
Manchmal muss man Dinge tun, nur um später behaupten zu können: Ich habe es getan. In meinem Fall: ein Metal-Festival. Vollspeed, Cres-Insel, schwarzgewandete Gestalten, die aussahen wie eine Mischung aus nordischem Göttergeschlecht und Baumarkt-Azubis auf Betriebsausflug.
Die Musik? Metal, so laut, dass selbst die Sterne darüber diskutierten, ob sie kurzzeitig aus der Umlaufbahn hüpfen sollten. Meine beiden Cochlea-Implantate – „Hörlibert“ und „Hörmine“ – kämpften wacker. Während Hörlibert noch versuchte, die Gitarrenriffs auseinanderzudröseln, war Hörmine längst im Survival-Modus und meldete: Lärmkontingent überschritten, bitte Synapsen evakuieren. Verständliche Gespräche? Unmöglich. Aber wer will schon reden, wenn das Schlagzeug fetzt und ohnehin jede Silbe mit einer Double-Bass-Granate erschlagen wird?
Die kulinarische Seite dagegen war entzückend proletarisch: kroatischer Fleischeintopf, Muscheln im Weißwein, Weißbrot. Getränke auf Spendenbasis. Kein Foodtruck-Hipster, keine überteuerte „Bio-Kokoswasser-Bar“. Einfach ehrliches Essen für ehrliche Leute. Ich fühlte mich kurz wie im Paradies – bis die nächste Gitarrensaite zerfetzt wurde und meine Nervenzellen beschlossen, sich kollektiv in Rente zu verabschieden.