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Was mir in der Perimenopause geholfen hat

Schlafstörungen, Stimmungs- und Gewichtsschwankungen, Nerven zum Zerreißen, als das kann die Perimenopause mit sich bringen. Wir können die Mitbringsel aber auch postwendend heimschicken oder zumindest an die Kette legen.

 

Eigentlich habe ich keine Lust auf irgendwelchen Menopausen. Egal ob Peri oder Meno, ich könnte den Teil einfach gut skippen und würde mir am liebsten einreden, dass mich das nicht betrifft. Aber unter uns: Funktioniert nicht so gut mit 45, denn ich bin nicht mehr ganz ich selbst. Neuerdings gibt es Probleme mit dem Schlaf, die Nerven brennen manchmal wie ein wildes Pferd mit mir durch, die Periode sollte sich besser „Unregel“ schimpfen, die Haare rieseln manchmal und das Herz hämmert. Was ist da also los? Ich kann´s wohl nicht mehr vor mir verheimlichen: Es ist ganz klar die Perimenopause. Als ich neulich mit meiner Freundin Julia essen war, schaute die mich ungläubig an und sagte nur: „Was ist das denn? Ich kenne nur die Wechseljahre. Und da sind wir ja wohl noch lange nicht!“

Damit hat sie auch Recht. Die Perimenopause liegt nämlich davor und ist die Übergangsphase vor der Menopause, in der die Hormonspiegel so richtig schön Samba tanzen. Und deshalb kann das Tänzchen einen auch schon mal aus der Puste bringen.

Dauer: Einige Monate bis über zehn Jahre, bei jeder Frau anders. Kennzeichen: Unregelmäßige Zyklen, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Scheidentrockenheit, Stimmungsschwankungen und eine sinkende Fruchtbarkeit. Yay! Ich möchte schon wieder ein Demo-Schild hochhalten. Nur wem? Meinen Eierstöcken? Die haben bisher ganz gut mitgemacht, drei Kinder spuken gerade um mich herum, womit ich äußerst zufrieden bin. Und jetzt quittieren mir die Mitarbeiter langsam den Dienst?

 „Egal, da musste jetzt durch, mein Häschen!“ hätte mein lieber Freund Sascha gesagt, „recherchiere doch mal, was du tun kannst, damit das Ganze nicht so nervig wird. Müssen ja noch ein paar Frauen mehr durch?“

Was war der Mann klug! Und es gibt gute Nachrichten: Wir können die Beschwerden, sollten sie denn gastieren, in den Griff bekommen!

 An erster Stelle sollte natürlich der Gang zu einer ganzheitlichen Frauenärztin stehen: Einmal bitte Hormone checken lassen! Allen voran Progesteron und Östrogen, aber auch Testosteron und DHEA. Was ganz spannend ist: Jedes Hormon hat im Körper andere Jobs: Östradiol kümmert sich zum Beispiel um die richtige Temperatur, die Gefäße und Gelenke. Progesteron beruhigt und und lässt uns schön schlafen. DHEA ist der Anpeitscher hinter Libido und Energie. Und Cortisol ist Head of Tagesrhythmus und Stressresistenz. Also Augen auf bei Symptomen, die nerven!

Meistens geht bei uns allen als erstes das Progesteron langsam in den Keller, was auch erklärt, warum wir nicht mehr so lässig sind und nicht mehr gut ein- oder durchschlafen können. Denn genau das ist die Aufgabe von Progesteron. Es kann Ängste und Stress lindern, ist entzündungshemmend, hemmt den Abbau von Gewebe (lässt uns langsamer altern!) und macht uns cool. Sackt dieses Hormon ab, ist es ja kein Wunder, wenn wir ständig an die Decke gehen! In den meisten Fällen sind Progesteronkapseln der absolute Gamechanger bei vielen Frauen. Ich nehme übrigens abends 200 mg Progesteron in Kombination mit Magnesium mit hohem Bisglycinatanteil, gucke kein Netflix mehr (Blaulicht stört unser Schlafhormon, deshalb meiden!) und schlafe fast wieder wie ein sattes Baby. Einsteigen kann man auch mit einem Rezept für eine Progesteronsalbe und schauen, was das mit einem macht.

