
đâ⏠Leute, ich hab nen Wahlkater!
Wahlâąkaâąter, der
[ohne Plural]
Kopfschmerzen, Ăbelkeit, Erschöpfung und allgemeines Unwohlsein. Ursache ist meist eine Kombination aus Mangel an sozialpolitsichen Themen im Wahlkampf und Reizung der Magenschleimhaut durch Rechtsruck der demokratischen Mitte
Obwohl ich bewusst kein Doomscrolling betrieben und die ewigen Kandidaten-Checks und Wahlarenen ignoriert habe, fĂŒhle ich mich ernĂŒchtert und erschöpft. Wir werden nun einen Kanzler haben, der sich durch Aussagen wie âkleine Paschasâ und âSozialtourismusâ hervorgetan hat, der mit Stimmen der AfD (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)Abstimmungen gewinnen möchte, ein Besorgnis erregendes Frauenbild (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) vertritt, einem neoliberalen Wohlstandsbegriff (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)huldigt, die Finanzierung gemeinnĂŒtziger Organisationen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) infrage stellt und sich völlig entgrenzt gegen linke WĂ€hler:innen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) Ă€uĂert.
Obwohl ich bewusst kein Doomscrooling gemacht habe, die ewigen Kandidaten-Checks und Wahlarenas ignoriert habe, fĂŒhl ich mich ernĂŒchtert und erschöpft, dass wir jetzt einen Kanzler haben werden, der sich durch Aussagen wie âkleine Paschasâ, und âSozialtourismusâ hervorgetan hat, der mit Stimmen der AfD Abstimmungen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) gewinnen möchte, der ein völlig eingestaubtes Frauenbild (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)hat, der einem neoliberalen Wohlstandsbegriff (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)huldigt, der nun die Finanzierung gemeinnĂŒtziger Organisationen infrage (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) und der sich völlig entgrenzt gegen linke und grĂŒne WĂ€hlerinnen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) Ă€uĂert.
Was hilft? Die rhetorische Entgrenzung darf sich nicht normalisieren. Den immer gleichen MĂ€rchen ĂŒber Migration und linke Politik als vermeintliche Feinde des Wohlstands mĂŒssen wir konsequent Perspektivwechsel entgegensetzen. Das wĂŒrde ich auch Friedrich Merz raten.
Hier sind meine FLINTA-Highlights fĂŒr Friedrich Merz:

Wir alle sind rassistisch â auch diejenigen, die es nicht sein wollen. Auch die, die Menschen mit Migrationshintergrund oder rassifizierte Menschen zu ihren Freund:innen zĂ€hlen. Auch die, die sich als politisch links verstehen. Auch ich.
Wir alle sind mit rassistischen Stereotypen aufgewachsen, geprĂ€gt von einer eurozentrischen und kolonialen Perspektive. Wer von euch kennt sich mit Schwarzen BĂŒrgerrechtsbewegungen aus? Wer hat in der Schule etwas ĂŒber die deutsche Kolonialgeschichte gelernt? Wer beschĂ€ftigt sich mit der LebensrealitĂ€t von GeflĂŒchteten in Deutschland?
Nicht rassistisch sein zu wollen, ist keine Haltung, die man einfach annimmt â sondern es erfordert aktives Handeln. Es bedeutet eine andauernde Verlernarbeit, sich damit auseinanderzusetzen, wie Rassismus wirkt, wie er entstanden ist, wie er sich fĂŒr Betroffene anfĂŒhlt und was es braucht, um ihn zu erkennen, zu verlassen und sich zu solidarisieren.
Zum Einstieg empfehle ich euch EXIT RACISM â rassismuskritisch denken lernen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) von Tupoka Ogette (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre). Das Buch bietet einen historischen Ăberblick, persönliche Erfahrungsberichte und ist zugleich nahbar, leicht verstĂ€ndlich und erschĂŒtternd. FĂŒr mich ein absolutes Standardwerk. Das Hörbuch könnt ihr kostenlos auf Spotify hören.

