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Ausgabe #54 — Kein Reset für den Ring

Mit Frogger (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)habe ich als Kind unzählige Stunden verbracht. Wer sich an das Spiel erinnert, weiß, wie sich eine eigentlich simple Strecke plötzlich wie ein Hochrisikolevel anfühlt.

Genau so fühlt sich der Ring an.

Nur dass man hier nicht einfach neu starten kann.
Die Stadt lässt sich nicht zurücksetzen. Sie verändert sich im Bestand. Schließlich muss die Stadt mit den Veränderungen der Zeit mitgehen.

Am Ring lassen sich diese Veränderungen besonders gut ablesen. Allein die wechselnden Bezeichnungen seiner Abschnitte erzählen die politische Geschichte der Stadt – und auch angrenzende Orte spiegeln diese Brüche: So wurde der Schwarzenbergplatz zwischenzeitlich zum „Stalinplatz“, der Rathausplatz zum „Adolf-Hitler-Platz“.

Kartenausschnitt der Ringstraße inklusive historischer Benennung der Abschnitte 1861-2026
Kartenausschnitt der Ringstraße inklusive historischer Benennung der Abschnitte 1861-2026 © Harald R. Stühlinger

Nun will die Stadt Wien den Ring neu gestalten – mit getrennten Flächen für Radfahrende und Fußgänger*innen statt der aktuellen Mischzonen. Baubeginn ist ab Herbst 2026, gestartet wird beim Schottenring.

Beim Schottenring beginnt's

Wir haben über genau diesen Abschnitt der Stadt schon im letzten Jahr berichtet und die Flâneur-Community gefragt, wo Wien im Alltag nicht und besonders gut funktioniert. Aus den knapp 300 Antworten ist eine interaktive Karte entstanden, auf der Gefahrenstellen, Umwege und tägliche Wege durch die Stadt sichtbar gemacht wurden.

Hier geht es zur Karte – du kannst dich durch die einzelnen Stellen klicken und die Kommentare dazu lesen.

https://www.google.com/maps/d/u/0/edit?mid=1E7_qDADYJPWMkRtOiyCFn9upGSoGduk&usp=sharing (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Heute möchten wir die Karte erweitern und dich fragen, wie sich Wien im Alltag für dich anfühlt. Zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto. Denk Link dazu findest du am Ende dieser Ausgabe.

Seit unserer letzten Befragung ist tatsächlich etwas passiert.

Neue Radachsen sind entstanden, bestehende Lücken wurden geschlossen und einzelne Straßenzüge komplett neu gedacht: etwa die Argentinierstraße, Teile der Währinger Straße oder der Ausbau mehrerer Radhighways. Insgesamt spricht die Stadt von über 20 Kilometern neuer Radinfrastruktur allein im Jahr 2025.

Die entscheidende Frage jedoch bleibt:
Wird es dadurch auch sicherer?

Ein Blick in die aktuellen Zahlen von Statistik Austria (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) für ganz Österreich zeigt ein gemischtes Bild:

  • 32 getötete Radfahrer:innen im Jahr 2024 (–10 im Vergleich zu 2023)

  • Über 10.000 verletzte Radfahrer:innen (+5 %)

  • 2.447 Schwerverletzte (+12 %)

  • E-Bikes überdurchschnittlich betroffen

  • Helmquote leicht gestiegen

Während die Zahl der Todesfälle sinkt, steigen gleichzeitig die Verletztenzahlen: Ein Hinweis darauf, dass immer mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind, die Infrastruktur aber vielerorts noch nicht mithält.

Wien steht im Bundesländervergleich zwar vergleichsweise gut da und weist die niedrigste Zahl an Verkehrstoten pro Million Einwohner*innen auf. Was das konkret für Radfahrer*innen bedeutet, bleibt allerdings offen. Eine eigene Auswertung fehlt.

Der Ring ist dabei mehr als nur ein Radweg.

Er ist ein Ort, an dem sich entscheidet, wie diese Stadt ihren Raum verteilt und wer sich darin sicher bewegen kann:

  • Für Fußgänger*innen geht es um Platz und Orientierung.

  • Für Radfahrende um Sicherheit und Durchgängigkeit.

  • Für Autofahrende um Verlust von Spuren und Parkraum.

Ein Ort, an dem sich diese Konflikte verdichten.
Genau deshalb wollen wir es wieder genauer wissen.

