We're all God's children
And God is a woman
But we still don't know
Who the father is
(Finn Brothers)
164/∞
Good evening, Europe!
Herzlichen Dank für die vielen netten Rückmeldungen zur letzten Ausgabe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)! Einige von Euch haben den Newsletter sogar auf Social Media geteilt und das hilft natürlich sehr bei den Aufrufzahlen (zumindest kurzfristig).
Ich möchte daher die ganzen neuen Abonnent*innen und vor allem die neuen Bezahl-Abonnent*innen ganz herzlich begrüßen: Hallo, ich bin Lukas, 41, aus Bochum und ich schreibe hier über mein Leben und über Popkultur (was eine ziemlich große Überschneidung ergibt)! Ich arbeite als freier Journalist und Autor und möchte irgendwann mal von diesem Newsletter und meinem Blog (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) leben können.
Von meinem Zwischenziel, dass zehn Prozent der Abos bezahlt werden, sind wir noch ein ganzes Stück entfernt, aber ich kann das natürlich auch verstehen: In Zeiten wie diesen sitzt das Geld nicht unbedingt locker und man fragt sich zunehmend, ob man es nicht noch braucht, um die eigene Flucht zu organisieren — und wenn ja, wohin.
Die Nachrichten (also das, was wir alle seit rund fünf Jahren so konsequent meiden wie ungeimpfte Personen im Herbst 2021) werden ungefähr jeden Tag wilder. Ich habe nicht genug Ahnung vom iranischen Atomprogramm, vom Völkerrecht, von der Situation der iranischen Opposition und diversen weiteren geopolitischen Faktoren, die da mit reinspielen, um mir ein Urteil zu erlauben, deswegen poste ich keine Videos auf Social Media, in denen ich mich mit großer Ernsthaftigkeit in die Kamera empöre und irgendwas fordere (Donald Trump hört nicht mal auf seine eigenen Experten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und sein CIA-Chef scheint (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) extra für ihn zu lügen, aber viel Erfolg mit Deinem Reel, Larissa!), aber ich hab mich in den letzten Wochen und Monaten immer wieder dabei erwischt, wie ich Elon Musks Mars-Ambitionen durchaus etwas abgewinnen kann — vorausgesetzt, er schafft als erstes Männer wie Trump, Netanyahu, Khamenei und Putin auf den Roten Planeten, wo sie dann tun und lassen können, was sie wollen, solange sie den Rest der Menschheit endlich alleine lassen.
Vor zwei Wochen waren wir auf einer Mini-Konfirmation.1 Ich konnte mir nicht helfen, eine gewisse Ironie darin zu sehen, dass ich zum ersten Mal seit sechs Jahren einen Gottesdienst außerhalb einer Beerdigung besuchte und mit einem Gott sprach, als gerade zwei Nationen, deren Verehrung des selben Gottes unter anderen Namen einen enormen Teil ihrer Identität ausmacht, einander mit Bomben bewarfen.
Ich bin theologisch ungefähr im Kindergottesdienst stehen geblieben und stelle mir Gott als alten Mann mit rauschendem Bart und wallendem Gewand vor (also so, wie man ihn aus Cartoons (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) kennt). Natürlich glaube ich nicht, dass er die Erde in sechs Tagen erschaffen hat (ich bin ja nicht der Sänger von The Gaslight Anthem (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), aber ich fand es immer spannend, dass die Reihenfolge der Schöpfung im Buch Genesis erstaunlich korrekt wiedergegeben wird, Jahrhunderte vor Charles Darwin. Ich bin, wie schon mal erwähnt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Kind einer Mischehe, aber der katholische Einfluss war nicht so stark, dass ich ein leidvolles Leben in Hoffnung auf Erfüllung im Jenseits führen würde. Ich denke nicht groß über meinen Glauben nach und gehe (s.o.) wirklich selten in die Kirche, aber wenn ich ihn intellektualisieren müsste, würde ich sagen, er ist für mich eine Art kostenlose Krankenversicherung: Hat keine Nachteile und hilft im Zweifelsfall. Es gibt keine Atheisten in Schützengräben.
