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Parabel Post - Ausgabe 13

Herzlich willkommen bei Parabel Post! - Ausgabe 13

Was war das letzte Museum, das ihr besucht habt? Ja lasst uns das gerne mal wissen, vielleicht habt ihr ja Tipps für uns!

Ich war letztens im legendären Haitabu, wenige Kilometer von Schleswig an der Schlei gelegen, war es der größte Hafen der Welt der Menschen, die man sehr oberflächlich als Wikinger bezeichnet. Der Fund der Anlage, war eine Sensation - und ein Politikum. Ihr könnt euch vorstellen, wie im dritten Reich dieses vermeintliche Zeugnis einer germanischen Hochkultur durch die Propaganda ausgeschlachtet wurde. Bis heute findet der Missbrauch von Symbolen, vermeintlichen Traditionen und Brauchtum kein Ende.

Wer wir sind und was uns ausmacht - woran und wie wir uns an etwas erinnern, das definiert uns. Und immer wieder wird versucht, dieses Erinnern zu kontrollieren.  Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Gegenwart und damit auch die Zukunft. Um dieses Thema geht es auch im heutigen Exkurs - allerdings aus einer Antiken, orientalischen Perspektive. (Förderer hören mehr). Nun liegt dieser Kampf um Deutungshoheit aber eben nicht exklusiv in der Vergangenheit - er ist jetzt.

Wir haben uns darauf verständigt, uns an die Verbrechen zur NS Zeit zu erinnern. Diese deutsche Schuld aus der Erinnerung zu tilgen, daran arbeiten rechte Kräfte schon seit dem Ende des Kriegs. Mit dem Sterben der letzten Zeitzeugen sehen wir, wie sich ein anderes Sentiment breit zu machen beginnt.
Deutschsein soll sich wieder ändern. Und es gibt eine politische Kraft, die damit ihren Machtanspruch legitimieren will.

Und damit komme ich zu dem Museum, in dem ich gerade eben war: Dem Händelhaus in Halle. Die Ausstellung dort heißt: “To hot to Händel”. Und das Haus und die Händelstiftung an sich werden massiv angegriffen. Nicht etwa für diesen Ausstellungs- Titel (den ich in seiner Dad-Joke Haftigkeit persönlich ja feier) - nein, sondern weil das Museum es wagt, eine Ausstellung über Männerbilder in der Barockzeit zu machen - inklusive Kastraten, Frauen, die auf der Bühne Männerrollen spielen, und Herkules im Kleid- und während der Händelfestspiele auch mit einem queeren Kollektiv zusammenarbeitet wird.
Völlig undenkbar, dass es eine derartige Perspektive auf Kunst und Kultur gibt.
Findet die AFD.  Diese hat nämlich erklärt, im Falle einer Regierungsbeteiligung nach den Wahlen im September eine „neue patriotische Kulturpolitik“ zu verfolgen.

Im April haben darauf 27 Stiftungen und Kulturinstitutionen in Sachsen-Anhalt vor Plänen der Landes-AfD gewarnt. Die Händelstiftung war dabei - und ist jetzt im Fadenkreuz.
Also falls ihr mal wieder ein Museum besuchen wollt - kommt doch mal nach Halle. In der Ausstellung könnt ihr auch aus Gesangsbeispielen erraten, ob es die Stimme eines Kastraten, eines Countertenors, eines männlichen oder weiblichen Sopran ist. Ich habe nicht einen Treffer gehabt - aber alle Ergebnisse trugen Bart. Conchita Wurst wäre stolz. 

Ich möchte auch mit einem Lied schließen, nicht direkt Händel - hat mir aber auch Gänsehaut gemacht: Im Sinne vom neuen Song von OkKid  

Rave On
Alex

00:00 Intro

03:32 Kapitel 1 „Zahlen lügen nicht“

09:01 Kapitel 2 „Der blinde Fleck“

16:58 Kapitel 3 „In Deinem Feed“

21:31 Kapitel 4 „Der tiefe Zusammenhang“

29:16 Kapitel 5 „Rausgezoomt“

36:27 Kapitel 6 „Blattkritik“

44:45 Kapitel 7 „Ende gut, alles gut“

48:25 „P.s.“

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