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Zeitlos unschön

And I'm wishing you happy new year
And I hope your dreams will come true, dear
That your money gets made
That you're loved and you're safe
That you win so much more than you lose
If it's dark that the light's coming soon
Here in a year that's brand new
(Andrew McMahon In The Wilderness)

175/∞

Frohes Neues Jahr!

Ja, das kann man noch sagen. Zeit spielt offiziell keine Rolle mehr. Schon gar nicht in den Weihnachtsferien (auch wenn die schon wieder gefühlte sieben Monate zurückliegen). Bei uns steht ja sogar noch der Tannenbaum!

Einen Teil der Feiertage hatte ich im Jahr 2000 verbracht: In meinem alten Kinderzimmer, mit dem Album „Breach“ der Wallflowers und dem „Dawson’s Creek“-Soundtrack, die ich beide 25 Jahre zuvor zu Weihnachten bekommen hatte; mit einem Buch von Cameron Crowe (diesmal: „The Uncool“, damals sein Interview-Band mit Billy Wilder, der ebenfalls ein Weihnachtsgeschenk gewesen war). Nur die großen, einzeln verpackten Tic Tacs in einer Großpackung, die meine Oma mir damals geschenkt hatte und die meine Weihnachtsferien 2000/2001 geschmacklich geprägt hatten, fehlten. Sie werden hoffentlich aus Umweltschutzgründen nicht mehr produziert.

An anderen Tagen denkt man, mit so einem Neuen Jahr beginne die Zukunft, geht schlafen und wird in den 1970er Jahren (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) wieder wach, wo die USA ihnen unliebsame Regierungen in Lateinamerika mit Waffengewalt absetzen. Das ist kalendarisch noch keine drei Wochen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) her, aber mindestens drei Trump-Nachrichtenkreisläufe, die die Medien auch nach über zehn Jahren immer noch willfährig mitmachen. Und irgendwie hat es Trump ja auch geschafft, aus zwei Richtungen im Jahr 1984 anzukommen: einmal im Sinne George Orwells und einmal in der Tradition Ronald Reagans.

[Kurzer Exkurs zu Trump: Wir haben auf Social Media jetzt ungefähr wieder jenen Punkt erreicht, an dem deutsche Bands im Jahr 2003 vor einem deutschen Publikum George W. Bush kritisiert haben. Ich bin 42, ich hab das alles schon mal mitgemacht und über die fünf Male davor gelesen; bitte langweilt mich nicht damit! Auch, dass Friedrich Merz als Reaktion auf Trumps Irrsinn wieder etwas Dummes gesagt hat, ist ja eine Schlagzeile der Kategorie „Hund beißt Mann“. Interessant wird’s erst (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), wenn ein Mann einen Hund beißt und ein blindes Huhn ein Korn findet; also meldet Euch wieder, wenn Merz mal einen klugen Gedanken rhetorisch unfallfrei zum Mikrofonständer getragen hat! Und wenn Du jetzt sagst: „Lukas, check mal Deine Privilegien!“, äh, ja: Ändert nur halt gar nichts daran, dass meine Meinung zu Trump und Merz, die zu 98% deckungsgleich mit Deiner Meinung zu Trump und Merz ist, genau 0% Einfluss auf das Wirken der beiden und/oder auf ihre Anhänger hat. Auf Instagram! Wir können das hier also auch abkürzen, einen Winterspaziergang machen, eine leckere Limo trinken oder ein schönes Lied hören, denn das würde immerhin unser Leben verbessern. Und natürlich weiter im eigenen Umfeld stabil bleiben gegen AfD, Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Sexismus, Queerfeindlichkeit und Menschen, die in der Öffentlichkeit ohne Kopfhörer Handyvideos mit Ton gucken! Wenn Ihr eine inhaltliche Analyse dessen lesen wollt, was Trumps Minions, Wladimir Putin und die Ayatollahs im Iran gemein haben, lest die aktuelle Ausgabe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) des eh immer sehr empfehlenswerten Newsletters von Nils Minkmar.]