Als studierter Literaturwissenschaftler und langjähriger Journalismuskritiker habe ich durchaus Probleme mit dem Gedanken „Ja, also, wir haben hier eine Sammlung von ein paar Überlieferungen von vor ca. 2.000 Jahren, von denen einige Texte noch älter und obskurer sind. Manches widerspricht sich, andere Quellen sind damals schon bewusst weggelassen worden, aber so, wie es da jetzt in einer mehrfach abgeschriebenen und übersetzten Fassung steht, ist es definitiv richtig für alle Menschen auf der Welt, unabhängig davon, dass unsere Gegenwart, was Kultur, Zusammenleben, Klima, Lebenserwartung, wissenschaftliche Erkenntnisse und Tausende weitere Faktoren angeht, nichts mehr mit der beschriebenen Vergangenheit zu tun hat!“ Aber ich hab Harald Schmidt ausreichend lange über Karl Popper (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) reden gehört, um zu wissen, dass es auch einigermaßen unseriös ist, zu sagen, es gebe definitiv keinen Gott.
Wenn ich also über Glauben spreche, meine ich die harmloseste, naivste und privateste Art von Glauben, was zugegebenermaßen ca. 1.500 Jahre Schreckensherrschaft, Unterdrückung und Kolonialisierung im Namen des christlichen Glaubens außer Acht lässt, den Politischen Islam und seine Terrorhelfer, Übergriffe auf Anders- oder Nichtgläubige, den aktuellen Einfluss von Evangelikalen auf die US-Politik (und damit auf die körperliche Selbstbestimmung von Frauen und trans Personen), Kreuzzüge, Kriege, eingeredete schlechte Gewissen, die Ausgrenzung nicht-heterosexueller Familienmitglieder, Missbrauch und all den ganzen anderen Abfuck. Ich meine Glauben, nicht Religion.

In dem wunderschönen „Never Went To Church“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von The Streets aus dem Jahr 2005 rappt Mike Skinner, dass er nie über Gott nachgedacht habe, bis sein Vater starb. Als ich vor rund drei Jahren am Sterbebett meiner Omi (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) saß, hörte ich sie plötzlich in ihrem Dämmerschlaf sprechen. Nicht mit mir, aber sie sagte mit leiser, entschlossener Stimme: „Sie heißt Sigrid Heinser und sie hat fünf Kinder und zwölf Enkelkinder.“ Wahrscheinlich gibt es jede Menge rationale, irdische Erklärungen, aber für mich war klar: Sie steht da gerade in einer Schlange wie am Flughafen, ihre Füße schon auf Wolken, und vor Ihr Petrus mit einem riesigen Buch auf einem Pult, der fragt: „Und wen haben wir da?“ Der Gedanke, dass sie das Licht schon sehen konnte und bald ihren Mann, ihre Eltern und Geschwister, schon verstorbene Nichten und Neffen und Freund*innen wiedertreffen würde, gab mir die Hoffnung und den Frieden, die ich in dieser Situation brauchte.
Wenn Menschen anfangen, von der „christlich-abendländischen Kultur“ zu sprechen, machen sie das meist, um andere Menschen abzugrenzen, auszuschließen und zu entwerten (also etwas ziemlich Un-Christliches zu tun). Andererseits ist Kunst ja meist erst entstanden, um Religion zu feiern: Die meisten frühen Gebäude, Texte, Bilder und Lieder haben etwas mit irgendwelchen Verehrungen zu tun. Die großen Leistungen der Ingenieurskunst entstanden aus dem Bedürfnis, beeindruckende Gebäude zu erschaffen — erstmal für irgendwelche Gottheiten, später für eher irdische Herrscher.2
Natürlich ist es theoretisch möglich (und heute ja durchaus üblich), dass Kunst auch ohne religiöses Fundament entsteht, aber die zentraleuropäische Kulturgeschichte sieht nun mal so aus, wie sie aussieht: Die H-Moll-Messe, der „Messias“, die „Matthäus-Passion“, das Weihnachtsoratorium — alles religiöse Großwerke. Als wir in der Kirche saßen und standen (anderthalb Stunden — etwas lang, wenn Deine Zielgruppe Grundschulkinder und evtl. deren jüngere Geschwister sind) kam ich nicht umhin, in den traditionelleren Liedern Harmonien zu erkennen, die auch der kurz zuvor verstorbene Brian Wilson (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) verwendet hatte.
