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Ups, verbaselt!

What the hell just happened?
(Remember Monday)

162/∞

Good evening, Europe!

Der Eurovision Song Contest 2025 ist inzwischen so lange her, dass er in meiner Erinnerung schon beinahe mit den Ausgaben in den Jahren davor verschmolzen ist. Beinahe.

Als ich die Songs während meiner Vorbereitung zuhause zum ersten (und oft: erstmal einzigen) Mal gehört habe, war ich überzeugt, dass es ein richtig schwacher Jahrgang werden würde. Aber einmal mehr zeigte sich: Die meisten Songs - auch im Radio oder auf Alben und Playlisten - brauchen mehr als einen Hördurchgang, um mir zu gefallen (was, wenn es Anderen auch so geht, natürlich einen gewissen Nachteil darstellt bei einem Wettbewerb, bei dem die meisten Zuschauer*innen den Song am Samstagabend zum ersten und einzigen Mal hören); und der Song Contest ist - auch wenn er so heißt - eine Veranstaltung, bei der das reine Lied nur einen Teil ausmacht: Mindestens ebenso wichtig ist die Inszenierung.

Ich hätte vorher jedenfalls nicht gedacht, dass das betont alberne, durchaus heftig mit Klischees spielende „Espresso Macchiato“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Tommy Cash aus Estland mir in seiner Inszenierung (Die Beinarbeit!) so gut gefällt (und von der italienischen Jury 10 und vom italienischen Publikum 7 Punkte bekommen würde). Ich hatte nicht erwartet, dass der slowenische Beitrag, „How Much Time Do We Have Left“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Klemen, in dem der Sänger, in seiner Heimat sonst vor allem als Komiker bekannt, die schwere, überraschend aber überstandene Krebserkrankung seiner Frau verarbeitet, mir noch lange nach dem Halbfinale nachhängen würde. (Ich habe Klemen nach dem Finale, für das er sich nicht qualifiziert hatte, zufällig in der Delegation Bubble getroffen und ihm und seiner Frau alles Gute gewünscht, und es war einer der aufrichtigsten und emotionalsten Momente bei meinen inzwischen 15 ESCs.) Vor allem aber hätte ich nicht gedacht, jemals einen Song Contest zu erleben, bei dem die Idee, die Siegerformel des Vorjahres zu verwenden, aufgehen würde. (Womit ich „Wasted Love“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von JJ, der Österreich den 3. Sieg sicherte, gar nicht schmälern möchte — mir erschien die Kombination von sehr hohem Operngesang und Elektronischer Clubmusik nur zu nah dran an „The Code“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), mit dem Nemo im vergangenen Jahr den ESC in die Schweiz geholt hatte, um Jurys und Publikum sofort wieder zu überzeugen.) Aber vielleicht bin ich da auch immer noch Cascada-geschädigt.

Reddit-User suesskind hat das gemacht, was ich zwischen 2019 und 2023 auch jedes Jahr gemacht habe, und ausgerechnet (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), welche Auswirkungen es auf die Tabelle hätte, wenn die einzelnen Länder (egal ob Jury- oder Publikumsabstimmung) nicht nur ihren Top 10 Punkte geben würden, sondern jedem Song. (Wir erinnern uns: Alle Stimmen außerhalb der Top 10 eines Landes verfallen faktisch, so wie die unter der Fünf-Prozent-Hürde bei einer Bundestagswahl. Theoretisch könnte man in allen Wertungen auf Platz 11 landen - was ja fast Top 10 ist - und mit null Punkten als Gesamtletzte*r nach Hause gehen.) In diesem Jahr hätte Deutschland tatsächlich am Meisten profitiert, denn Abor & Tynna hätten nicht den 15. Platz belegt, sondern den achten. Österreich hätte trotzdem gewonnen, aber statt Israel wäre Estland auf Platz 2 gelandet.

Am Ende war es jedenfalls wieder ein großes, weitestgehend völkerverbindendes Fest der musikbasierten Unterhaltung mit durchaus respektablen Publikumswerten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Thorsten Schorn hat kommentiert, als würde er seit 20 Jahren nichts anderes machen, und die Zusammenarbeit mit ihm war wieder ein Quell großer Freude und Inspiration.