MĂ€nnlichkeit und Weiblichkeit sind soziale Konstrukte. Sie bilden die Grundpfeiler einer patriarchalen Welt, in der MĂ€nner kĂ€mpfen und Frauen sich kĂŒmmern sollen. MĂ€nnlichkeit wird mit StĂ€rke und Dominanz verknĂŒpft â Eigenschaften, die den âVolkskörperâ wehrhaft machen sollen. Doch diese Ideale haben auch schĂ€dliche Nebenwirkungen: Sie beeinflussen unsere Beziehungen, schaden der mentalen und körperlichen Gesundheit von MĂ€nnern und stehen einem fĂŒrsorglichen, gleichberechtigten Gesellschaftsmodell im Weg.
MĂ€nnerbĂŒnde verhindern Teilhabe und Vielfalt. Starre MĂ€nnlichkeitsideale erzeugen Hierarchien und ein permanentes GefĂŒhl des Defizits â die sogenannte âMĂ€nnlichkeitskriseâ.
Die Arte-Dokuserie Viril â Starke MĂ€nner (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) (3 Folgen Ă 15 Minuten) gibt einen kompakten Ăberblick darĂŒber, wie sich MĂ€nnlichkeitsbilder in Popkultur und Politik gegenseitig beeinflussen.

Christina Clemm ist RechtsanwĂ€ltin und vertritt Frauen, die von hĂ€uslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen sind. In ihrem Buch berichtet sie von realen FĂ€llen und beschreibt die HĂŒrden, die viele Betroffene davon abhalten, ihre gewalttĂ€tigen Partner anzuzeigen. Sie schildert die entwĂŒrdigenden Schikanen, denen Frauen im Zuge von Ermittlungen und Gerichtsverfahren ausgesetzt sind, und zeigt, wie tief strukturelle Frauenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft, Kultur â und im Rechtssystem â verankert ist.
Diese Mechanismen sollten uns bewusst sein, damit wir uns nicht an Ihnen beteiligen.
âAlok Vaid-Mennon, eine Performer*in und Autor*in, sagte in der Vogue im Oktober 2022: âWissen Sie, was das Gegenteil von Meinungsfreiheit ist? Ermordet werden.â
đ Gegen Frauenhass. Christina Clemm. S.204

Endlich ist Tina Mobil (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) wieder in der Mediathek. In den fĂŒnf Folgen ist mir die Hauptfigur so ans Herz gewachsen, dass ich sie sofort vermisst habe, als die Serie vorbei war.
Tina ist eine Alleinerziehende, die sich mit einem BĂ€ckerei-Wagen selbststĂ€ndig macht. Zwischen völliger Erschöpfung und unerschĂŒtterlicher HartnĂ€ckigkeit kĂ€mpft sie gegen alle WiderstĂ€nde. Diese Serie ist ebenso anrĂŒhrend wie wĂŒtend, ebenso hoffnungsvoll wie ernĂŒchternd, ebenso trĂ€umerisch wie gnadenlos.
Und wenn dann wieder irgendein Politikerarschloch beim BĂŒrgergeld kĂŒrzen will, den Spitzensteuersatz ablehnt oder gegen die Vier-Tage-Woche wettert mit dem Argument âLeistung muss sich lohnen!â, möchte man ihm nur noch eines zurufen: GUCK DIESE SERIE!
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Ich hab groĂartiges Feedback von euch bekommen.
Durch meine laufende Umfrage, hat mich der Wunsch nach Transkripten erreicht. Ich schaffe es nicht sofort fĂŒr alle Folgen Transkripte zu erstellen, aber ab der aktuellen Folge (43) werden Transkripte regulĂ€r verfĂŒgbar ĂŒber verbittert-talentlos.letscast.fm (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre) sein. (Spotify unterstĂŒtzt leider keine Transkripte von alternativen Hosts)

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Bleibt unbequem. Eure Susi!
đ§ Die nĂ€chste Folge von VERBITTERT TALENTLOS erscheint am Do 13.03.25 | Folge 45. â ïžđ toxische Weiblichkeit als Ăberlebensstrategie im Patriachat | mit Barbara Peveling
đą Schreib mir gern an: verbittert-mail@web.de (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)