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Kapitel 3 aus “Tango und Tod” (und News)

Es geht mit Kapitel 3 aus “A Darkadian Tale - Tango und Tod” weiter, und ich muss gestehen, dass es tatsächlich eins meiner persönlichen Lieblingskapitel ist, weil Tamás hier erstmals aus seiner István-Rolle fällt, als er dem Werwolf Byron Blackwood begegnet. Beim Schreiben hatte ich unglaublich viel Spaß, und ich hoffe, dass man das dem Kapitel auch anmerkt.

Aktueller Stand und Neuigkeit

Bevor es losgeht, hier der aktuelle Stand zu dem Buch:

  • Sämtliche Arbeiten am Text sind durch, das Ebook ist fertig und die ersten Blogger haben es erhalten. Der Buchsatz ist in Arbeit.

  • Bisher läuft diese Veröffentlichung tatsächlich nach Zeitplan, was mich innerlich natürlich sehr freut :). Der Termin bleibt also: 27.9.2026 (wobei ich gerade tatsächlich darüber nachdenke, das Ebook vorzuziehen).

  • der Shop ist fast fertig. Das Einstellen von Verpackungsgrößen und Versandkosten hat mich graue Haare gekostet. Aber jetzt funktioniert es :). Nächster Step: Zahlungsmethoden einstellen ===:o.

  • Eine Neuigkeit habe ich auch mitgebracht: Es wird ein Hörbuch geben! Und zwar wird dieses im Utopie-Verlag (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erscheinen, voraussichtlich sogar schon Ende diesen Jahres!!! Ich freue mich sehr darüber und ich bin sehr positiv angetan von der Kommunikation mit Robert und auch mit “meinem” Sprecher - beide sind sehr engagiert. Die Vibes sind ganz anders als bei meinem anderen Verlag, den ich ja erst kürzlich verlassen habe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Mehr zum Thema Hörbuch und wie und wann usw. erfährst du, sobald ich selbst mehr Infos habe :).

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A Darkadian Tale - Tango und Tod

Nun geht’s los mit dem Text. Die ersten beiden Kapitel kannst du hier nachlesen:

Und hier nochmal der Klappentext:

1961. Tamás Bethlen arbeitet unter falschem Namen als Anwalt im spanischen Cala Dorada, als er mit der Erbschaft einer vermögenden Witwe betraut wird – ein Fall, der seine wahre Identität als Sohn einer einflussreichen Druidenfamilie zu enthüllen droht und ihn in ein Netz aus Magie, Intrigen und Verrat verwickelt: Werwölfe machen Jagd auf ihn, ein unheimlicher Halbdarkadier verfolgt ihn, und die geheimnisvolle Wahrsagerin Sophia geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Als er aus der Stadt verschwinden will, überschlagen sich die Ereignisse, und er muss sich entscheiden: Freiheit oder Liebe?

Kapitel 3: Der Mandant

In der einen Hand seine Aktentasche und in der anderen einen Stapel Akten tragend, lief Tamás zum Polizeirevier. Elena neben ihm redete ohne Unterlass. Tamás nickte und lächelte höflich, wenn sie eine kleine Pause machte.

»Ach, das habe ich ganz vergessen: Francisco Cayetana hat schon drei Mal angerufen«, sagte sie. »Er hat Fragen zur Testamentseröffnung. Er klang ungehalten. Irgendwie befürchtet er, dass er nicht genug abbekommt.«

»Ich rufe ihn zurück«, sagte Tamás. »Nach dem Gespräch mit Señor Blackwood wird es noch weiteren Gesprächsbedarf geben.«

»Da haben Sie recht, István. Sie denken an alles.«

Tamás quittierte das Kompliment mit einem höflichen Lächeln. Elena ging dicht an seiner Seite. Er hätte gern einen Schritt Abstand genommen, befürchtete aber, dass sie es als Zurückweisung verstehen würde. Er wollte ihre Gefühle nicht verletzen.

Er war erleichtert, als sie das Revier erreichten, das in einem historischen Gebäude untergebracht war: Eine breite Steintreppe mit vier Stufen führte sie durch einen überdachten Säulengang hinein. Die Temperatur war innen angenehmer als die drückende Hitze draußen. Ein Polizist – Tamás kannte ihn, sein Name war Javier Ramírez – erhob sich hinter seinem Schreibtisch und nahm die Akten entgegen. Seine Augen waren auf Elena gerichtet, die ihn in ein Gespräch verwickelte.

Tamás räusperte sich und die beiden sahen ihn an. »Ich muss mit Señor Blackwood sprechen. Ich bin sein Anwalt.«

»Oh, natürlich, Señor Capulet. Ich bringe Sie nach hinten.«

Ramírez lief voraus und Tamás folgte ihm einen schmalen Flur entlang, vorbei an Büros und durch eine Sicherheitstür. Dahinter befand sich ein weiterer Gang mit vergitterten Zellen auf der rechten Seite. In der ersten wartete sein Mandant.