Wie fühlt sich Wien heute an für dich?

Zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto:
Wie erlebst du die Stadt im Alltag?

Wir haben unsere Umfrage neu gestartet und freuen uns auf deine Perspektive.

Denn die Stadt verändert sich gerade sichtbar.
Die Frage ist nur: Für wen?

KULTURTIPPS

ROLLER DERBY

Wer glaubt, Stadtleben spiele sich nur auf Straßen und Plätzen ab, war noch nie bei einem Roller Derby.

Für einen ersten Eindruck empfehle ich dieses Video.

https://www.youtube.com/watch?v=IjVlGKKdErE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wenn du nun live dabei sein möchtest, dann merke dir diesen Termin:

Samstag, 11. April 2026 – ab 12:30 Uhr
AHS Theodor-Kramer-Straße, 1220 Wien

Bei den OYSTERS Home Games trifft das A-Team von Vienna Roller Derby Oysters auf Teams aus Zürich und Valencia. Drei Spiele, schnelle Richtungswechsel, viel Körperkontakt – und eine Atmosphäre irgendwo zwischen Sportevent und Subkultur-Party.

Zwischen den Matches gibt es Halftime-Shows, Soli-Tattoos und genug Gründe, den Samstag einmal anders zu verbringen.

Doors open: 12:30 Uhr

Zeitplan Spiele:

13 Uhr Zurich vs. VRD Oysters
15:15 Uhr Valencia vs. Zurich
17:30 Uhr VRD Oysters vs. Valencia

Special

Soli Tattoos by Stoigi von The Grove Tattoo! (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Lass dich tätowieren und unterstütze unsere Teams. Der gesamte Erlös (100 %) kommt Vienna Roller Derby zugute.

Halftimeshows

15:55 Uhr Zeche Hinterfotzing (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
18:10 Uhr The Fearleaders (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Ein Nachmittag, der zeigt, wie vielfältig Bewegung in dieser Stadt sein kann.

Passend zum heutigen Thema möchte ich auf ein Jubiläum aufmerksam machen. Auch wenn es noch ein bisschen dauert. Save the date für:

20 Jahre Critical Mass

Freitag, 17. April 2026 – 17:00 Uhr
Schwarzenbergplatz / Donauinsel (SummerStation bei Brigittenauer Brücke), Wien

(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Klicke auf das Bild, um direkt auf die Veranstaltungsseite zu gelangen.

20 Jahre Critical Mass Vienna und das wird groß gefeiert. Seit 2006 fährt die Critical Mass jeden dritten Freitag im Monat durch Wien und setzt sich für mehr Platz fürs Rad ein. Zum Jubiläum gibt es einen besonders großen Ride quer durch die Stadt mit anschließendem Konzert auf der Donauinsel.

Ab 20:00 Uhr stehen unter anderem die FM4-Protestsongcontest-Gewinner:innen 2026, Black SunZet, auf der Bühne. Mit dabei sind außerdem Flonky Chonks und Jenna Ham. Der Eintritt ist frei, danach geht es mit einem DJ-Set weiter.

👉 Start: 17:00 Uhr Ride am Schwarzenbergplatz
👉 Konzert: ab 20:00 Uhr auf der Donauinsel

Nouvelle Vague: Richard Linklaters mitreißende Hommage

Foto Nouvelle Vague

Samstag, 4. April 2026 – 18:15 Uhr
Breitenseer Lichtspiele, 1140 Wien

Manchmal lohnt es sich, nicht nur durch die Stadt zu flanieren, sondern auch durchs Kino.

Mit Nouvelle Vague schaut Richard Linklater dorthin, wo ein Stück Filmgeschichte entstanden ist: auf das Set von Breathless.

Gedreht in Schwarz-Weiß und mit viel Gespür für den Esprit der frühen Sechziger erzählt der Film von Improvisation, Reibung und dem Mut, Dinge anders zu machen. Oder anders gesagt: davon, wie Neues entsteht, wenn man sich nicht an Regeln hält.

Ein Kinobesuch wie ein Spaziergang durch die Ideen der Nouvelle Vague.

Bis zur nächsten Ausgabe nach Ostern wünsche ich dir eine gute Zeit!

Liebe Grüße,
Alexandra Folwarski, Herausgeberin Wiener Flâneur

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