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So kannst du einen Lebensraum für Frösche und Teichmolche schaffen

Warum ein kleiner Teich im Garten so wichtig für die Natur ist

Früher hatten wir mehr Frösche

Unsere Kleingartenanlage liegt an einem kleinen Wassergraben. In den ersten Jahren nach der Übernahme unseres Gartens führte dieser immer Wasser. Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir im Sommer viele winzige Laubfrösche im Rasen hatten. Die Kinder haben sie immer eingesammelt und zum Wasser getragen, damit ihnen nichts passiert. Bevor ich den Rasen gemäht habe, habe ich ihn erst einmal nach kleinen Fröschlein abgesucht.

Das ist ein Foto von 2012. Wir hatten den Garten gerade bekommen.

Mit der Zeit wurde es jedoch immer trockener. Viele Jahre lang haben wir keinen einzigen Frosch mehr gesehen. Der Graben ist inzwischen im Sommer meist ausgetrocknet.

Eines Nachmittags stand am Eingang der Kleingartenanlage plötzlich ein Teichbecken mit einem „Zu verschenken“-Schild. Natürlich habe ich es erst einmal mitgenommen. Schließlich bin ich mit einem Teich im Garten aufgewachsen. Im Garten meines Vaters gibt es ihn bis heute.

Die Vorstellung, einen eigenen kleinen Teich zu haben, gefiel mir sofort. Trotzdem sollte noch fast ein Jahr vergehen, bis wir die Zeit fanden, ihn anzulegen. In diesem Newsletter möchte ich euch zeigen, wie ihr mit einem Gartenteich wieder Frösche, Molche und viele andere Tiere in euren Garten locken könnt.

Das ist der Teich meiner Kindheit. Es gibt ihn immer noch.

Der Anfang

Zunächst lag die Teichschüssel ziemlich lange ungenutzt herum. Doch an einem Wochenende im Mai 2023 fasste ich mir schließlich ein Herz und startete das Projekt Gartenteich.

Viel Planung gab es nicht. Ich suchte einen passenden Platz im Garten, nahm den Spaten in die Hand und begann zu graben. Endlich sollte die Teichschüssel ihren festen Platz bekommen.

Zum Glück hatte ich Hilfe von zwei Freunden. Ohne die beiden hätte ich das an einem Wochenende wahrscheinlich nicht geschafft. Das Loch zu graben war nämlich nur ein Teil der Arbeit. Das gesamte Areal rund um den Teich musste anschließend noch gestaltet und bepflanzt werden.

Vor allem die Pflanzen im Teich und in der Uferzone sind wichtig, denn sie filtern das Wasser und tragen dazu bei, dass der Teich sauber und im Gleichgewicht bleibt.

Natürlich hatte ich mal wieder viel zu viel gekauft. Zumindest kam es mir damals so vor. Drei Jahre später fällt mir auf, das es genau die richtige Menge war. Die meisten Pflanzen sind noch da und haben sich prächtig entwickelt.

Was brauchst du, um einen Teich anzulegen?

Das Schöne ist: Für einen kleinen Naturteich braucht man gar nicht so viel.

  • Eine große Teichschale oder einen anderen Wasserbehälter. Ideal sind mindestens 60 Zentimeter Tiefe.

  • Kies und größere Steine. Ich habe Feldsteine und grobe Kiesel verwendet und einfach das genutzt, was im Garten schon vorhanden war.

  • Zwei bis drei Backsteine, um einige Pflanzen zu befestigen oder höher zu setzen.

  • Pflanzen für den Bereich rund um den Teich.

Bei mir wachsen im Teich eine Sumpfdotterblume mit ihren gelben Blüten und eine Zwergbinse. Auch Sumpfsimsen eignen sich hervorragend. Zwischen den Halmen verstecken sich später gerne die Kaulquappen.

In der Uferzone habe ich Wasserminze, etwas Wassergras und Tannenwedel gepflanzt. Dort tummeln sich inzwischen viele Insekten und andere kleine Gartenbewohner.

Für kleine Teiche empfehle ich außerdem eine Sauerstoffquelle. Bei mir sorgt ein kleiner solarbetriebener Sprudelstein dafür, dass das Wasser in Bewegung bleibt.

Mit der Zeit hat sich rund um meinen Teich noch vieles von selbst angesiedelt. Gut geeignet sind auch Sumpfschwertlilien, Schildblatt und Blutweiderich. Letzterer breitet sich gern etwas stärker aus, sieht aber wunderschön aus und ist bei Insekten sehr beliebt.

Seerosen würde ich nur für größere Teiche empfehlen. Dort sind sie aber eine tolle Ergänzung, weil ihre Blätter Schatten spenden. Das hilft gegen eine starke Erwärmung des Wassers und kann die Bildung von Grünalgen reduzieren.

so sah das am Tag der Bepflanzung aus

Ihr erinnert euch, über Jahre hatten wir keinen einzigen Frosch mehr im Garten gesehen. Die Pflanzen wuchsen erstaunlich schnell, die ersten Insekten ließen nicht lange auf sich warten und der Teich begann, sich ganz von allein in einen kleinen Lebensraum zu verwandeln.