»In zehn Minuten hole ich Sie ab.«

»Danke, Javier«, sagte Tamás.

Der Mann in der Zelle lag im hinteren Teil auf einer Pritsche, die für ihn zu schmal war, seine Schultern ragten über die Seite. Ob er schlief, konnte Tamás nicht erkennen. Er räusperte sich. Blackwood reagierte nicht.

»Ich bin Ihr Anwalt, István Capulet«, stellte er sich vor.

»Ach was«, brummte der Mann. Seine Stimme klang tiefer als die von McKay.

»Sie werden wegen Raubes und schwerer Körperverletzung angeklagt. Vielleicht wegen Mordes.«

Blackwood brummte etwas Unverständliches, wahrscheinlich einen unflätigen Ausdruck.

»Wissen Sie, wer mich bezahlt?«

Sein Mandant richtete sich auf. Er war groß, sogar im Sitzen. Seine zerzausten, blonden Haare und sein Dreitagebart verliehen ihm einen verwegenen Look. Er trug ein Unterhemd und Jeans. Oberarme, Brust und Nacken waren bepackt mit Muskelmassen. Tamás starrte ihn einen Moment zu lange an und begriff: Dieser Mann, der ihn seinerseits musterte, war kein Mensch.

»Ich bin hier, um Sie hier rauszuholen«, sagte Tamás. Hüstelnd hantierte er mit seiner Aktentasche.

Blackwood lachte heiser. »Und wie wollen Sie das anstellen? Auf ›nicht schuldig‹ plädieren, Euer Ehren?«

»Ich bin nicht ...«, Tamás brach ab, als ihm klar wurde, dass Blackwood ihn auslachte.

»Haben Sie was zu rauchen, Capulet?«

»Bedaure, Señor. Ich rauche nicht. Wir haben nicht viel Zeit und sollten über Ihren Fall sprechen.«

»Da gibt’s nicht viel zu sagen. Wir haben eine Panne vorgetäuscht und gewartet. Tut mir leid, wenn wir den einen etwas härter erwischt haben. Wir wollten nur die Kohle.«

»Das ist nicht das, was ich hören wollte.«

»Sie sind doch der Anwalt?«

Tamás nahm seine Brille ab und massierte sich den Nasenrücken. Blackwood stand auf und näherte sich den Gitterstäben wie eine lauernde Raubkatze. Er überragte Tamás um einen Kopf. Seine körperliche Präsenz mit den breiten Schultern und den gestählten Muskeln ließ Tamás einen Schritt zurückweichen. Ein Fehler, wie ihm sofort klar war. Blackwood schnüffelte in seine Richtung und verzog das Gesicht zu einem wölfischen Grinsen. Gelbe Punkte blitzten in seinen Augen auf. Nun wurde Tamás endgültig klar, wen er vor sich hatte. Oder was.

»Sieh mal an«, sagte Blackwood lauernd. »Wen schickt Cayetana mir da?«

»Wollen Sie hier raus, Blackwood?«, fragte Tamás.

Blackwood gab ein heiseres Kichern von sich, das nach dem Husten eines Hundes klang. »Du weißt, wer ich bin, nicht wahr? Cayetana hat es dir nicht gesagt. Du bist gerade selbst draufgekommen.« Er begann, hinter den Gitterstäben auf und ab zu gehen, ohne dabei den Blick von Tamás abzuwenden. »Interessant.«

Tamás rückte seine Brille zurecht. »Ich bin Ihr Anwalt. Wenn Sie hier rauswollen ...«

»Vielleicht gefällt es mir hier auch ganz gut.«

Blackwood legte seine Hände um zwei nebeneinanderliegende Stäbe, spannte seine Muskeln an und zog. Mit einem quietschenden Geräusch bewegten sie sich auseinander. »Ich komme hier raus, wenn ich es will, Capulet. Ich hab dich noch nie bei Cayetana gesehen. Seit wann arbeitest du für ihn?«

»Es tut nichts zur Sache. Ich bin hier, um Sie vor Gericht zu vertreten.«

»Weiß Cayetana, dass du Druide bist? Du bist doch einer, oder? Schöne Scheiße, Capulet. Und weißt du was? Es ist mir scheißegal, ob ich hier drin bin. Aus so verdammten Schlipsträgern wie dir mit ihrem scheiß Stock im Arsch mache ich Kleinholz.«