Vielen Frauen hilft übrigens zusätzlich auch eine Kombi aus Kamille, Magnesiumbisglycinat und der Aminosäure L-Theanin. Das steht auch auf meiner Liste, muss ich unbedingt ausprobieren.

 Nächste Frage: Bist du sehr dünnhäutig? Heulen ist dein zweiter Vorname?  Wenn alle Emotionen etwas drüber sind, dann ist das ein guter Indikator, um aufs Östrogen zu gucken. Auch auf die Schilddrüse, aber die haben wir bestenfalls bereits abgeklärt. Wenn nicht, gehört die auf jeden Fall mit ins Programm. Ein anderer Indikator  für Östrogenmangel ist Trockenheit:  Wenn die Kontaktlinsen jucken, die Vagina einreißt, ständige Blasenentzündungen dein Begleiter sind und die Libido abnimmt, dann bitte hier nachprüfen!  Eine Estriol-Creme kann das Östrogen ankurbeln und Abhilfe schaffen. Übrigens: Ebenfalls ein Zeichen für Östrogenmangel ist Haut ohne Spannkraft und ausfallende Haare. Das merkt man! Ganz wichtig: Nimmt man Östrogen, sollte das Progesteron auf keinen Fall geschmiert werden, weil man den Spiegel nicht gut messen kann.

 Was fehlt noch? Das Testosteron. Unbedingt auch mal mitttesten! Sollte hier ein Mangel vorhanden sein, kann man auch das als Creme anmischen oder DHEA, eine Vorstufe des Testosterons, in Kapselnform schlucken. Und Testosteron gehört nicht nur den Männern: Es ist auch total wichtig für uns, hält die Knochen gesund, die Libido in Schuss und hilft beim Muskelaufbau. Außerdem stärkt es die Psyche: Wie Dr. Susanne Esche-Belke in „Die Stressmanagerinnen“ so schön sagt, „es ist dieser männliche Grip, einen Plan verfolgen, zielorientiert sein.“

 Die Hormone haben wir jetzt also abgecheckt, aber es gibt noch andere Faktoren:

Stress! Und davon haben wir in diesem Lebensabschnitt leider mehr als genug. Die Kinder, die alten Eltern, der Job, der Haushalt, die Hormone. Zeitdruck, Social Media und ein „timetable“ zum Hecheln. Manchmal ist alles zu viel. Leider ist das unserem Körper nicht egal.

Wenn wir auf Alarm gepolt sind, dann macht unser Körper aus dem Mutterhormon Pregnenolon nicht das Gemütlichkeitshormon Progesteron, sondern Cortisol. Sprich: Gemütlich und cool nimmt ab und wir werden zur Furie. Der Stress ruiniert uns die Hormone! Deshalb: Nicht nur mit bioidentischen Hormonen substituieren, sondern auch ruhiger leben, wenn möglich. Pausen, Yoga, meditieren, wenig Handy, wenig Blaulicht, die Ohren auf Durchzug stellen. Was auch immer entspannt, ist erlaubt.

 

 Was hilft noch?

Die Leber entlasten! Die muss nämlich alles entgiften: Ärger, Hormone. Umweltgifte, Kosmetik und was wir ihr sonst noch alles anbieten. Meine liebe Co-Autorin Vanessa hat mich mit der Leberreinigung nach Andreas Moritz bekannt gemacht. Oder sagen wir: Sie hat so lange auf mich eingeredet, bis ich es ausprobiert habe. Und war begeistert danach! Denn nicht nur der Körper atmet auf und lässt kleine Gallensteine los, auch Haut und Haare danken es dir. Das Schöne : Diese Reinigung kostet fast nichts, außer Zeit, etwas Bittersalz, ein feines Olivenöl, eine Bio-Grapefruit, ein Einlaufgerät. Aber das war´s. Der Ablauf ist auch okay, wenn man sich dran hält: In der Vorwoche isst man kein Fleisch, kein Gluten, keinen Zucker und möglichst fettfrei. Dazu trinkt man jeden Tag eine große Menge Apfelsaft (1L) oder 750 ml Sauerkirschsaft. Am Tag selbst heißt es dann: Zwei Mal abführen mit dem Bittersalz (mit Zitronensaft und durch einen Strohhalm getrunken schmeckt es wie Gin Tonic, kein Witz!), dann gibt es einen Drink aus Grapefruitsaft und Olivenöl und ab geht es ins Bett mit Wärmflasche. Am Morgen danach nochmal abführen und danach jubiliert die Leber vor Freude. (Diese Anleitung ist jetzt natürlich grob zusammengefasst, um niemanden zu langweilen, genauer steht´s bei uns im Buch. Achtung bei Herzproblemen oder einem schwachen Kreislauf- vorher mit dem Arzt abklären lassen! )