In den Sozialen Medien haben sie das Jahr 2016 ausgerufen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), was ich bemerkenswert finde, weil wir uns im Jahr 2016 doch eigentlich darauf geeinigt hatten, dass es das schlimmste (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Jahr (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) jemals war.1

Ben Folds hat das zugrundeliegende Phänomen eigentlich sehr schön zusammengefasst:

Kids today gettin' old too fast
They can't wait to grow up so they can kiss some ass
They get nostalgic about the last ten years
Before the last ten years have passed

So sang er in seinem Song „Bastard“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) im Jahr 2005.

Ich hab keine besonders guten Erinnerungen an das Jahr 2016: Es war ein mühsames Wieder-auf-die-Beine-Kommen nach einer biographischen Kollision mit einer Betonwand. Wenn ich mir Fotos von mir aus dieser Zeit anschaue, bin ich mir sicher, dass ich sie nicht mit der Welt teilen möchte. Ich hatte eigentlich mein gesamtes Erwachsenenleben mit Untergewicht und entsprechenden Kommentaren zu kämpfen, aber damals war es besonders schlimm — das gehört zu meiner Geschichte, aber ich muss es nicht noch abfeiern. Da freue ich mich lieber, dass ich im Jahr 2025 mit der richtigen Ernährung und dem richtigen Sportprogramm zum ersten Mal die 70-Kilogramm-Schallgrenze durchbrochen habe, und erzähle Euch im Laufe des Jahres etwas über das Jahr 2006, als ich die Kilians auf ihrer Tour im Vorprogramm von Tomte begleitet habe, fast rund um die Uhr beim Campusradio gearbeitet habe und knapp drei Monate in Kalifornien war!

Zu Beginn des letzten Jahres hatte ich beschlossen, mein Portemonnaie nicht mehr in der rechten Gesäßtasche zu tragen, sondern in der Fronttasche, beim Schlüsselbund. Weniger aus Eduard-Zimmermann-Erwägungen und mehr aus praktischen Gründen: Es war im Laufe der Jahre so dick geworden,2 dass es einfach wahnsinnig unbequem und unpraktisch war.

Über 30 Jahre - seit meinem allerersten blauen Volksbank-Geldbeutel mit Klettverschluss - waren mein Geld und mein Personalausweis allerdings immer hinten rechts gewesen. Ich hatte mich also darauf eingestellt, beim ritualisierten Rundum-Abklopfen zunächst sehr oft panisch zu werden, aber es war maximal ein-, zweimal, dass ich kurz dachte: „Wo ist denn jetzt mein Portemonnaie?!“

Dafür tut meine Hüfte sehr viel seltener weh, ich sitze gerader, muss mein Portemonnaie bei der aushäusigen Arbeit und im Kino nicht mehr rausnehmen, und meine Hosen sind an meinem Hintern nicht mehr ausgebeult und abgewetzt. Brauchen tue ich das Portemonnaie eh nur noch, wenn ich mich ausweisen soll3 oder in Potsdam (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) einen Kaffee bezahlen möchte.

Ansonsten war 2025 das Jahr, in dem ich nichts bei Amazon bestellt, Gitarre bei der Hochzeit mir unbekannter Menschen gespielt, in zwei Monaten ein Buch von 380 Seiten geschrieben, zwei öffentliche Lesungen abgehalten, zum ersten Mal seit über zehn Jahren eigene Musik veröffentlicht und so wenig Alkohol wie vermutlich seit 25 Jahren nicht mehr getrunken habe. Meinen 42. Geburtstag hab ich in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Don’t Panic“ (vom Schauspielhaus Bochum) bei einem Musikquiz verbracht und insofern muss ich einfach sagen: Kein schlechtes Jahr, da kann ich nicht klagen!