Schon einen Monat später sah das so aus.

Zusätzlich habe ich noch ein paar schwimmende Wasserpflanzen eingesetzt. Sie sollten das Wasser sauber halten und für etwas Schatten sorgen. Auf dem Foto oben könnt ihr sie noch ganz klein auf der Oberfläche entdecken.

Danach ging es richtig ab. Offenbar fanden alle Pflanzen den Standort perfekt. Innerhalb kurzer Zeit wuchs und grünte es wie verrückt.

Weil wir dachten, wir müssten etwas gegen die Mückenlarven im Teich unternehmen, haben wir uns vom Nachbarn zwei winzige Goldfische aus seinem großen Teich ausgeliehen. Mit ihnen kamen vermutlich auch die ersten Kaulquappen zu uns. Anders kann ich mir bis heute nicht erklären, warum wir plötzlich Unmengen an Froschbabys im Teich hatten.

Die Kaulquappen fühlten sich offenbar pudelwohl und entwickelten sich erstaunlich schnell. Es war faszinierend, ihre Verwandlung zu beobachten.

Ich habe die Entwicklung des Teichs und das Wachstum der kleinen Frösche in einem Instagram-Highlight dokumentiert. Wenn ihr euch das anschauen möchtet, findet ihr es hier:

Diese Kaulquappe hat schon hinten kleine Froschbeinchen.

Endlich wieder kleine Mini-Fröschlein imGarten

Was für eine Freude das war, als wir die ersten ausgewachsenen Frösche entdeckt haben, könnt ihr euch bestimmt vorstellen. Überall saßen plötzlich kleine Fröschlein. Sie waren erstaunlich zahlreich und wirklich winzig. Kaum zu glauben, dass sie noch vor Kurzem als Kaulquappen durch den Teich geschwommen waren.

Aber was waren das nun für Frösche?

Viele denken, Teichfrosch und Wasserfrosch seien dasselbe. Tatsächlich ist das nicht ganz richtig: „Wasserfrosch“ ist der Sammelbegriff für mehrere grüne Froscharten, die bei uns an Teichen, Seen und anderen Gewässern leben. Dazu gehören der Seefrosch, der Kleine Wasserfrosch und der Teichfrosch.

Der Teichfrosch ist dabei ein echter Sonderfall: Er ist keine eigenständige Art, sondern eine natürliche Mischung aus Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch. Deshalb sieht er mal mehr wie der eine, mal mehr wie der andere aus. Für Nichtfachleute ist es oft ziemlich schwer, die verschiedenen Wasserfrösche auseinanderzuhalten. Dieser hier ist wohl ein echter Teichfrosch.

Aber wie geht es den Fröschen in Deutschland überhaupt ?

Bevor ich weiter vom Teich berichte, müssen wir uns erst einmal ein paar grundlegende Dinge anschauen. Wenn wir an Frösche denken, haben die meisten von uns sofort das Bild eines grünen Frosches im Kopf. Tatsächlich gibt es aber viele verschiedene Froscharten, die sich in Aussehen, Lebensweise und Lebensraum unterscheiden.

Die häufigtsen Froscharten bei uns sind:

  • der Grasfrosch
    Der klassische braune Frosch, den viele aus dem Garten oder vom Teich kennen.

  • der Moorfrosch
    Lebt vor allem in Mooren. Die Männchen werden zur Paarungszeit manchmal auffällig blau.

  • der Springfrosch
    Kann überraschend weit springen und kommt vor allem in wärmeren Regionen vor.

  • der Laubfrosch
    Klein, grün und ein guter Kletterer. Oft sitzt er in Büschen und Schilf.

Dann gibt es noch die sogenannten Wasserfröschen und diese leben meist an Seen, Teichen und langsam fließenden Gewässern. dazu gehören:

  • der Seefrosch

  • der Teichfrosch

  • und der kleine Wasserfrosch

Der Laubfrosch, der Moorfrosch, der Springforsch und der kleine Wasserfrosch sind gefährdete Arten. Auch einige Bestände des Grasfroschs gehen vielerorts zurück.

Warum sind sie gefährdet?

Lebensräume verschwinden: Viele Teiche, Moore und Feucht-Wiesen wurden trockengelegt oder bebaut. Ohne Wasser können Frösche keine Eier ablegen. Der Kleine Wasserfrosch bevorzugt sonnige, nährstoffarme und vegetationsreiche Gewässer (wie Moorweiher, Gräben oder Tümpel). Viele dieser Lebensräume werden durch Trockenlegung oder Grundwasserabsenkung zerstört.

Landwirtschaft und Straßenverkehr: Düngemittel und Pestizide können Gewässer belasten und Fröschen schaden. Durch Überdüngung und Schadstoffeinträge aus der Landwirtschaft und durch den Verkehr verändern sich die Gewässer zu stark, sog. Eutrophierung*. Und jedes Frühjahr wandern Frösche zu ihren Laichgewässern. Dabei werden viele überfahren.