Tamás hatte sich über seine Tasche gebeugt, um etwas herauszuholen, aber er hielt inne und überlegte es sich anders. Er richtete sich auf und sah Blackwood an. István Capulet hatte keine Chance gegen diesen Mann, und aus irgendeinem Grund ärgerte ihn das. Er räusperte sich. »Sie sind ein Werwolf, Señor Blackwood. Ja, das wurde mir soeben bewusst«, entgegnete er kühl, nahm in betonter Ruhe seine Brille ab und putzte sie sorgfältig. Er hielt die Gläser dabei gegen das spärlich einfallende Licht und ließ sich Zeit. »Es liegt gewissermaßen in Ihrer Natur, sich so zu verhalten, wie Sie es gerade tun. Es steckt ein Köter in Ihnen, und der will sein Revier markieren. Sie wollen mir demonstrieren, wie stark und männlich Sie sind. Wahrscheinlich pissen Sie mir als nächstes vor die Füße, um Ihr Statement zu bekräftigen. Das ist auf jeden Fall sehr männlich, herzlichen Glückwunsch.«

Er setzte seine Brille wieder auf und klatschte lahm Beifall. Blackwood knurrte drohend. Die gelben Punkte in seinen Augen gewannen an Intensität und Adern traten deutlich unter seinem Bizeps hervor. Seiner Aufmerksamkeit war Tamás sich nun sicher. Er lächelte kühl, so wie er es sich bei seinem Vater abgeschaut hatte.

»Vorsicht, Capulet«, knurrte Blackwood warnend.

»Sie glauben, Sie durchschauen mich, weil Sie in mir einen Druiden erkannt haben. Ich gratuliere, Sie sind ein Genie. Ich wette, Sie wollen es mir verwöhntem Söhnchen mal so richtig zeigen, nicht wahr?«

Blackwood ballte die Fäuste. Sein Körper stand unter Spannung, sein Brustkorb schien sich in die Breite auszudehnen. Tamás zweifelte nicht daran, dass er jetzt besser schnell seinen Punkt machen sollte, bevor er Blackwoods Wolf heraufbeschwor.

»Ich verrate Ihnen etwas: Da warten acht Jahre Bau auf Sie. Zwölf, wenn der Mann, den Sie verletzt haben, bleibende Schäden davonträgt. Und wenn er stirbt, haben Sie ein Rendezvous mit der Garrotte.«

Blackwood zuckte nicht mit der Wimper.

Tamás trat näher. »Eins ist mir klargeworden: Sie wollen hier gar nicht raus. Und Sie sind nicht gut auf Cayetana zu sprechen. Das ist mir persönlich scheißegal. Cayetana wird mein Honorar bezahlen, ob ich Sie nun hier heraushole oder nicht. Von mir aus können die Sie morgen in die Fortaleza del Silencio bringen, und da drin werden Sie verschwinden, als hätte es Sie nie gegeben. Vielleicht finden sie heraus, was Sie sind und Sie landen in einem Versuchslabor. Gefallen Ihnen diese Aussichten?«

Blackwood knurrte. Er hatte seine Hände wieder um die Stäbe gelegt. Waren seine Handrücken behaarter? Er fletschte die Zähne.

»Aber wissen Sie was? Ich glaube, dass es Ihnen nicht egal ist, ob Sie in der Fortaleza del Silencio verschwinden, als hätte es Sie nie gegeben. Sie sind aus einem mir unbekannten Grund sauer auf Cayetana, und ich wette, Sie würden ihm gern Ihre Meinung sagen, oder?«

Blackwood atmete schwer und starrte Tamás wütend an, ehe er zurücktrat und hinter den Gitterstäben auf und ab tigerte. Tamás hob beide Hände, wie um zu zeigen, dass er unbewaffnet war. »Wir sind beide nicht ganz ehrlich, nicht wahr? Ich kann Ihnen nur einen guten Rat als Ihr Anwalt geben: Was auch immer zwischen Ihnen und Cayetana steht – lassen Sie es nicht zu Ihrem Nachteil werden. Ich bekomme Sie hier raus, das sollte nicht das Problem werden angesichts der ganzen Verfahrensfehler, die bei Ihrer Verhaftung gemacht wurden.«

Blackwood lachte auf, aber dieses Mal klang es bitter. Er ließ sich auf seine Pritsche fallen und lehnte sich an die Wand. »Und was würde das ändern, Capulet?«

»Sie wären frei.«

Wieder lachte Blackwood, aber es war ein irres Lachen, getrieben von Verzweiflung. Er schüttelte seinen blonden Kopf. Auf sein Gesicht trat ein grimmiger Gesichtsausdruck.

»Es ist nicht diese Zelle, die mich bindet«, brummte er. »Dann mach mal deinen Job, Capulet.«

Tamás nahm seine Tasche. Ramírez schloss die Tür auf. »Sind Sie fertig?«

Tamás nickte und ging ohne ein weiteres Wort hinaus.

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