Hallo und herzlich Willkommen zur 15. Ausgabe „Mediapreneur“.
Hier schreiben David Reiter und Sören Mannschitz jede Woche abwechselnd für Medienschaffende, die unabhängig publizieren.
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Ich habe mich die Tage zum Gespräch mit einem anderen Mediapreneur verabredet. Er ist Co-Founder eines Lokalmediums und für die Verlagsseite zuständig. Im Netzwerk mit anderen tauscht er sich regelmäßig aus und reüssiert:
„Wir haben alle gute Ideen. Nur niemand schreibt die schwarze Null.“
Der Satz musste sich in meinen Kopf nicht neu einbrennen, denn genau dort stand er schon. Ich fühlte ihn sofort.
Zehn Jahre Shelfd – Null Euro Mediasales
Im Oktober 2015 habe ich Shelfd als Mediathekentipps-Newsletter gestartet und an eine Handvoll Freunde geschickt. Was kann man am Wochenende Schönes streamen? Seit dem geht diese Mail jeden Freitag raus. Seit über zehn Jahren und ohne Ausnahme.
Fast Forward ins Jahr 2025: Mittlerweile hatten wir 130.000 monatliche Besucher:innen, 18.000 Newsletter-Abos (verteilt auf ein Dutzend Formate), eine feste Redaktion und Inhalte, die ich weiter liebe.
Da ich bereits eng mit Sören arbeitete, kam das Thema Mediasales dann und wann natürlich zur Sprache (= sein Home-Turf). Ich machte mir also den Spaß und schnappte mir Stift und Papier, um mal auszurechnen, was man mit Werbung und Sponsorings so verdienen kann.
Ich habe einen TKP von 45 Euro angesetzt — das ist der Preis für die Ansprache von 1.000 Menschen meiner Audience. Den hielt ich für realistisch bei der Identifikation als Feinmanufaktur für coole Koops (siehe Sörens letzte Ausgabe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).
Die Zahl, die rauskam, tat weh. Allein in 2025 hätte ich fünfstellig verdient! Jeden Monat. Aufs Jahr gerechnet: theoretische 120.000 Euro. Auf das letzte Jahrzehnt hochgerechnet wird die Zahl… sehr, sehr schmerzhaft.
Geld, das ich nicht verdient habe. Während ich meine Zeit an Redaktionsaufträge für andere gebunden habe.
Ich sage das ganz offen: Ich habe Mediasales zehn Jahre lang gemieden. Aus Angst vor Ablehnung und davor, mich zu verkaufen, installierte ich eine hochtrabende Unterseite für Inbound-Anfragen und das war’s. Leider hat sich niemand von alleine dorthin verirrt.
Meine Message an Brands bis hierhin: Bitte beschäftigt euch mit mir.
Die erste Session mit Sören
In Q4 2025 haben Sören und ich dann beschlossen, seine Erfahrungen aus acht Jahren Mediasales, über 100 Partnerschaften und 1,5 Millionen Euro Werbeumsatz, den er verantwortet hat, auf Shelfd anzuwenden.
Das Wissen kam von ihm. Ich bin den Weg gegangen — und habe fleißig dokumentiert, was funktioniert.
In unsere erste Session ging ich mit der klaren Erwartung: Wir sammeln jetzt fünf Lieblingsbrands und verschicken endlich mal diese E-Mails.
Stattdessen stellte Sören mir diese drei Fragen:
„Was ist dein Wertversprechen für Brands?“
Meine Antwort: Reichweite aufzählen. 130.000 Besucher:innen. 18.000 Abos. Qualitätsbewusste Audience. Boom. Fertig.
„Und warum kommen sie zu dir?“
Ich brauchte zwanzig Minuten. Dann dämmerte es mir. Shelfd kuratiert längst nicht mehr nur Streamingtipps. Wir spiegeln und entwickeln Geschmäcker. Das WIE WIR STREAMEN — mit Haltung, mit Qualitätsanspruch — ist genauso wichtig geworden wie das WAS.
Und genau da können Brands eine Hauptrolle spielen.
„Zeig mir dein Ökosystem. Alle Kanäle, alle Formate.“
Ich scrollte mich also durch die Website, alle zehn Newsletter und die Social-Kanäle von Shelfd (alle Plattformen bespielt, überall mit denselben Inhalten).
Sörens Frage: „Du bist überall präsent. Aber wo bist du mit dem Herzen dabei?"
Autsch.
Neben der ToDo-Liste, die hier mal wieder wie von Zauberhand länger wurde, dämmerte mir, dass Shelfd zu einem riesen Media-Apparat angewachsen ist. Nicht alle Kanäle glänzen und uns steht eh ein großer Pivot von einer Plattform voller Filter- und Sortier-Optionen hin zum Magazin mit inhaltlicher Tiefe bevor.
Aber was noch viel zentraler war: alles war längst da. Die Touchpoints, die Formate, das Interesse.
Wieso habe ich mir das nicht schon früher angeschaut und versucht auch über Mediasales zu monetarisieren?
Das Asset, das ich nicht sah
Was mich an dieser Introspektive am meisten überrascht hat, war nicht die Größe meines Ökosystems. Es war, was ich in meinem eigenen Archiv gefunden habe.
Bei Shelfd verschicken wir passend zur User-Journey nämlich handverlesene Streaming-Playlists:
Zum Start in den Probemonat: „Die besten Streams bei unterschätzten Diensten“
Zur Übergangsentscheidung vom Ende vom Probemonat: „Läuft in keinem Abo (lohnt sich trotzdem)“
Bei Verlängerung des Abos: „Liebe ist, die nächsten Schritte nicht allein zu gehen“
Zum Ende der Mitgliedschaft: „Ein Ende ist auch immer ein Neuanfang“

Diese Playlists existieren seit Jahren in unseren On- und Offboarding-Flows. Ich habe sie nie als verkaufbares Asset erkannt.