Klimawandel: Längere Trockenperioden lassen kleine Gewässer austrocknen. Dann überleben Kaulquappen oft nicht.

Zerschneidung der Landschaft: Straßen, Siedlungen und Felder trennen Lebensräume voneinander. Dadurch wird es schwieriger, neue Populationen aufzubauen.

*Eutrophierung bedeutet, dass ein Gewässer zu viele Nährstoffe enthält, vor allem Stickstoff und Phosphor. Diese gelangen oft durch Dünger aus der Landwirtschaft, Abwässer oder andere Einträge ins Wasser. Die Folge davon ist das Algen und Wasserpflanzen übermäßig stark wachsen. Sterben sie ab, werden sie von Bakterien zersetzt, die dabei viel Sauerstoff verbrauchen. Dadurch kann es im Wasser zu Sauerstoffmangel kommen. Fische, Frösche und andere Wasserlebewesen leiden darunter oder sterben sogar.

Kurz gesagt: Eutrophierung ist eine Überdüngung von Gewässern, die das ökologische Gleichgewicht stört und vielen Arten schadet.

Ein Beispiel: Wenn ein kleiner Teich neben einem intensiv gedüngten Feld liegt, können Nährstoffe ins Wasser gelangen. Der Teich „kippt“ dann leichter um, weil zu viele Algen wachsen und später zu wenig Sauerstoff vorhanden ist.

Dieser Frosch hier hat Glück und hat sein Gebiet schon beansprucht ;)

Auf dem Foto oben könnt ihr die kleine Solaranlage sehen, die Sauerstoff ins Wasser bringt. Der Sprudelstein läuft inzwischen seit drei Jahren völlig problemlos und funktioniert noch immer einwandfrei. Es war sogar eines der günstigsten Modelle aus dem Baumarkt. Manchmal müssen es also gar nicht die teuren Lösungen sein.

Weitere Teich-Bewohner

Im Sommer wurde es stellenweise richtig heiß. Eine große, richtig kräftige Erdkröte hat sich dann im Teich abgekühlt. Sie war wirklich enorm groß, da habe ich mich schon ein bisschen erschrocken.

Feuchtgebiete im Garten locken auch Molche an

Wenn ihr eine Benjeshecke oder eine Trockenmauer im Garten neben dem Teich anlegt, kann es passieren, dass sich schon nach kurzer Zeit kleine Molche dort ansiedeln. Molche leben gerne unter altem, abgestorbenem Holz und suchen dunkle, feuchte Orte auf.

Dieses Exemplar hier habe ich unter einem alten, morschen Baumstamm gefunden. Es wurde schnell wieder in Sicherheit gebracht.

In Deutschland gibt es sechs heimische Molcharten. Sie gehören zu den Amphibien und verbringen einen Teil ihres Lebens im Wasser und einen Teil an Land.

Warum werden Molche seltener?
  • Teiche und Tümpel verschwinden.

  • Feuchtgebiete werden trockengelegt.

  • Straßen zerschneiden ihre Wanderwege.

  • Pestizide und Dünger belasten die Gewässer.

  • Fische werden in kleine Teiche eingesetzt und fressen Molchlarven.

Es ist im Grunde das Selbe wie bei den Fröschen. Aber du kannst ihnen einen Lebensraum schaffen. Ganz einfach, hier im Newsletter habe ich dir gezeigt wie es geht.

Molche sind übrigens erstaunliche Tiere. Verliert ein Molch ein Bein oder einen Teil seines Schwanzes, kann er diese Körperteile oft wieder nachbilden. Auch wenn sie ein bisschen wie kleine Eidechsen aussehen, sind Molche keine Reptilien, sondern Amphibien.

Diese Art wohnt zu dritt in unserem Teich und ist wohl als Teichmolch zu identifizieren.

Ich beobachte die kleinen Molche sehr gern. Oft sitze ich lange am Rand des Teichs und schaue einfach ins Wasser. Manche Nachbarn halten mich dabei vermutlich schon für etwas merkwürdig. Aber das bin ich ja von den Eichhörnchen schon gewohnt. ;)

Das ist der Teich im letzten Sommer.

Und das ist unser ganz aktueller Froschbewohner.

Ich danke euch für eure Unterstützung und dafür, dass ihr bis zum Ende dabei geblieben seid. Es hat mir große Freude gemacht, diese Entwicklung mit euch zu teilen und euch einen Einblick in unseren kleinen Gartenteich zu geben.

Vielleicht habt ihr jetzt selbst Lust bekommen, ein Stück Natur im eigenen Garten zu schaffen. Jeder kleine Teich kann einen Unterschied machen. Und wenn ihr keinen Garten habt, dann wisst ihr jetzt immerhin richtig gut Bescheid und könnt mit eurem Wissen über Frösche glänzen. Übrigens: Auch auf dem Balkon lassen sich kleine Feuchtgebiete anlegen. Das ist allerdings ein Thema für einen eigenen Newsletter.

Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

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Vielen Dank für deine Unterstützung!

Janine

Sujet Naturkolumne

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