Außerdem habe mich Anfang Dezember bei Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) angemeldet — das ist ethisch immerhin ein bisschen besser zu vertreten als Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), außerdem ist die Soundqualität so viel besser, dass ich anfangs dachte, ich hätte ein neues Paar Ohren, und alle meine Lieblingsalben erstmal neu – also quasi: zum ersten Mal – hören musste. Wenn man Musik die letzten 19 Jahre als MP3s mit 160 kb/s gehört hat, hat man keine Musik gehört!

Jetzt bekomme ich im November zwar kein „Spotify Wrapped“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) mehr, aber Apple Music hat ein ähnliches Feature (und zwar am Ende eines jeden Monats!) und außerdem gibt es natürlich ein paar andere Tools, die meine Obsessionen für Popkultur und Statistiken zusammenbringen wie sonst nur der Eurovision Song Contest oder die Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): Ich habe also jetzt einen neuen Account bei last fm (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), wo idealerweise alles dokumentiert wird, was ich so an Musik höre; außerdem bin ich bei Goodreads (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), wo ich meine deprimierenden Fortschritte beim Lesen von Büchern dokumentiere, und bei Letterboxd (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), wo ich das gleiche mit Filmen mache.

Wenn man sich nur in Social-Media-Kommentarspalten herumtreibt, könnte man schnell den Eindruck bekommen, es seien alle verrückt geworden (was die Betreiber dieser Plattformen natürlich gern so hätten). Da finde ich es sehr schön, dass es in anderen Ecken des Internets die digitale Verlängerung jener Listen gibt, die ich vor 25 Jahren noch handschriftlich anlegen musste (und mein Opa 55 Jahre davor).

Im Wissen, dass meine popkulturelle Rezeptionsgeschichte ähnlich gut dokumentiert wird wie das Verhalten von Kindern durch Christkind oder Weihnachtsmann, kann ich halbwegs entspannt in dieses Neue Jahr gehen, von dem ja inzwischen auch schon gut 6% abgeknabbert sind.

In knapp zwei Monaten erscheint mein neues Buch (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), es wird auch dazu wieder Lesungen geben, dann werde ich neue Musik veröffentlichen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), am nächsten Buch arbeiten, mein Blog (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) vor dessen 20. Geburtstag im kommenden Jahr fleißig mit Inhalten füllen, und ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mich auf diesem wilden Ritt weiter begleitet!

In diesem Zusammenhang auch herzlichen Dank an alle, die mir zum Jahresende einen Kaffee oder einen Ingwer-Shot per PayPal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) ausgegeben haben, und an alle, die eines der bezahlten Abonnements (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) abgeschlossen haben! Ich weiß das sehr zu schätzen!

Ich freue mich aber auch sehr, wenn Ihr meinen Newsletter (entweder allgemein (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder in Form einer bestimmten Ausgabe) Personen empfehlt, von denen Ihr glaubt, dass er ihnen gefallen würde. Wenn ich hier mehr Abonnent*innen habe als Follower auf Instagram (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), kann ich dort nämlich auschecken!

Was hast Du veröffentlicht?

Vergangene Woche kam die traurige Nachricht, dass Alfred Grimm, idiosynkratischer Kunstlehrer von zwei Generationen Heinser und zweifellos einer der bedeutendsten Künstler, die Dinslaken je hervorgebracht hat, überraschend im Alter von 82 Jahren gestorben ist. Ich hab in der S-Bahn auf dem Weg zur Nachtschicht angefangen, meine Erinnerungen an ihn ins Handy zu tippen, und ich glaube, dass es ein ganz treffender Nachruf (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) im Blog geworden ist.

Letzten Freitag hat Robbie Williams überraschend sein neues Album gedroppt, das ursprünglich für den letzten Herbst angekündigt war, dann auf Februar verschoben wurde, und jetzt halt plötzlich da ist. Es heißt „Britpop“, wie jene Party, zu der Robbie mit seinen ersten beiden Alben reichlich spät gestoßen war, zu der er aber durchaus noch Signifikantes beizusteuern hatte. Bei so viel Rückgriff hatte ich natürlich gehofft, dass das Album relevanter sein würde als das, was Robbie so in den letzten 20 Jahren gemacht hat. Ich wollte es vielleicht sehr dringend, aber Stand Jetzt fällt mein Fazit durchaus positiv aus: die Rezension (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) steht ebenfalls im Blog.