Und wem das erstmal zu viel ist oder wer ohnehin gerade viel Stress hat, kann ja mit Bitterstoffen, Mariendiestel, Löwenzahn, Artischocke & Co der Leber schon mal ein paar Streicheleinheiten verpassen und einen schönen Leberwickel mit Rizinusöl machen.

 

 Gamechanger Kaffee und salziges Frühstück

Ja, er duftet herrlich, aber gut tut er uns leider nicht. Nüchtern getrunken lässt auch er das Cortisol hochschießen und wir sind schon morgens im Stress und schwitzen wie die Affen. Die gute Nachricht ist: Du musst die Kaffeetasse nicht komplett aus deinem Leben streichen. Nur bitte erst eine Stunde nach dem Aufstehen trinken und nicht mehr nach 14.00 Uhr, wenn du denn schlafen willst. Morgens außerdem bitte am besten salzig frühstücken: Gerne ein schönes Omelett, Gemüse, Buchweizenbrot oder eine Avocado. Das unterstützt uns auf jeden Fall viel besser als darmverklebende Franzbrötchen. Und Zucker bekommt uns leider ohnehin gar nicht mehr in der Perimenopause. Je weniger, desto besser. Leider. Ja, ich bin auch eine seufzende Naschkatze!

Wenn dich jemand fragt, ob du deinen Kaffee mit Kuh- oder Pferd trinkst, sagts du am besten: Mit Mandel! Grund: Hafermilch mag zwar in aller Munde sein, bringt aber nur den Blutzuckerspiegel durcheinander. Das ist der Blutglukosewert. Den wollen wir möglichst stabil halten. Schwankungen machen uns nur müde, aggressiv, fördern Entzündungen und lassen uns zunehmen, weil der Körper überschüssige Energie wieder einlagert. Also komplexe Kohlenhydrate und Proteine auf die Bio- Einkaufsliste: Fleisch, Fisch, Eier, Samen und Nüsse, Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen und Gemüse. Oder wie unser Lieblingsheilpraktiker immer sagt: „Brokkoli hat keine Zutatenliste.“ Eigentlich ganz einfach.  

Übrigens: Man kann auch früher in die Perimenopause rutschen durch sogenannte „endokrine Disruptoren“, das sind Stoffe, die unsere Hormone durcheinander würfeln durch Mikroplastik, Phthalate, Parabene oder Bisphenole, um nur einige zu nennen. Beispiele gefällig? So gut wie jeder Nagellack, Makeup, schwarze Pfannenwender, Plastikschneidebretter oder Kassenbons. Besser aussortieren und Kosmetik mit der Tox Fox-App durchscannen.

Das war jetzt viel? Ja, das stimmt. Aber ich finde, lieber viel Info und dann handeln, als weiter unwissentlich vieles falsch zu machen und sich über Probleme wundern. In diesem Sinne:

Mini-steps machen schon einen Unterschied! Probier´s mal aus! Und nicht vergessen: Du bist nicht allein!

 

Checkliste:

- Hormone checken lassen: Progesteron, Östrogen, DHEA, Testosteron

- Mikronährstoffe, Spurenelemente und Vitamine überprüfen (vor allem Vitamin D, Eisen, Zink, alle B-Vitamine)

- Stress reduzieren

- Zucker reduzieren

- Leber reinigen oder entlasten (s.a. meinen neuen Lieblingsdrink)

- Kaffeeroutine überprüfen

- salzig frühstücken

- endukrine Disruptoren reduzieren (alles, was den Hormonhaushalt stören kann, vor allem Kosmetik, Putzmittel & Co überprüfen)

 

Mehr dazu in: „Gesund, stark, schön“ & „Die Stressmanagerinnen“ von Vanessa Blumhagen & Anna Funck, mvg Verlag 

Hinweis

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