Auch zeigte sich mal wieder, dass manche Klischees und Vorurteile eben doch irgendwo auf einem Fundament von Fakten stehen, denn die Organisation in der Schweiz war exakt so, wie man es erwartet hätte. (Aber so war es 2022 in Italien auch.)

Am Abreisetag hatte ich Gelegenheit, mir die Innenstadt von Basel noch einmal ein bisschen genauer anzuschauen, und ich war wirklich beeindruckt, wie schön diese Stadt ist. Den Rhein kennt man ja in unseren Breitengraden eher als eine Art Abwasserkanal, der - außer auf ein paar Kilometern in Düsseldorf, wo dann auch alles egal ist - an den Städten, die er streift, eher so vorbeifließt. In Basel ist der Rhein ein Fluss in der Stadt, wie man es sonst nur aus Rom, Paris, London, Berlin oder Mülheim an der Ruhr kennt.

Was einem erst auffällt, wenn man drauf hingewiesen wird (und dann ganz besonders doll, wenn man wieder zuhause ist): Es gibt in der Stadt quasi keine Graffiti. Es gibt ein paar Wände mit großflächiger Kunst, aber diese künstlerisch eher unbedeutenden Tags, die man in Bochum an nahezu jedem Haus findet, werden - so erzählten es uns zumindest die Einheimischen eher mit Kopfschütteln als mit Stolz - sofort übermalt.

Auch die Polizeibilanz (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) der Polizeikorps Basel-Stadt und Basel-Landschaft fiel sehr positiv aus: Sie zählt zum Beispiel null Anzeigen wegen sexualisierter Übergriffe — erstaunlich, wie friedlich die Welt ist, wenn heterosexuelle Männer mal eine zu vernachlässigende Minderheit darstellen!

Besonders schön war es in diesem Jahr zu sehen, wie sich Hazel Brugger, die bei den ersten Durchlaufproben am Montag noch wirkte, als sei sie eher versehentlich auf die ESC-Bühne geschlurft, sich spätestens am Donnerstagabend komplett freigespielt hatte und beim gemeinsamen Käsefondue (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) mit der finnischen Kandidatin Erika Vikman TV-Geschichte schrieb.

Seit dem Song Contest hat die Komikerin über eine Million Follower bei Instagram und sie hat angekündigt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), mit ihren Programmen auch international und auf Englisch auftreten zu wollen. (Der Instagram-Post, in dem sie das schreibt, ist übrigens einer, mit dem ich mich total identifizieren kann: Sie schreibt, dass sie und Ihr Ehemann und Kollege Thomas Spitzer jedwede Popkultur auf Englisch konsumierten und sie ihre eigenen Gedanken und Witze dann quasi für ein deutsches Publikum übersetzen müsse. Ich habe vor anderthalb Sätzen zwei Minuten darüber nachgedacht, wie ich „I can totally relate to“ wohl am Besten ins Deutsche übertrage.)

Falls Ihr noch nicht genug von Hazel Brugger und dem ESC habt (und es nicht eh schon gehört habt), empfehle ich die Folge des offiziellen ESC-Podcasts, in der sie (auf Englisch) mit Co-Moderatorin Sandra Studer zu Gast ist (Apple Podcasts (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), und die Folge von „Hazel Thomas Hörerlebnis“ (Apple Podcasts (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), in der Hazel und Thomas über ihre Arbeit beim Song Contest sprechen und auch die vielen Gewerke erwähnen, die für das Gelingen einer Show solchen Ausmaßes ja alle wahnsinnig wichtig sind.

Über den Song Contest bin ich auch auf eine weitere Podcast-Reihe aufmerksam geworden: In „The Rest Is Entertainment“ sprechen Richard Osman, der Moderator meiner neuen Lieblings-Quizshow „House Of Games“ (s.a. Newsletter #159 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), und Marina Hyde jede Woche über Popkultur — und in zeitlicher Nähe zum Song Contest geht es in einer Folge (Apple Podcasts (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) natürlich auch genau darum — und um ausgedachte Sprachen und Darts. Womöglich hat es in der Geschichte der Menschheit keine Podcast-Folge gegeben, die meinen Namen lauter schreit. Martin Österdahl und Martin Green von der EBU erzählen, wie so ein Song Contest organisiert wird, und beantworten die Frage, ob eigentlich auch der Vatikanstaat am ESC teilnehmen dürfte.

