Gartung, Zandron, Schaller/Mayr gehen für Deutschland und Österreich ins Rennen
In Peking stehen ab Freitag (18.9.) beim ISU-Qualifikationswettbewerb Skate to Milano die letzten Quotenplätze für die Olympischen Winterspiele in Mailand auf dem Spiel. 111 Läuferinnen und Läufer gehen an den Start, darunter Genrikh Gartung für Deutschland sowie Maurizio Zandron und das Paarlaufduo Sophia Schaller/Livio Mayr aus Österreich. 49 Nationen sind vertreten, dazu kommen vier sogenannte neutrale Athleten und Athletinnen aus Russland und Belarus.
Insgesamt 17 Plätze werden in Peking vergeben: jeweils fünf für die Damen und Herren, drei für Paare und vier im Eistanz. Unter den Teilnehmern finden sich einige Exoten zum Beispiel aus Ecuador, aber auch bekannte Namen.
Unter den 25 Bewerberinnen für die fünf Startplätze gibt es einige Favoritinnen.
Die Europameisterin von 2024, Loena Hendrickx (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Belgien) startet ihr Comeback, nachdem sie die vergangene Saison wegen einer Verletzung auslassen musste.
Anastasiia Gubanova (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Georgien), die Europameisterin von 2023, verpasste überraschend das Finale bei der WM und damit einen Quotenplatz, den sie jetzt holen will.
Die zweimalige Russische Meisterin Adeliia Petrosian (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) tritt als neutrale Athletin (AIN – das französische Acronym für Athlete Individuel Neutre) an und hat den 3A und vierfache Sprünge im Programm. Allerdings ist sie aufgrund der Sperre für Russland seit dem Junioren Grand Prix 2021 nicht mehr international gestartet.
Die Deutsche Eislauf-Union hat aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten keine Läuferin nominiert. Eine Deutsche ist aber trotzdem dabei: Nargiz Süleymanova startet seit der vergangenen Saison für Aserbaidschan, das Heimatland ihrer Eltern.
Während es bei den Damen klare Favoritinnen gibt, sieht das Rennen bei den Herren offen aus. Hier sind 26 Teilnehmer für fünf Plätze am Start.
Der Sieger der Olympischen Jugendspiele 2024 Hyungyeom Kim (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Korea) muss in die Quali, nachdem er bei der WM das Finale nicht erreicht hatte.
Der beliebte Mexikaner Donovan Carrillo (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) möchte es zu seinen zweiten Olympischen Spielen schaffen. Er konnte sich 2022 als erster Mexikaner seit 30 Jahren für Olympische Spiele qualifizieren.
Francois Pitot (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hat die Chance, einen dritten Startplatz für Frankreich zu holen.
Petr Gumennik (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus St. Petersburg nimmt als neutraler Athlet teil und ist ein Top-Kandidat für einen Platz, aber er ist seit Ende 2021 nicht mehr international gelaufen. Er hat seine erfolgreiche Kür mit Musik aus dem Film “Onegin” (nach Alexander Pushkins Versroman) aus dem Vorjahr wieder ausgepackt.
Genrikh Gartung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Oberstdorf) soll einen Platz für Deutschland holen. Für den 17-Jährigen ist es sein Debüt in der internationalen Meisterklasse. Einen deutschen Pass hat er allerdings noch nicht, so dass er einen eventuellen Quotenplatz nach aktuellem Stand nicht selbst würde nutzen können.
Der Österreichische Staatsmeister Maurizio Zandron (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus Innsbruck nimmt einen erneuten Anlauf, die Qualifikation zu schaffen.
Im Paarlauf gibt es nur drei freie Quotenplätze für elf Paare.
Die Sieger des Juniorenfinales 2024 Jiaxuan Zhang/Yihang Huang (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) sollen einen Platz für China holen. Die Olympiasieger von 2022 Wenjing Sui/Cong Han (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) haben zwar ihr Comeback angekündigt, aber sie sind nur als Ersatz gelistet.
Yuna Nagaoka/Sumitada Moriguchi (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus Japan hinterließen beim Challenger in Osaka einen starken Eindruck und könnten einen zweiten Platz für Japan sichern.
