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Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez / Staffel 2 (2024)

Die Serie erzählt den Fall der Brüder Lyle und Erik Menendez, die 1996 wegen der Morde an ihren Eltern José und Kitty Menendez verurteilt wurden. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Brüder ihre Eltern töteten, um an das immense Familienvermögen zu kommen. Lyle und Erik behaupten bis heute unnachgiebig, den Mord begangen zu haben, um sich von ihren Eltern zu befreien, die sie ein Leben lang körperlich, emotional und sexuell misshandelten.

Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez ist die zweite Staffel der Monster-Anthologie-Reihe von Ryan Murphy und Ian Brennan. Mit den Hauptrollen wurde Nicholas Alexander Chavez als Lyle Menendez und Cooper Koch als Erik Menendez betraut. Die Eltern der Brüder werden von Javier Bardem und Chloë Sevigny verkörpert.

Nach der grandiosen Vorgängerstaffel aus dem Jahr 2022, die sich mit der Geschichte des Serienmörders Jeffrey Dahmer beschäftigte, bin ich ein bisschen enttäuscht. Ich hatte auf einen weiteren "Künstler" im Sinne Thomas de Quinceys Buch "Der Mord als schöne Kunst betrachtet" gehofft. Die zweite Staffel handelt dagegen von zwei unsympathischen und privilegierten Millionärssöhnen, die dem Gewaltraum Familie entkommen, indem sie die Täter töten.

Hier wird es dem Zuschauer zu leicht gemacht. Das Motiv der Morde kann jeder ohne Probleme nachvollziehen, weil (fast) jeder eine Familie hat. Das, was die erste Staffel so interessant machte, war ihr eindringliches Augenmerk auf Jeffrey Dahmer. Sie versuchte, das Unfassbare an seinen Taten sowie seine sexuellen Gelüste fassbar zu machen und zeigte eindrucksvoll, dass Dahmer nicht nur ein Monster, sondern auch ein Opfer der Gesellschaft war. Motivlose und kaum fassbare Morde - Morde aus transzendenten Gründen, wie Christian Fuchs sie in seinem Buch “Kino Killer: Mörder im Film” beschreibt - üben gerade deshalb eine so große Faszination aus, weil sie sich unserer logischen Einordnung entziehen. Das allein macht die Mörder zu Monstern - zu Wesen außerhalb der menschlichen Norm. Der nachvollziehbare Mord aufgrund von Geldgier oder Rache wie in Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez verblasst dagegen und lässt mich kalt. Hier gibt es kein Monster.

Dennoch zeigt diese Staffel gut, wie die US-amerikanische Gesellschaft in den 90er-Jahren funktionierte und bis heute funktioniert, wie Betrug, Diebstahl und Klassismus zu Tugenden des neoliberalen Kultes erhoben wurden. Und genau in diesem Geiste sind die Menendez-Brüder erzogen worden. Ihr Vater war ein Kotzbrocken, die Mutter eine Egoistin. Da wundert es nicht, dass die Söhne ebenso geldgierig und eiskalt wurden. Zwar wird hier auch wieder eine abgründige Geschichte erzählt, doch der Fokus liegt weniger auf den Morden selbst als vielmehr auf den massiven Misshandlungen durch das Elternhaus.

Das Ganze ist sehr gut gespielt und erneut mit attraktiven, jungen Darstellern besetzt, gerät aber streckenweise - vor allem während der Gerichtsverhandlungen - etwas langatmig. Wo in der ersten Staffel ein bedrohlicher Soundtrack zur Atmosphäre beitrug, da fällt hier nur die schreckliche 90er-Jahre-Chartmusik auf und quält die Ohren. Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez ist nicht komplett misslungen, aber im Vergleich zur ersten Staffel mehr als enttäuschend.

https://www.imdb.com/title/tt13207736/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
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