Gleichzeitig war dieser ESC der letzte für das Team des NDR, der diese Veranstaltung 30 Jahre lang innerhalb der ARD betreut hat. Ich bin seit 2013 Teil der deutschen Delegation und es war die Freude und Ehre meines Lebens, so lange dabei gewesen zu sein.

Dies sind alles Menschen, die Ihr nicht hört oder seht, deren Namen nicht mal im Abspann stehen, und die immer alles gegeben haben, um den deutschen Beitrag zur größten Musiksendung der Welt möglichst perfekt auf die Bühne zu bekommen, die Show zu kommentieren und das Rahmenprogramm zu gestalten.

Nicht immer waren die Ergebnisse so wie bei Michael Schulte, Isaak oder Abor & Tynna und das war in vielfacher Hinsicht frustrierend, denn an diesen Menschen hat es sicher nicht gelegen.

Jede einzelne Person hat ihre klare Aufgabe, aber wenn es hart auf hart kommt (und das kommt es bei einem Projekt dieser Größenordnung immer irgendwann), war sich auch nie jemand zu schade, ganz andere Aufgaben zu übernehmen und Regenschirme, Kleidersäcke oder Wasserflaschen zu tragen. Im Laufe der Jahre werdet Ihr von Peter und Thorsten einige Kommentare gehört haben, die ursprünglich von Delegationsmitgliedern stammten, die als Aufnahmeleiter oder Maskenbildnerin dabei waren und „lustige Sachen sagen“ nur als Hobby betreiben. Die Maschine ist seit Jahren so eingespielt, dass auch Personalwechsel (selbst wahnsinnig kurzfristige) ohne Knirschen erfolgen.

Fernsehen zu machen ist fast immer ein Wechsel zwischen Phasen großer Anspannung, die nicht danach aussehen darf, und langem Warten — und der ESC sind zehn bis zwölf lange Tage davon. Die Menschen in der Delegation haben immer Unglaubliches geleistet. Viele von ihnen sind enge Freund*innen geworden. Jetzt werden wir einen neuen Grund finden müssen, uns einmal im Jahr zu sehen und zu wenig Schlaf zu bekommen.

Christine Siefer hat in ihrem Blog ESC Ahoy mehrere Kolleg*innen aus der deutschen Delegation vorgestellt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), für die Basel teilweise der letzte Song Contest nach mehreren Jahrzehnten war. Und der „Spiegel“ hat unseren Kollegen Ivor Lyttle getroffen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Spiegel+), der seit vielen Jahren sowas wie der Herbergsvater für die Kommentator*innen aus ganz Europa (und darüber hinaus) ist und sich jedes Jahr mit einem lokalen Team ganz großartig um uns und unsere Belange kümmert.

Was macht der Garten?

Meine Nachbarinnen haben sich während meiner Abwesenheit sehr gut um unsere Pflanzen gekümmert: Wir konnten die ersten Erdbeeren ernten (die immer so viel besser schmecken als welche aus dem Supermarkt) und es wird voraussichtlich auch sehr viele Him- und Brombeeren geben. (Ist das normal, dass unsere Tomatenpflanzen noch so klein sind?)

Was hast Du veröffentlicht?

Eine neue Folge „5 Songs“:

https://www.youtube.com/watch?v=quIRgYTLm88 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Was hast Du gesehen?

Ich war zum ersten Mal in einem IMAX-Kino, um „Mission: Impossible — The Final Reckoning“ zu sehen, den achten (und mutmaßlich letzten) Teil meiner Lieblings-Kinofilm-Reihe. Er ist nicht so gut und unterhaltsam wie sein direkter Vorgänger „Dead Reckoning“ (damals noch „Dead Reckoning Teil 1“, s.a. Newsletter #122 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), aber er bringt viele lose (oder auch gar nicht so lose, weil komplett in Vergessenheit geratene) Enden der Serie zusammen und wäre insofern ein gelungener Abschluss. 

