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365 Ruhepausen am Frühstückstisch - für Familien

Wird dir der Lärm des Alltags manchmal zu viel? Was wäre, wenn ausgerechnet das Familienleben der Ort sein könnte, an dem Ruhe entsteht? Wir gehen einer 500 Jahre alten Idee nach – und überlegen, was sie für unseren Morgen bedeutet.

Sonnenaufgang, ins Bild gemalt eine Kaffeetasse

Es gibt immer wieder Momente in meinem Leben, da wünsche ich mich ins Kloster. Wenn das Leben um mich herum laut wird, stelle ich mir eine stille Zelle oder einen Klostergarten wie das Paradies vor.

Doch je länger ich darüber nachdenke, umso mehr frage ich mich, warum es ausgerechnet ein Kloster sein muss. Würde eine einsame Hütte am See oder in den Bergen mir nicht auch die ersehnte Ruhe schenken?

Ja, würde sie bestimmt. Vor allem für eine kleine Auszeit hört sich so ein Refugium in der Natur ohne Menschen und Medien verführerisch an. Auf Dauer würde es sich aber vermutlich doch recht einsam anfühlen.

Was die einsame Hütte vom Kloster unterscheidet: Im Kloster leben viele Menschen, doch ist der Alltag klar getaktet mit festen Abläufen – in denen Momente der Stille viel Raum einnehmen. Die festen Routinen eröffnen Freiräume und sorgen dafür, dass man sich auf diese Zwischenzeiten konzentrieren kann, anstatt jeden Tag neu zu überlegen, wann was gemacht werden muss. Im Grunde minimiert ein Kloster dadurch enorm die mental load des Alltags. Mönche und Nonnen können sich auf ihren Auftrag fokussieren: beten und arbeiten – weil die Grundstruktur des Alltags geklärt ist.

Langsam reifte in mir ein Gedanke: Sollte es nicht möglich sein, klösterliche Abläufe auf das Familienleben zu übertragen? Vielleicht nicht unbedingt das Aufstehen um 3 Uhr morgens, aber andere feste Abläufe, die Momente der Ruhe in unseren Familienalltag bringen?

Tatsächlich gibt es ein prominentes Ehepaar, das genau das gelebt hat: Martin Luther und Katharina von Bora. Okay – es ist knapp 500 Jahre her, aber durch die vielen Tischreden Luthers ist überliefert, wie der einstige Mönch und die ehemalige Nonne Familie und Haushalt lebten. Wie Familie Luther ihren Alltag organisierte und was sie am Esstisch besprachen, ist für mich eine große Inspiration – auch und gerade für das Leben als Familie im digitalen Zeitalter.

Beginnen wir dort, wo der Tag startet: am Morgen. Im Kloster ist dieser klar ausgerichtet. Wie können wir es als Familie schaffen, ebenfalls mit einer ruhigen Klarheit in den Tag zu starten?

Sujet Hilfreiche Routinen

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