Gloria wurde vor fünf Jahren von einem satanischen Kult entführt und für ein Ritual missbraucht. Um das Trauma wieder loszuwerden, begibt sie sich in eine Gruppentherapie, in der sie Joan kennen und lieben lernt. Die beiden werden ein Paar. Als Gloria scheinbar erneut entführt wird, stellt sich heraus, dass in sie damals eine Larve von Abbadon, dem Anführer der siebenten Hierarchie, dem Engel des Abgrunds gepflanzt wurde. In ihr reift der dunkle Engel nun und droht auf diese Weise, auf die Erde niederzukommen. Während Gloria eine grausame körperliche Transformation durchleidet, begibt sich Joan auf eine verzweifelte, zunehmend obsessive Suche nach ihr, doch hinter Joans Fassade der besorgten Partnerin verbirgt sich ein düsteres Geheimnis.
The Heretics ist ein Okkult-Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Regie führte Chad Archibald. Wir sehen Nina Kiri als Gloria, Jorja Cadence als Joan und Ry Barrett als Thomas in den Hauptrollen.
Der Independent-Film ist eine recht durchschnittliche Produktion. Er wartet mit einigen Folk-Horrormotiven sowie Body-Horror-Elementen auf, wie Archibald sie bereits in Bite (2015) zeigte, und enthält alles, was ein konventioneller Horrorfilm heute enthalten muss. Allein die queere Liebesgeschichte fällt positiv auf, weil sie herkömmlichen Erzählungen im Horror-Genre zuwiderläuft. Die Darstellung Abaddons ist recht gut gemacht und folgt traditionellen Vorstellungen, was ich immer sehr zu schätzen weiß. Ich mag es, wenn Okkult-Horrorfilme gut recherchiert sind.
Wieder einmal beweist Chad Archibald, dass er handwerklich einiges zu bieten hat, ein ausgeprägtes Gespür für unheilvolle Bilder besitzt und sich gerade effekttechnisch vor Mainstream-Filmen nicht verstecken muss. Für Horrorfilm- und Dämonenfans ist The Heretics mehr als einen Blick wert, für einen überragenden Film reicht es für meine Begriffe allerdings nicht.
https://www.imdb.com/de/title/tt6318848/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)