Dabei könnten alle Marken mit Kundenbindungsstrategie sowas brauchen. Eine kuratierte Liste, die Haltung zeigt und die Marke auflädt — selbst nach dem Abo-Ende. Der Content lag im Archiv. Ich musste ihn nur als Asset in meinem Angebotsmix erkennen.
Ich hatte mehr zu bieten, als ich dachte. Viel mehr.
Die erste Mail
Ich habe nun also meinen Prozess aufgebaut, mein Media-Ökosystem kartografiert, Traum-Werbepartner recherchiert und meine Erstansprache entwickelt — unter 150 Wörter, ein Türöffner-Angebot, kein PDF im Anhang.
Und dann waren sie da, die ersten Entwürfe. Yeah!
Leider gingen die Schleifen im Kopf wieder von vorne los…
War das jetzt gut formuliert? Wie wirkt das auf mein Gegenüber? Habe ich überhaupt den richtigen Aufhänger gewählt? Wirkt meine Mail zu aufdringlich? Zu zurückhaltend?
Hier war gefühlt eine Therapie von Nöten, um mich von dem einen oder anderen Glaubenssätzen zu befreien, der mich einfach nur lähmte. Zum Glück hat sich Sören die Zeit dafür genommen (ich bin ihm sehr dankbar dafür).
Die Ängste sind weg, finally. Again: lies bitte Sörens letzte Ausgabe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (die erklärt, wie das so schnell ging).
Die Bedenken sind leider noch da. Und so kommt es immer noch vor, dass ich Sören anhaue und frage, ob er „mal kurz drüberschauen kann“ oder mit mir für 15 Minuten durchspielt, was meine nächsten Schritte sein sollten.
Die Leiden eines Solo-Creators? Vielleicht ein bisschen.
Was aber viel stärker wirkt, ist Sörens Erfahrungsschatz aus +5.000 individuelle Akquise-Mails. Er hat gefühlt alles schon einmal gesehen.
Ich sehe nun also diesen etablierten Prozess zum selber Nachbauen bis zur Erstansprache potenzieller Werbepartner und stelle trotzdem fest: hier fehlt noch was. Diese Rückversicherung, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Da bin ich nicht der einzige, der das denkt.
Die eine Sprachi, die alles sagte
Als wir in der letzten Woche erste Reaktionen auf unser Angebot vom Erstansprache-Guide (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) bekamen, kam unter anderem diese Sprachnachricht hier rein:
„Ich kann mir vorstellen, dass es hilfreicher ist, viele kleine Feedbackschleifen zu haben. Ich habe ja auch eine gewisse Erfahrung und kann Dinge allein umsetzen — da brauche ich gar nicht so ein krasses An-die-Hand-genommen-werden. Einfach kleine Rückfragen: Guck mal, so habe ich das bisher gemacht, was haltet ihr davon? Ich glaube, es würde mir mehr bringen, wenn ich euch zweimal um ein bisschen Feedback bitten darf, als dass wir einmal ganz viel reden.“
Genau das.
Jemand, der draufschaut. Der sagt: Die Mail funktioniert. Oder: Hier fehlt noch was.
Ab hier fängt das System an, wirklich zu flutschen.
Was wir deshalb gebaut haben
Unser erster Guide „Werbepartner ansprechen mit System“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) liefert den Flow: Ökosystem kartografieren (was mich oben zu den Archiv-Playlists führte), die richtigen Ansprechpartner:innen recherchieren, Erstansprache-Mails schreiben — in 20 Minuten am Tag oder zwei Stunden in der Woche.
Und weil wir wissen, dass der Prozess allein nicht alles ist, gibt es jetzt ✚ vier Wochen Begleitung zu dem Guide.
Jeden Freitag im Mai von 12 bis 16 Uhr machen Sören und ich die Werkstatt auf und räumen dir einen Platz frei. Du bringst deine Mails, deine Ideen, Recherchen und Unsicherheiten mit und wir schauen gemeinsam drauf.
Am 08. Mai, 15. Mai, 22. Mai und 29. Mai, wir sind da. Du schaltest dich flexibel mit deinen Themen dazu, wenn es passt.
Das Beste: Der Preis vom Guide (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) bleibt unverändert. Nur noch bis 08. Mai (13h) gibt es beides zusammen für 49 Euro. Da starten wir zusammen in die Begleitung.
Der Prozess ist erprobt. Das Format ist neu — so aufbereitet, dass alle damit arbeiten können, ohne erst dieselben Umwege gehen zu müssen wie wir. Darum der Einführungspreis.
Wir wollen, dass unabhängige Medienschaffende noch lange weiter werkeln und wirken können. Das ist der Grund, warum wir das gebaut haben. Und du kannst die Erfahrungen natürlich alleine machen. Andere sind den Weg aber schon gegangen — und können dir viel Frust über unbeantwortete Pitches ersparen.
Falls du sagst: jetzt ist Zeit für Mediasales mit David & Sören – dann hier entlang:
Für mich geht die Reise übrigens auch weiter. Das Systen sitzt und jeden Freitag gehen fünf neue Mediasales-Anfragen raus.
Sehen wir uns im Mai zur Schreib-Session?
Wir lesen uns
David

🎒 Mediapreneur ist Ambassador der Berliner Mitgliedschafts-Plattform Steady. Wenn du dich über unseren Affiliate-Link anmeldest (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), können wir dir eine 60-minütige, individuelle Beratung zu deiner Community-Finanzierung anbieten. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten. Du sparst sogar die Steady-Provisionen in den ersten drei Monaten nach Launch.
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