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Ich sattle jetzt mein Feuer-Pferd

Sweet 2026, was wirst du uns wohl bringen? Was zeigen, lehren, was fordern, was geben und wie uns gefälligst bereichern?

Das Jahr ist gerade mal ein paar Tage alt, und schon frage ich mich: Was willst du mir nur sagen? Überall bekomme ich dieselbe Botschaft zugespielt, nämlich dass nun das Jahr des Feuer-Pferdes beginnt. Auf Instagram, in Whatsapp-Nachrichten, sogar in Neujahrswünschen teilte man mir mit, dass es von nun an nur noch in eine Richtung geht: vorwärts! Das Pferd ist so was wie unser persönlicher Cheerleader. 2025 war das Jahr des Rückzugs, der Häutung, der inneren Klarheit. Aber 2026, hey, 2026 macht richtig Tempo. Nach der Transformation der vergangenen Monate ist nun der Weg frei, Chancen zu ergreifen und Gas zu geben.

Au ja, dachte ich, vielleicht hat meine Freundin ja doch recht. Vielleicht werde ich im neuen Jahr so richtig durchstarten und sehr reich werden. Wir haben nämlich einen super Plan: endlich Influencer werden! Fünfstellig sei da schon drin, ach was, sechsstellig!, riefen wir uns euphorisch über den Tisch hinweg zu, als wir neulich im Marks in München hockten und unsere künftigen Einkünfte im Kopf überschlugen. Also sechsstellig für einen einzigen Kunden, fügte meine Freundin noch schnell hinzu. Das sei so üblich, sie hätte das in einem Podcast gehört von einer, die das macht, und wir müssen das jetzt auch endlich mal machen. Wer, wenn nicht wir, haha. Noch bevor ich meine rechte Augenbraue nach oben ziehen und drüber lamentieren konnte, dass innerer Reichtum erstrebenswerter sei als ein fettes Plus auf dem Konto, und wir doch längst alle wissen, dass uns kein Produkt der Welt jünger, kein Gerät besser macht, verschwand meine Freundin kurz. Und ich dachte schon mal darüber nach, welches Fachgebiet am besten zu mir passen würde. Vor meinem inneren Auge sah ich es schon genau vor mir: Wie ich mich schon morgens mit der Handykamera dabei filme, wie ich Haferflocken einweiche, ein bisschen auf der Matte rumturne, meine Haut in Traubenkernöl mariniere, Pirouetten vor meinem Influencer-Spiegel drehe, zwischendurch ein Produkt verlinke, von denen meine Followerinnen gestern noch nicht mal ahnten, dass sie das unbedingt zum Leben brauchen, und gegen zwölf ein kleines Nickerchen auf dem Sofa mache. Als meine Freundin zurückkam, hatte ich mein gesamtes Konzept bereits im Kopf notiert und nur noch eine letzte Frage: „Heißt das eigentlich, dass ich anderen permanent weismachen muss, unbedingt das lieben, machen und haben zu wollen, was ich meine, das sie unbedingt lieben, machen und haben müssen?“ Ja, das hieße es wohl.

Erst gab ich mir Mühe, die Idee lustig zu

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