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Ungarische Lektionen: Politik? Das sind wir alle

Liebe Leser:innen,

am Morgen nach der Ungarn-Wahl vergangenen Sonntag saß ich in einer politischen Diskussionsrunde beim Think Tank Zentrum Liberale Moderne (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) in Berlin. Überwältigt von den Partybildern aus Budapest, dem fröhlichen Abklatschen der Menschen auf den Rolltreppen in der U-Bahn, yes, we did it, wollte ich wissen: Wie beurteilen Beobachtende vor Ort die Wahlergebnisse? 

Besonders hängen geblieben ist mir eine Aussage des ungarischen Politikwissenschaftlers Daniel Hegedüs vom Institut für Europäische Politik (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) in Berlin, der noch wenige Stunden zuvor in Budapest gewesen war: „Ungarn hat gerade seinen Majdan-Moment erlebt.“ So wie 2014 die Menschen in der Ukraine bei den monatelangen Demonstrationen für eine demokratische Ukraine die Kraft der Zivilgesellschaft erlebten, entdeckten die Ungar:innen in dieser Wahl ihre gewaltige Macht, sagte Hegedüs. „Dieser Moment wird die kollektive Psyche mehr prägen als der Umbruch von 1989. Ihre Macht wird sich die Zivilgesellschaft sich nicht wieder nehmen lassen.“ 

Gerade weil sich die Bürger:innen den unerwarteten Wechsel selbst erkämpft haben. Allein 40.000 Freiwillige waren im ganzen Land über die unparteiische Organisation Election Watch als Wahlbeobachtende unterwegs, um Betrug zu verhindern. Kleine, unabhängige private Medien wie das Klubrádió, Analyst:innen und die Teams der Opposition haben bis ins Detail immer wieder auf Betrugsversuche, geplante Waffengewalt oder Verleumdungskampagnen der Orbán-Regierung aufmerksam gemacht.

Natürlich, was der Sieg von Péter Magyar und seiner Tisza-Partei nun tatsächlich bedeutet, ob und wie Ungarn nach 16 Jahren Viktor Orbán zurückfindet zu einem liberalen, demokratischen Land, einer demokratischen Verfassung, wird sich erst in den nächsten Monaten und Jahren zeigen. 

Aber ist diese Kraft der Zivilgesellschaft nicht ermutigend? Politik, das sind eben nicht irgendwelche Leute irgendwo da oben, Politik sind wir alle. Und wie in der Diskussionsrunde die SPD-Europaparlamentarierin und Juristin Katharina Barley betonte: die Abwahl des Orbán-Regimes ist auch ein Signal an die extreme Rechte weltweit. Schaut her, selbst jemand, der seine Macht so brillant und mit „diabolischem Genie“ rechtlich und durch ein dicht gewebtes personelles Netzwerk über lange Jahre mit aller Kraft abgesichert hat, kann gegen die vereinte Macht einer Bevölkerung letztlich nicht bestehen.

 Ermutigt und beflügelt wünscht euch ein schönes Wochenende, 

Anja

Aus dem Magazin

Alphas auf Absätzen

Ganz ehrlich: Ich hab´kein einziges Paar im Schrank stehen, weder Stöckelschuhe, noch Pumps. Keine Frage, High Heels sind sinnlich, strecken die Körperlänge, aber mein Zuhause sind Botten mit Rennqualität, nur in der Oper und beim Abendempfang stelle ich mich manchmal auf ein mikroskopisches Plateau. Ich finde sie schlicht entsetzlich unbequem, schade eigentlich, schließlich haben längst Feministinnen High Heels als etwas Empowerndes entdeckt. Geplättet hat mich, was Autorin Morgane Llanque herausgefunden hat: Der Absatzschuh war ursprünglich gar nicht für Frauen gedacht, sondern Männersache. Zum Beispiel auf dem Schlachtfeld in Persien. Wie geht das denn? Schaut in Morganes neue Histourismus-Kolumne. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Fotos: Vertical 52

Von oben: Das Solarmeer

Solarkraft ist die günstigste Energiequelle weltweit und sie wächst exponentiell. In den vergangenen zwanzig Jahren lag ihr Wachstum (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) im zweistelligen Prozentbereich, von 2020 bis 2024 waren es im Mittel 30 Prozent pro Jahr. Lange war Deutschland im internationalen Vergleich vorne, längst sind andere vorbeigezogen: Japan, Indien und inzwischen ganz vorn China. 2025 wurden weltweit etwa 650 Gigawatt installiert, davon 365 in China. Das neueste Projekt: Ein 400 Kilometer langes Band von Solarpaneelen, das wie die Chinesische Mauer den Südosten des Landes durchzieht. Von Satelliten oben im All ist es bereits gut zu erkennen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

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Nie ohne meinen Rucksack

Frühling heißt für mich: endlich wieder raus! Pünktlich zum Saisonstart für Spaziergänge, Urlaub und Ausflüge kommt meine Outdoorkiste zum Vorschein. Über die Jahre haben sich darin echte Schätze aus unserem Laden angesammelt, die mich treu begleiten.