Und dann gehört es natürlich zu den Traditionen und Ritualen, im Januar zunehmend genervt (vor allem: von mir selbst) vor meinem MacBook zu sitzen und die Songs des Vorjahres in irgendeine Art von Rangliste prügeln zu wollen. Es ist mir auch dieses Jahr wieder gelungen und so gibt es jetzt eine Top-100-Playlist (bei Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) und Begleittexte (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zur Top 10.

Was hast Du gehört?

Ein paar Hundert Songs aus dem letzten Jahr (s.o.), das neue Robbie-Williams-Album (s.o.) und Craig Finn und Marcus Wiebusch live. An einem Abend. In der Zeche Carl in Essen (15 km Luftlinie, 75 Minuten Nahverkehr in jede Richtung — ist es nicht geil, im größten Ballungsraum Europas zu leben?!). Die Sänger gleich zwei meiner absoluten Lieblingsbands (The Hold Steady und kettcar) im kleinen Rahmen live zu sehen und Craig Finn anschließend mein Hold-Steady-Tattoo zu zeigen, war ein sehr besonderes Erlebnis (über das ich sinnloserweise bei Instagram (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) geschrieben habe statt in meinem Blog).

Was hast Du gesehen?

Auf Netflix läuft die Dokumentation „The New Yorker at 100“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die die Geschichte(n) und die Gegenwart des vielleicht legendärsten Print-Magazins der Welt (neben „Vogue“, „Rolling Stone“ und „JWD“) erzählt. Als Fernsehschaffender muss ich sagen: handwerklich und dramaturgisch stellenweise etwas unentschlossen; als Print-Autor muss ich sagen: Genau so und nicht anders möchte ich arbeiten! (Zu diesem großen Traum könnt Ihr natürlich per PayPal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und mit den bezahlten Abonnements (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) beitragen.)

Auf der Suche nach einem unterhaltsamen Film, der nicht allzu lang ist, bin ich bei WOW auf „Y2K“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) gestoßen, eine Horror-Komödie aus dem Jahr 2024 aus dem Haus A24, die in der Silvesternacht 1999/2000 spielt. Ich weiß nicht, wen dieser Film ansprechen will außer Menschen, die zu jener Zeit 16 Jahre alt waren, aber erstens ist „Zielgruppe“ eine marktwirtschaftliche Kategorie und keine künstlerische, und zweitens war ich damals ja 16. In den ersten Minuten bedient der Film also sehr beflissen (und eine Spur zu bemüht) diese Jahrtausendwenden-Nostalgie mit all ihren Insignien und Kodizes, die heute antiquierter wirken als die 1970er Jahre damals (AOL IM, Minidisc, Videothek, Nu Metal — you name it), dann dekliniert er alle Horrorfilm-Topoi jener Ära durch — was insofern ein lustiger, popkultureller Kurzschluss ist, als „Scream“, „The Faculty“ und „Final Destination“ ja schon selbst ziemliche Referenz-Paraden waren. Die beiden Anforderungen hat der Film aber erfüllt: Ich habe mich unterhalten gefühlt und nach 88 Minuten war alles vorbei.