Man muss die alttestamentliche Geschichte von Samson und Delilah (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) nicht kennen, um „Hallelujah“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Leonard Cohen zu lieben (und/oder „Someday We’ll Know“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von den New Radicals); man muss nicht wissen, dass die erste Zeile aus „Gangsta’s Paradise“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Coolio ein Zitat aus Psalm 23 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) ist (und der Refrain ausgiebig Stevie Wonders „Pastime Paradise“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) samplet); man muss nicht verstehen, dass der Albumtitel „Whatever And Ever Amen“ von Ben Folds Five (eine Zeile aus „Battle Of Who Could Care Less“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) ein Wortspiel mit dem Ende der englischen Version (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) des Vaterunsers ist, aber wie mit jeder Intertextualität ist es schön, wenn man in einem Werk eine zusätzliche Bedeutungsebene entdecken kann. Und bedeutende Teile des Metal (oder von Marvel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) beziehen sich ja gerne auf „heidnische“, also ebenfalls spirituell begründete, Kultur.
Ich bin davon überzeugt, dass jede Person etwas braucht, an das sie glauben kann. kettcar liefern in „Hauptsache Glauben“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) eine schöne Liste von Vorschlägen, zum Beispiel: „An den Satz an der Wand, den Spatz in der Hand / An Einigkeit und Recht und Freiheit / An Petting statt Pershing, Brot statt Böller / An die himmlische Liebe und Rudi Völler / Und nichts“.
Der nächstgelegene Gedanke ist natürlich, dass der Fußball die neue zentrale Religion ist: Auch hier sind die Ursprünge erratisch, die Hoffnungen gerne irrational, es entstehen Konflikte durch eigentlich unnötige Abgrenzung und mit Gianni Infantino, Aki Watzke und Karl-Heinz Rummenigge gibt es allerlei unsympathische Eiferer, die es mit den scheußlichsten Vertretern der römisch-katholischen Kirche aufnehmen können.

Es ist also auch hier vieles schwierig, aber es ist wenigstens romantischer, als an den Kapitalismus zu glauben. Und wer einmal junge Kolleg*innen (oder ältere, die zu viel Zeit auf Fortbildungen verbracht haben) darüber hat sprechen hören, was man angeblich auf Social Media „machen“ muss, um den „Algorithmus“ zufrieden zu stellen, wird auch hier eine neue Religion erkennen.
Was macht der Garten?
Wenn ich nicht gerade die Sträucher gegen die Kahlschlag-Truppen im Auftrag des durchweg bösartigen Wohnungsvermietungskonzerns verteidigen muss, wachsen die Brombeeren mit erstaunlicher Intensität. Es kündigen sich Gurken an, vielleicht sogar eine einzelne Tomate. Vor allem aber steht jetzt das Planschbecken und verbessert so die Lebensqualität an heißen Tagen enorm.
Was hast Du veröffentlicht?
Bei Coffee And TV (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) habe ich über den Debütroman des emeritierten Fußballprofis Christoph Kramer geschrieben, eine sympathische coming of age novel und ein guter summer read. Irgendwann habe ich festgestellt, dass die Orte, die ich mir beim Lesen vorstelle, nicht mehr in Dinslaken liegen, wo ich meine eigene Kindheit und Jugend verbracht habe, sondern in Bochum, meinem Zuhause seit über 20 Jahren. Was ich bei einem Roman, der von Jugendlichen handelt, durchaus als persönliche Entwicklung werte.
Am 12. Juli findet im Schlosspark Strünkede in Herne das zweite Sounds Like Sugar (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) statt: Blog-Favoriten wie Amilli und Brockhoff treten bei diesem sympathischen kleinen Festival in besonderer Atmosphäre auf und bis Sonntag, 29. Juni, verlosen wir auf Instagram (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) drei Mal zwei Tickets.
Was hast Du gehört?
