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Souverän

Grenzen setzen, Nein sagen, mit Freundinnen Schluss machen

Ich erwachte neulich aus einem Souveränitätstraum. In dem Traum hatte ich eine Verknalltheit, die ich früher gehabt hatte, nicht mehr, und ich gab einer Bekannten Bargeld, das sie kurzfristig brauchte. Als ich aufwachte, fühlte ich mich stark, ruhig und unabhängig. Souverän. Mein Lieblingszustand! dachte ich entzückt.

Souveränität ist alles, was ich will. 

Ich bin sehr gut darin, Souveränität zu faken, wenn ich in Meetings träume und dann was gefragt werde, oder wenn ich auf einer Bühne bin. Wirklich souverän fühle ich mich aber wegen sehr sehr irdischer, weltlicher, eigentlich ein bisschen peinlicher Sachen. Als ich aus dem Traum aufwachte, schrieb ich sofort eine Liste von Sachen, die mir ein Gefühl von Souveränität geben: 

— Geld

— Das Gefühl, gut auszusehen

— Emotional nicht erpressbar zu sein

— Nicht mehr in jemanden verliebt zu sein

— Ruhiges Nervensystem

Wikipedia sagt zur Etymologie von souverän: »Das Wort stammt vom französischen Wort souverain und vom lateinischen superanus = „darüber befindlich, überlegen“. Super bedeutet im Lateinischen „oben, auf, darüber“. Das eng verwandte Wort Souveränität hat die gleiche mittellateinische Wurzel, leitet sich aber von frz. souveraineté ab.« 

Im Englischen ist es der:die Sove+reign (über+regieren)—Die Person, die die Regeln macht, eine Person, die bestimmt. Eine Person, die drüber steht. Das Geld an erster Stelle meiner Liste steht, ist irgendwie deprimierend, aber es ist auch unbestreitbar: Geld macht souverän wie sonst nichts. Wenn Leute sagen, Geld bringe das wahre Wesen zum Vorschein, stimmt das total, denn sobald man Geld hat, ist man nicht mehr auf die Freundlichkeit anderer Leute angewiesen. Man muss nicht mehr gefallen. Man muss nichts mehr erklären. 

Ich habe in den letzten beiden Jahren mit ein paar Freund:innen Schluss gemacht. Oder wenn nicht wirklich Schluss, so habe ich in ein paar Fällen darauf verzichtet, bestehende Konflikte aufzulösen. 

Einen Konflikt hatte ich mit einem männlichen Freund, der klug und sanftmütig ist, aber auch ein chronischer Mansplainer, der oft ungecheckte Takes aus der Manosphäre in Gespräche einstreute. Es waren Dinge, die vielen anderen Leuten nicht auffallen würden, mir aber wie ein Störgeräusch im Kopf piepsten:

Sujet Lifestyle

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