Über „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ hatte ich schon einiges gehört — vor allem aber wenig Gutes: Dieser Science-Fiction-Millionenflop von Luc Besson aus dem Jahr 2017 sollte camp sein (aber nicht in einem guten Sinn), ein schlechtes Drehbuch haben und Hauptdarsteller*innen ohne jedes Charisma und Chemie. Nun: Das alles ist nicht von der Hand zu weisen — aber dennoch hab ich mich ganz prächtig amüsiert. Es ist kein zweites „Das fünfte Element“, aber es ist auch kein „Cloud Atlas“ und keine endlose „Star Wars“-Serie. Dane DeHaan hat tatsächlich die Ausstrahlung eines unbenutzten Blatts Löschpapier, aber Cara Delevingne scheint an diesem Quatsch tatsächlich ihren Spaß gehabt zu haben. Rihanna hat einen beeindruckenden Gastauftritt und Clive Owen und Ethan Hawke tragen auch auf sehr unterschiedliche Weise zum Gesamtergebnis bei. (Ich hab’s bei Magenta TV (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) geguckt, wo der Film irreführenderweise mit einer Laufzeit von 90 Minuten beworben wird — er geht aber 137, wie ich nach 85 überrascht festgestellt habe.)

Was hast Du gelesen?

Ann Powers hat zum Jahresbeginn für NPR Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) wie immer sehr klug über den Zustand der Popmusik geschrieben — konkret an den Beispielen von Rosalía, deren Album „Lux“ ich faszinierend finde, von dem ich aber nie weiß, wann und in welchem eigens dafür geschaffenen setup ich es hören soll; und der Indierockband Geese, die ich für schrecklich und unhörbar halte. Es geht um Veränderungen in der Fan-Kultur und dann taucht plötzlich Anselm Kiefer auf.

Florian Siebeck hat für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (für die ich auch manchmal schreibe) den Bonner Kanzlerbungalow besucht. Es ist ein sprachlich brillanter Flug durch die deutsche Nachkriegs- und Architekturgeschichte mit einem völlig überraschenden Cameo eines großen Schlagerstars.

Was hast Du zum ersten Mal gemacht?

Beim Schlittenfahren vom Schlitten fliegen und mich dreimal überschlagen wie so eine Comic- oder Cartoonfigur, lachend im Matsch landen und wissen: Nichts passiert! (Nein, es gibt kein Bewegtbildmaterial.)

Was hast Du gelernt?

Der Penis der Seepocke ist achtmal so lang wie das Tier selbst.

Was hat Dir Freude bereitet?

Vor ca. 30 Jahren hat Hellmuth Karasek in einer Fernsehsendung erklärt, welches Rhetorische Mittel dahintersteckt, wenn Heinz Erhardt sagte: „Ich heiße Heinz Erhard und Sie willkommen.“

Ich hatte die Szene über all die Jahre in Erinnerung, nur der entscheidende Begriff fehlte mir. Gleichzeitig habe ich, wann immer ich mich mal daran erinnerte, nie die Energie aufbringen können, mal eine Recherche zu starten. (Mit welchen Suchbegriffen auch?)

Jetzt bin ich, sehr zufällig, durch einen phantastischen Instagram-Post (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) vom Merriam-Webster Dictionary darauf gestoßen: Zeugma.

Und jetzt: Musik!

https://www.youtube.com/watch?v=PS18UQp5t60 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Platz 8 meiner Songs des Jahres 2025 und definitiv zu wenig gewürdigt worden bis jetzt: KORD - Das ist nicht New York.

Habt ein schönes Wochenende!

Always love, Luki

  1. Als ich gerade nachgucken wollte, was ich zum Abschluss des Jahres 2016 geschrieben (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hatte, habe ich festgestellt, dass ich da einen ganz guten 2004-Witz gemacht hatte — es ist also immer alles relativ.

  2. Und das, obwohl das Kind seine Krankenversichertenkarte - von der man ja schwachsinnigerweise immer nur eine bekommt, egal, ob so ein Kind nun zwei Eltern hat oder nicht - inzwischen selbst bei sich trägt, was auch eine überraschend große Verbesserung der eigenen Lebensqualität bedeutet.

  3. Die Formulierung „Können Sie sich ausweisen?“ sollte bei einer Bundesregierung, die derart scharf auf Abschiebungen ist, vielleicht auch noch mal auf den Prüfstand.

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