Diesmal gibt es gleich zwei komplett übertriebene, von Tom Cruise natürlich selbst durchgeführte Langzeit-Stunts, noch mehr unrealistischen Quatsch als eh schon immer und eine verworrene Handlung rund um eine böse Super-KI und internationales Säbelrasseln, die beim Kinostart des ersten Teils im Sommer 1996 noch völlig unrealistische Science-Fiction gewesen wäre, 29 Jahre später aber gruselig nah dran an den abendlichen Nachrichtensendungen ist. (Außerdem bin ich beim YouTube-Kanal „Frame Voyager“ tief in die Entstehungsgeschichten der einzelnen „Mission: Impossible“-Teile eingetaucht (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und habe im „New Yorker“ den Essay „Why Tom Cruise Will Never Die“ von Tyler Foggatt gelesen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).)

In der WDR-Sendereihe „Heimatflimmern“ist der Film „Meine Heimat. Mein Verein: Bochum und der VfL“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erschienen, der (trotz der etwas bedenklichen Zeichensetzung) im Titel sehr gut zusammenfasst, worum es geht. In jeder Stadt und bei jedem Verein werden sie - oft nicht zu unrecht - behaupten, dass es bei ihnen etwas ganz besonderes sei, was es nirgendwo sonst gebe, und dieser Film erzählt das eben - handwerklich und dramaturgisch sehr schön - für meine Heimatstadt und den VfL. Danach wisst Ihr, warum ich Bochum allenfalls für Hamburg, Wien oder San Francisco verlassen würde.

Was hast Du gelesen?

Die sehr kluge Ann Powers hat im Newsletter von NPR Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) eine Art Meditation über das Verhältnis zwischen Fans und Acts verfasst: Ist der Hörer Kunde oder Mäzen? Ist es Selbstermächtigung, wenn Musikerinnen aus dem mitunter etwas gruseligen Gebaren männlicher Fans wenigstens noch Kapital schlagen können, indem sie sich bei Only Fans anmelden? Es ist ein faszinierender, tastender Text, der die Kulturlandschaft im Jahr 2025 vorsichtig zu vermessen versucht.

Nach einem Comeback-Konzert von Gil Ofarim in der Matrix hat Bochum erneut den Boden eines Resozialisierungsversuchs bereitet: Michael „Der“ Wendler, der gefallene König des Popschlagers, die Mensch gewordene Social-Media-Radikalisierung während der COVID-19-Pandemie, der berühmteste Ex-Dinslakener, den Dinslaken je zu bieten hatte, hat im Prater sein erstes Deutschland-Konzert seit über fünf Jahren gegeben. (Ich finde die Vorstellung übertrieben lustig, dass diese Formulierung offen lässt, ob er währenddessen ausverkaufte Tourneen durch Kulturnationen wie Frankreich oder Italien gespielt haben könnte. Egal.) Womöglich waren auch diesmal wieder mehr Pressevertreter*innen als Fans anwesend, in jedem Fall auch „Spiegel“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)-Trash-Korrespondentin Anja Rützel, die die Abgründe bundesdeutscher Knapp-unterhalb-des-Mainstreams-Kultur gewohnt wortgewaltig ausgependelt hat, und „WAZ“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)-Lokalreporter-Legende Jürgen Stahl, der fleißig O-Töne von Konzertbesucher*innen eingesammelt hat, die uns daran erinnern sollen: So ist Deutschland eben auch — wahrscheinlich sogar sehr viel mehr als bei jenen, die ins Schauspielhaus oder ins Arthouse-Kino gehen.

An die Band Arcade Fire denke ich nur, wenn ihr Indie-Hit „Rebellion (Lies)“ mal wieder als Soundtrack für einen Fernsehbeitrag verwendet wird — oder wenn ich Spotify jede Woche aufs Neue dazu zwingen muss, ihre neuen Songs aus meiner „Release Radar“-Playlist auszublenden, weil ich nach den Missbrauchs-Vorwürfen gegen Bandleader Win Butler nichts mehr von ihnen hören will. Jetzt hat die Band, die offenbar nur noch aus Butler, seiner Ehefrau Regine Chassagne und ein paar Mietmusikern besteht, ein neues Album veröffentlicht, das ernsthaft „Pink Elephant“ heißt und das Thema offenbar kunstvoll raunend zu umschiffen versucht. Alba Wilczek hat es für Bayern 2 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) angenehm kritisch eingeordnet.