Hier sind meine drei absoluten Outdoor-Essentials:

Vielleicht ist ja auch ein neuer Begleiter für dein nächstes Abenteuer dabei? In unserer Outdoor-Collection (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) verstecken sich noch viele weitere Schätze für sonnige Tage.

Ausflügige Grüße aus unserem Laden,

Simon

Ein Bild von Simon aus dem GoodBuy Team
Wochenrückblick

Sieben Tage, sieben Good News

Hier sind unsere Nachrichten für realistische Optimist:innen: Die sieben besten Good News der Woche aus unserer Redaktion:

  • 🟢 Braunkohleabbau deutlich gesunken

    In Deutschland wurde 2025 so wenig Braunkohle abgebaut wie zuletzt 1914. Laut Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE waren es 84 Millionen Tonnen. Besonders niedrig war der Einsatz von Braunkohle in den Monaten Mai, Juni und August, in denen Photovoltaik viel Strom produzierte. Quelle: TAZ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • ​🩸​Universell einsetzbares Blutplasma entwickelt

    Forschende der Universität Greifswald haben eine Methode entwickelt, um Blutplasma herzustellen, das für alle Blutgruppen einsetzbar ist. Das vermeidet Engpässe und verbessert vor allem die Versorgung in Notfällen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Methode bereits zugelassen. Quelle: DLF NOVA (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • ​🛣️​ Tempolimit könnte bis zu 9,5 Milliarden Euro Spritkosten einsparen

    Ein Tempolimit könnte den Ölverbrauch in Deutschland um bis zu sechs Prozent senken, so die Internationale Energieagentur. Laut Greenpeace könnten hierzulande mit Tempolimit zudem jährlich bis zu 9,5 Milliarden Euro eingespart werden. Für Haushalte wären das im Schnitt 239 Euro weniger Spritkosten pro Jahr. Quelle: BR24 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • ​💸​ EU genehmigt 1,3 Milliarden Euro für Wiedervernässung von Mooren

    Die EU gibt grünes Licht: In Deutschland können bis zu 1,3 Milliarden Euro in die Wiedervernässung von Mooren fließen. Das ist wichtig für den Klimaschutz – denn trockengelegte Moore verursachen rund sieben Prozent der Emissionen. Werden sie wieder nass, können langfristig Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Quelle: UTOPIA (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • ​​🐋​ Historisch viele Wale gesichtet

    Forschende sehen vor der Antarktis so viele Wale wie seit Jahrzehnten nicht mehr und werten das als Erfolg des Meeresschutzes. Besonders Buckel- und Finnwale erholen sich stark, was zeigt, wie Schutz und Ökosystem zusammenwirken. Zugleich bleibt die Zukunft des Krills zentral für den Bestand. Quelle: ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • ​​​🛜​ Mobiles Internet für alle in Südkorea

    In Südkorea sollen Millionen Menschen auch ohne Datenvolumen online bleiben können. Nach Verbrauch des Mobil-Tarifs gibt es künftig kostenloses Basis-Internet – genug für Nachrichten, Navigation und grundlegende Dienste. Die Regierung will so sicherstellen, dass alle am digitalen Alltag teilnehmen können. Quelle: WATSON (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • ​​​​​​​🚮​ Berlin will Touris fürs Müllsammeln belohnen

    Wer künftig als Tourist:in in Berlin Müll sammelt oder sich nachhaltig verhält, soll kleine Belohnungen wie Rabatte, freie Eintritte oder besondere Stadterlebnisse bekommen. Das Pilotprojekt „BerlinPay“ will so Tourismus und Umweltschutz verbinden und orientiert sich am Vorbild Kopenhagen. Jetzt sucht die Stadt Kooperationspartner. Quelle: TAGESSPIEGEL (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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👋Bis nächste Woche

Wir wünschen dir ein schönen Start ins Wochenende. Bleibt optimistisch!

Dein Good Impact Team,

Anja, Bianca, Sophie, Selina, Simon & Juliane

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