„I Quit“, das sehr schöne neue Album von HAIM (Polydor; Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Amazon Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Tidal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), YouTube Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Wie ich das genau finde, könnt Ihr morgen am Kiosk in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ lesen.
Auch Loyle Carner hat vergangene Woche ein neues Album veröffentlicht: Auf „Hopefully!“ (EMI; Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Amazon Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Tidal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), YouTube Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) mischt er wieder seinen zurückgelehnten, introspektiven Rap mit entspannten Jazz-Klängen, aber diesmal singt er auch noch. Aufrichtig, verletzlich, aber immer hoffnungsvoll schlurft er wieder durch die elf Songs, aber als Vater zweier kleiner Kinder haben sich seine Prioritäten in Zeiten wie diesen verschoben. Ein Album zum Dösen auf der Campingdecke, für Roadtrips und das Feierabend-Radler auf dem Balkon.
Als Kunde von Apple TV+ bekommt man auch Zugriff auf zusätzliche Podcasts. Einer davon ist „Wild Things“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), eine Reihe aus dem Jahr 2022 über Siegfried & Roy. Ausgehend von dem Angriff des Tigers Mantacore auf Roy Horn an dessen 59. Geburtstag im Jahr 2003 erzählt der Journalist Steven Leckart den Weg der beiden deutschen Magier nach Las Vegas und versucht, die Hintergründe jenes Zwischenfalls zu ergründen, der angeblich der erste in ihrer 44-jährigen Karriere war.
Von meinem Opa habe ich eine merkwürdige Begeisterung für Siegfried & Roy geerbt, die unterschiedlich begründet war (er hat immer alle Deutschen gefeiert, die es im Ausland „geschafft“ hatten; ich ging als Kind gerne in den Circus und ins Theater und fühlte mich womöglich schon früh vom etwas queeren camp appeal ihrer Shows abgeholt). Ihre Geschichte in über fünf Stunden, auf acht Folgen verteilt, erzählt zu bekommen, hatte einen ganz besonderen Reiz, ist es doch eine Geschichte aus einer in vieler Hinsicht anderer Zeit, was Homophobie, Tierschutz, aber auch Vorwürfe sexueller Belästigung angeht. Ich habe viel über Tiere und US-amerikanische Bürokratie (und Justiz, Politik und Lobbyarbeit) gelernt und musste meine Meinung zu verschiedensten Themen und Personen immer wieder nachjustieren.
Dramaturgisch folgt die Reihe schon fast klischeehaft den klassischen Podcast-Mechanismen: Anstatt alle Fakten von Anfang bis Ende zu erzählen, werden sie dann - Sorry! - aus dem Hut gezaubert, wenn sie als Überraschung taugen. Das ist nicht zwingend guter Journalismus, aber unterhaltsames Storytelling. Es wird immer komplizierter und immer düsterer und am Ende stellt man etwas überrascht fest: Zwei Männer, deren Job es war, zu täuschen, haben vielleicht nicht immer die Wahrheit gesagt.
Was hast Du gelesen?
In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (F+) war vor zwei Wochen ein Interview mit Robert Goebbels, vor 40 Jahren Staatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten Luxemburgs und damit Gastgeber der Unterzeichnung des sogenannten Schengen-Abkommens, das es uns heute ermöglicht, ohne besondere Grenzkontrollen quer durch Europa zu reisen. Er spricht über die Genese des Vertrags, das 500-Seelen-Dorf, das dem ganzen Bums seinen Namen gab, und die aktuellen Grenzkontrollen der neuen deutschen Bundesregierung und es ist ein sehr erhellendes, warmherziges Gespräch, das mal auf die Politik abseits des deprimierenden Tagesgeschehens blickt.
Joshua Rothman stellt im „New Yorker“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) die Frage: „What’s Happening to Reading?“ Vor dem Hintergrund von immer mehr Large Language Models (oder halt: „Künstliche Intelligenz“), die Texte zusammenfassen, versucht er die alte, literatur- und sprachwissenschaftliche Frage, was genau ein Text eigentlich sei, neu zu beantworten. Der Text ist dabei differenziert und bietet viele interessante Möglichkeiten an.
