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Tierisch viel los auf Balkonien! #1 Welches Insekt fliegt denn da?

Es fliegt, sirrt, krabbelt und brummt vor der Balkontür. Nur ein paar Quadratmeter selbst gepflanzte Natur in Töpfen. Trotzdem pulsiert das tierische Leben, Sechsbeiner mit Flügeln inklusive.

Balkonien ist Arbeit und Urlaub zugleich. Doch die wenigen Quadratmeter gehören nicht nur mir. Eine Vielzahl von Tieren wohnt zur Untermiete. Der erste von drei Teilen dieser Reihe widmet sich den Fluginsekten - und ist wegen der großen Vielfalt in dieser Gruppe wohl der längste Text. Dies nur als kleine Vorwarnung 😉.

Bannerbild mit dunkelgrünem Hintergrund. Links eine hellgrüne Eulen-Grafik mit dem Text: Biodiversität im Fokus. Rechts steht in Weiß: Tierisch Vielfältig! Der Newsletter.

Wenn es um Biodiversität geht, sind Steingärten ein bekanntes Problem. Doch auch Balkone können für Tiere eine Wüste sein. So mancher wirkt auf mich wie der Blinddarm eines Hauses: Hängt an einer Hauswand, könnte wichtig sein, wird aber aktuell nicht gebraucht. Außer vielleicht zum Wäscheaufhängen oder fürs Abstellen der Mülleimer. Klingt wie ein Vorurteil, ist aber leider (viel zu) oft Realität.

Bepflanzt werden Balkone jedoch schnell zum Garten im Mini-Format.

Wer also lebt auf Balkonien?

Abgesehen von mir? Jede Menge Tiere! Je vielfältiger die Pflanzenauswahl, desto mehr Mitbewohner finden sich ein. DIE tierische Lebenswelt gibt es zwar nicht, jeder Balkon ist anders. Doch ein paar der Tiere, die ich hier vorstelle, tummeln sich bestimmt auch bei Dir herum.

Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen. In

  1. Fluginsekten (diese Ausgabe),

  2. Vögel (kommt im Spätsommer)

  3. Spinnen (die Herbstausgabe, keine Angst, es wird nicht ekelig).

Dazu kommt noch eine Unzahl von Bodenlebewesen, die ich nur selten zu Gesicht bekomme. Von wenigen Asseln, Silberfischchen, Steinläufern, Zwergfüßern oder Bänderschnecken (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) einmal abgesehen. Die Mehrzahl davon lebt aber eher unter als im Blumentopf.

Fleißige Bestäuber

Bienen und Hummeln sind wie Wespen typische Vertreter der Fluginsekten. Ihr Körper besteht aus drei Abschnitten: aus Kopf, Brust und Hinterleib. Wie bei uns Menschen trennt eine Taille die Brust vom Unter- oder Hinterleib. Wegen dieser Einschnürung werden Fluginsekten auch Kerbtiere genannt.

Weiterhin gehören sechs Beine, Facettenaugen, Mundwerkzeuge zum Knabbern, manchmal ein langer Rüssel zum Saugen, Fühler und zwei häutige Flügelpaare dazu.

Zwei lila Scabiosen-Blütten, im Hintergrund grüne Blätter. Auf einer Blüte sitzt eine beige Ackerhummel mit orangefarbenem Pollenhöschen am mittleren Bein.

Am häufigsten kommt die Ackerhummel zu Besuch. Eine echte Generalistin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die auf Balkonien beispielsweise gerne den süßen Nektar von Malven, Löwenmäulchen, Kornblumen, Scabiose und Phacelien saugt. Also eher an blau-violetten-rosafarbenen Blüten. Dabei sammelt sie mit ihren Pollenhöschen auch eiweißreichen Blütenstaub ein. Ackerhummeln leben in einem kleinen Staat von rund 100 Tieren und haben wie Honigbienen auch eine Königin.

Außerdem finden sich auf Balkonien immer wieder Wildbienen ein. Sie sind oft so klein, dass man sie als Laie kaum bestimmen kann. Dazu gehört auch die kleine Furchenbiene mit schmalen weißen oder gelben Haar-Ringeln auf dem Hinterleib. Sie fliegt auch kleinblütige Pflanzen an. Auf dem Bild sitzt sie auf einer Erdbeer-Blüte.

Für ihre Erdnester benötigen Furchenbienen sandige oder lehmige, kahle Stellen im Rasen.

Sujet Lebensräume

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