigsten Geburtenrate, was viele Medien in den vergangenen Jahren bewog, sich diese radikalfeministische Nische mal genauer anzuschauen. Was, wenn Zustände wie in Südkorea überall drohen?

Die Tendenz zumindest ist da. Die Geburtenrate sinkt auch in Deutschland. Aktuell liegt der deutsche Wert bei 1,35 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), was bedeutet, dass eine Frau hier im Schnitt im Laufe ihres Lebens 1,35 Kinder bekommen wird. Es ist der tiefste Stand seit 1995, als die Zahl bei 1,25 lag. Die Aufregung ist groß – überraschend groß, bedenkt man, dass die Geburtenrate in Westdeutschland sich schon seit Mitte der Siebzigerjahre in dieser Größenordnung bewegt. Wer sich um das Rentensystem sorgt, ist ein halbes Jahrhundert zu spät dran.

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