Ich persönlich glaube, dass Lesen und Schreiben eine Brückentechnologie sind, um die mündlichen Überlieferungen der ersten Menschen endlich mal festzuhalten, bis man mündliche Überlieferungen festhalten konnte — genau genommen sind wir also eigentlich seit Erfindung des Diktiergeräts in der Nachspielzeit. Anders als Gaskraftwerke ist Lesen nicht schädlich — im Gegenteil, es kann Freude bereiten, aber ob es das tut, hängt auch davon ab, welcher Lerntyp man ist. Ich hab schon in der Schule und der Uni kaum ein Buch gelesen, das ich hätte lesen sollen (dafür Dutzende andere Bücher), also verliere ich durch KI allenfalls mein Privileg, damit durchzukommen.
Was hast Du gelernt?
In den 1890er Jahren war Ethanol (aus Getreide) der erste in US-amerikanischen Automobilen benutzte Treibstoff. Die 1919 eingeführte Prohibition zerstörte die vielen Getreidebrennereien, die viele Landwirte zur Herstellung ihrer preiswerten Ethanolbrennstoffe benutzten. Dies führte zu erhöhten Ausgaben auf Seiten der Landwirte und dem Umstieg auf ölbasierte Brennstoffe wie Benzin oder Diesel. (Quelle: Wikipedia (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))
Was hat Dir Freude bereitet?
Der linke (für amerikanische Verhältnisse, natürlich: „sozialistische“) Politiker Zohran Mamdani hat die Vorwahlen der Demokraten um den Bürgermeisterposten von New York City gewonnen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und hat jetzt gute Chancen, tatsächlich der erste muslimische Bürgermeister der „greatest city in the world“ („Hamilton“) zu werden.
Das ist nicht nur eine große Überraschung, die das zentristische Lager der Demokraten, ihre Großspender und alle konservativen und reaktionären Kräfte in den Wahnsinn treiben könnte (also, in den allermeisten Fällen: noch weiter), es bot dem „New York Magazine“ auch Gelegenheit für eine ganz und gar zauberhafte Randnotiz (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): Im November 2002 hatte das Magazin nämlich jede Menge Kinder der Stadt befragt, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Darunter der damals 11-jährige Zohran Mamdani, der sich neben Büchern und „FIFA 2003“ auch das Computerspiel „Sim City 3000“ wünschte, in dem man Bürgermeister einer Stadt ist und diese zur Zufriedenheit der Einwohner*innen gestalten und regieren muss.
In den Kommentaren auf Instagram meldete sich dann auch noch die damalige Casting-Agentin zu Wort, die von der Ausstrahlung und der sozialen Ader des kleinen Zohran schwärmte. Hach!
Und jetzt: Musik!
https://www.youtube.com/watch?v=xwtdhWltSIg (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Wenn Dich dieser Newsletter zum Lachen und/oder Nachdenken gebracht hat, wenn er Dir gefallen und/oder geholfen hat, leite ihn doch bitte an eine Person weiter, zu der er passen könnte.
Und wenn Du meine Arbeit hier und im Blog auch finanziell unterstützen magst und kannst: Das geht per PayPal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder als Bezahl-Abo.
Habt ein schönes Wochenende!
Always love, Luki
Ich kannte das Konzept vorher auch nicht, aber es ist im Grunde genommen eine protestantische Parallelaktion zur römisch-katholischen Erstkommunion: In der Hoffnung, Kinder in der dritten Klasse noch stärker begeistern zu können, wird das erste Jahr des Konfirmationsunterrichts dorthin vorgezogen und in der achten Klasse findet dann nur noch das ausstehende zweite Unterrichtsjahr statt. ↩
Auch hier wieder: diachrone Verdrängung. Wenn wir an alle historischen Gebäude die gleichen moralischen Ansprüche anlegen würden wie an die WM-Stadien in Katar, wäre eigentlich alles indiskutabel. Aber jetzt das Pantheon, den Kölner Dom und die Pyramiden von Gizeh abzureißen und durch generische Gewerbe-/Büroimmobilien und Reihenhäuser im Stil der Neuen Deutschen Trostlosigkeit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zu ersetzen, erscheint mir auch keine gute Lösung. ↩