Audrey Shin/Balazs Nagy (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (USA) könnten einen dritten Platz für die US-Paare herauslaufen. Falls das gelingt, hätten die USA in allen Disziplinen drei Startplätze, das maximale Kontingent.
Sophia Schaller/Livio Mayr (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) möchten für Österreich einen Quotenplatz ergattern.
19 Eistanzduos wetteifern um vier Plätze, und hier gibt es ebenfalls Favoriten.
Die EM-Dritten von 2024 Allison Reed/Saulius Ambrulevicius (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus Litauen haben überraschend das Finale bei der WM verpasst und müssen nun nach Peking. Besonders bitter: Das Duo hatte 2018 und 2022 jeweils einen Olympiaplatz gesichert, doch konnten sie nicht antreten, weil Reed die litauische Staatsbürgerschaft fehlte. Die hat sie im vergangenen Jahr endlich erhalten, aber dann ging die WM daneben.
Holly Harris/Jason Chan (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Australien) waren zwar im WM-Finale, aber es reichte trotzdem knapp nicht für einen Quotenplatz.
Die Chinesen Shiyue Wang/Xinyu Lu (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Olympiateilnehmer 2022, haben ein Comeback gestartet.
Der Schwede Nikolaj Majorov (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) war 2022 bei den Olympischen Spielen als Einzelläufer dabei, jetzt möchte er sich als Eistänzer mit seiner Partnerin Milla Ruud Reitan (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) qualifizieren. Die gebürtige Norwegerin Ruud Reitan hat allerdings noch keine schwedische Staatsbürgerschaft.
Für Spanien tritt der Deutsche und Neu-Spanier Asaf Kazimov mit seiner Partnerin Sofia Val an. Sollte das Duo einen zweiten Quotenplatz sichern, wären mit Kazimov und dem ebenfalls frisch eingebürgerten Tim Dieck zwei deutsche Eistänzer für Spanien in Mailand dabei.
Wer kann in Peking um einen Quotenplatz laufen?
Bei der WM 2025 in Boston wurden bereits jeweils 24 Plätze für Damen und Herren, 16 für Paare und 19 für Eistanzduos vergeben.
Alle Länder, die bei der WM leer ausgegangen sind und diejenigen, die die Chance auf einen zweiten oder dritten Startplatz haben, können an der Qualifikation teilnehmen und maximal einen Platz bzw. einen zusätzlichen Platz erlaufen.
Die Sportler müssen andere sein als diejenigen, die in Boston im Finale waren und dort einen Startplatz geholt haben.
Die ISU hat außerdem insgesamt vier neutrale Athletinnen und Athleten, die aus den gesperrten Ländern Russland und Belarus kommen, zugelassen. Die AIN sind nur im Einzellauf vertreten, nicht im Paarlauf und Eistanz. Weitere Informationen zu den AIN gibt es in den folgenden ISU-Mitteilungen: ISU Communication 2708 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und ISU Communication 2680 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Die Olympischen Quotenplätze werden in der Reihenfolge des Ergebnisses in Peking vergeben, d.h. z.B. die ersten fünf Damen holen einen Platz. Falls Länder später bereits erworbene Plätze zurückgeben, rücken die nächstbesten Läufer/innen von Peking nach, um diese frei gewordenen Plätze zu füllen.
Für die Teilnahme an der Qualifikation ist keine Mindestpunktzahl wie bei ISU-Meisterschaften oder dem Grand Prix nötig.
Der Zeitplan
Freitag, 19. September: Rhythmustanz, Paare & Damen Kurzprogramm
Samstag, 20. September: Herren Kurzprogramm, Paare & Damen Kür
Sonntag, 21. September: Eistanz & Herren Kür
In Österreich, in Deutschland und in der Schweiz sollte der ISU Stream (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)verfügbar sein. Irrtümlich hatte die ISU zunächst angegeben, dass der ORF überträgt.
Weitere Informationen über den Wettbewerb: Skate to Milano Olympic Qualifier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Infos zu den Qualifikationsregeln: Regel 400 in den ISU Special Regulations & Technical Rules 2024 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und in der Information über die Qualifikation im Eiskunstlauf (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Text & Photos: Tatjana Flade