Maria und Ingvar sind kinderlos, ihr Leben ist geprägt von harter Arbeit beim Ackerbau und der Schafzucht. Sie unterhalten in Island einen Bauernhof. Eines Tages bekommt ein Mutterschaf ein seltsames Kind. Es hat den Körper eines menschlichen Babys und den Kopf eins Lamms. Maria und Ingvar nennen das Lammbaby Ada und nehmen es mit zu sich ins Bauernhaus. Doch die leibliche Mutter von Ada kommt immer wieder zum Fenster des Hauses und blökt traurig um ihr Kind. Genervt davon, tötet Maria die Mutter. Die Jahre vergehen und aus Ada wird ein süßes Lammkind. Doch den Mord an Adas Mutter kann ein gewisser Gott nicht verzeihen. Und dieser Gott hat zahlreiche Namen, einige davon lauten Pan, Chnum, Bock von Mendes, der gehörnte Gott, Cernunnos, Baphomet.
Lamb aus dem Jahre 2021 ist ein isländisch-polnisch-schwedisches Horror-Mystery-Drama von Valdimar Jóhannsson und wurde von Island als Beitrag für die Oscarverleihung 2022 in der Kategorie Bester Internationaler Film eingereicht. Jóhannsson schrieb das Drehbuch gemeinsam mit dem isländischen Autor und Künstler Sjón, der durch seine Liedtexte für Björk, insbesondere für Lars von Triers Dancer in the Dark (2000), bekannt ist. Die Hauptrollen spielen Noomi Rapace und Hilmir Snær Guðnason. Die Filmmusik komponierte Þórarinn Guðnason der Bruder von Hildur Guðnadóttir, die die geniale Musik für den Film Joker (2019) beisteuerte.
Lamb ist ein bedächtiger und stiller Film, nihilistisch und obskur. Noomi Rapace als Maria trägt mit ihrem Spiel die bedrückende Stimmung des Films hervorragend. Das Lammkind ist hinreißend gemacht und das Ende kommt wie ein Hammerschlag, mit dem niemand gerechnet hat. Das ist eine meisterhaft inszenierte, surreale Fabel mit einem subtilen Grauen und kann durch die Einbeziehung der Landschaft als eine Art von Protagonist als Folk-Horrorfilm bezeichnet werden.
https://www.imdb.com/de/title/tt9812474/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)