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Ator - Herr des Feuers (1982)

Als der Barbarenkrieger Ator erfährt, dass er laut einer Prophezeiung eines Tages den grausamen Spinnenkult des “Großen Geistes” vernichten wird, macht er sich auf den Weg, seine Schwester und Ehefrau Sunya aus den Klauen des sinistren Kults zu befreien und sich für die Ermordung seiner Eltern zu rächen. Auf seinem Weg zur Spinnenhochburg schließt sich ihm die Amazone Roon an, und gemeinsam stellen sie sich dem Kult, seinem Hohepriester Dakkar und einer Riesenspinne, um die Prophezeiung zu erfüllen.

Ator - Herr des Feuers aus dem Jahr 1982 wurde von Joe D’Amato inszeniert und ist der erste von drei Fantasyfilmen mit dem Titelhelden Ator. In der Titelrolle sehen wir Miles O’Keeffe. An seiner Seite spielen Sabrina Siani - bekannt aus Mondo Cannibale 3 - Die blonde Göttin der Kannibalen (1980), Conquest (1983) und Das Schwert des Barbaren (1983) - sowie Laura “Black Emanuelle” Gemser. Ergänzt wird der Cast durch den peruanischen Ringer und Schauspieler Alejandro “Dakar" Barrera, der unter anderem in Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall (1967), Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies (1979) und Zombies unter Kannibalen (1980) zu sehen war.

Der italienische Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann Joe D’Amato, den ich von zahlreichen Filmen wie Nackt unter Kannibalen (1977), Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf (1979), Man-Eater - Der Menschenfresser (1980), Insel der Zombies (1981) und Absurd (1981) kenne, versuchte mit der Ator-Filmreihe von der Popularität des neuen Barbarensubgenres, das durch Conan der Barbar (1982) entstand, zu profitieren und mit möglichst wenig Aufwand einen ähnlichen Erfolg zu generieren. Das misslang zwar gehörig, stellte aber dafür den Beginn des italienischen Barbaren-Trashfilms dar.

Ator - Herr des Feuers war einer der ersten Versuche, mit geringer finanzieller und filmtechnischer Ausstattung das Konzept von Conan der Barbar zu kopieren. Die Billigkeit des Films sieht man zu jeder Sekunde. Bevorzugte Außendrehorte sind eine altrömische Ruine, ein Wald und der immer gleiche landwirtschaftliche Nutzweg. Die Filmmusik erinnert teils an das Gedudel von Softpornos. Die Riesenspinne besteht eigentlich nur aus einigen planlos nach allen Seiten wedelnden Spinnenbeinen. Die Kostüme sehen aus wie vom Karnevalskostümverleih - abgesehen von dem schwarzen Slip, den Ritza Brown als Sunya unter dem Lendenschurz trägt - und alle scheinen ebenso billige Perücken zu tragen. Die Story ist wirklich fast identisch mit der von Conan der Barbar. Dennoch hat dieser Film etwas und gilt unter Filmliebhabern als Trashperle, ähnlich wie Ed Woods Plan 9 aus dem Weltall (1957).

Ator - Herr des Feuers ist ein ungewollt komisches B-Movie, das mich durchaus unterhalten konnte. Er hat das, was einen guten Trashfilm sympathisch macht: Herzblut. Er scheitert auf ganzer Linie, nimmt sich dabei aber immer noch ernst. In Sachen Stimmung, Dramaturgie und Atmosphäre könnten sich heutige Filme und Serien von D’Amatos Conan-Plagiat durchaus ein Scheibchen abschneiden.

https://www.imdb.com/de/title/tt0085183/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sujet Film