Katharine Viner hat für den „Guardian“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) die frühere neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern getroffen, die - jung, weiblich, empathisch - einige Jahre wie der perfekte Gegenentwurf zum aktuell in Mode befindlichen Politikermodell wirkte — bis sie entschied, dass sie nicht mehr die Energie hatte, um in dem Job ihren eigenen Ansprüchen zu genügen. Es ist ein spannendes Porträt einer Frau, das man als Protokoll des Scheiterns lesen könnte, in einer Welt voller Online-Hass, Polarisation und Schulhof-Rüpeligkeit, aber ich habe darin vor allem viel Grund zur Hoffnung gefunden.

Im englischen Fußball-Magazin „Four Four Two“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) schreibt Richard Edwards über die „schlimmsten fünf Monate im englischen Fußball“ Anfang 1985, die in der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion mündeten. Es ist in Zeiten der Durchkommerzialisierung von Fußball eine spannende Erinnerung daran, wo der Sport vor 40 Jahren stand, aber auch an die schreckliche Margaret Thatcher und die politisch grauenhaften 1980er Jahre, deren Wiederholung als Farce wir gerade die zweifelhafte Ehre haben, beizuwohnen. (Der Text ist offenbar schon mal vor zehn Jahren veröffentlicht worden, ich hab ihn erst jetzt im Magazin gelesen.) Einen weiteren lesenswerten Text über Heysel - u.a. mit The-Farm-Sänger Peter Hooton als Protagonist - gibt es bei „11 Freunde“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Seit vergangener Woche gehören alle Rechte an Songs, Aufnahmen, Musikvideos und Ähnlichem von Taylor Swift auch wirklich Taylor Swift. Es war ein harter Kampf, der lange aussichtslos erschien, und Rob Sheffield hat für den amerikanischen „Rolling Stone“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aufgeschrieben, warum Taylor Swifts überraschender Triumph so wichtig ist für die Musik- ja, eben genau: Industrie.

MacKenzie Chung Fegan, Gastro-Kritikerin des „San Francisco Chronicle“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), wollte eigentlich nur mit ein paar Begleiter*innen in der French Laundry, einem einst hoch gefeierten, inzwischen womöglich nur noch legendären, aber nicht mehr sensationell guten Restaurant im Napa Valley, essen gehen. Dann erkannte sie der Betreiber Thomas Keller und bat sie, zu gehen. Und überlegte es sich plötzlich wieder anders. Ihr Text über diesen offenbar hoch verstörenden Abend liest sich wie eine spektakuläre Kurzgeschichte von Truman Capote und wird sicherlich demnächst verfilmt.

Was hast Du zum ersten Mal gemacht?

Am Wochenende waren wir zum ersten Mal in einer Kletterhalle mit einem automatischen Sicherungssystem (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (kein Werbelink). Das heißt, man kann angeseilt so hoch klettern, wie man will (bzw. wie die Halle hoch ist), und muss sich nicht gegenseitig sichern (wofür man einen Kletterschein bräuchte). Man braucht natürlich Vertrauen in die Technik (so wie bei Autos, Aufzügen oder Feuchtraumsteckdosen), aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Was hast Du gelernt?

Wenn man beim Auto Räder (also: Felgen) mit anderem Durchmesser montiert, stimmt die auf dem Tacho angezeigte Geschwindigkeit nicht mehr ganz.

Was hat Dir Freude bereitet?

Wieder einmal zu merken, dass ich einen Job habe, wo ich genau das machen kann, was mir große Freude bereitet und worauf mein Leben im Prinzip seit frühester Kindheit zugelaufen ist.

Und jetzt: Musik!

https://www.youtube.com/watch?v=pxwZl7_xIm4 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Habt eine schöne Restwoche!

Always love, Luki

PS: Celiné Dion, auf die beim Grand Final alle vergeblich gewartet hatten, ist dann übrigens nach der Show bei uns an der Hotelbar aufgetreten.

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