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LöwenPost 48: Die Sino Kolumne

James Bond ~ KI-Sicherheit ~ Gipfeltreffen
KI-Bild erstellt mit Leonardo.ai

Daniel Craig ist seit März 2026 als globaler Markenbotschafter für den chinesischen Autohersteller Denza aktiv. Denza ist ein Tochterunternehmen von BYD und als Premium-Fahrzeughersteller bekannt. Die Kampagne mit Werbevideos unter dem Titel „Everything is Changing“ mit dem Denza Z9 GT enthält auch einen Monolog mit einem schwarzen Labrador namens "Noobs". Man könnte auch sagen: "James Bond fährt jetzt Denza".

https://youtu.be/bEyls4bGlNE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)https://youtu.be/yI-wjDhr-mA (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Während viele Kommentare die Spots loben, kommen aber von einigen westlichen Internetnutzern Anmerkungen, die die kleingeistige Ängstlichkeit in der westlichen Welt hervorragend darstellt. Ein Kommentar lautet fragend, warum ein britischer "Spion" ein chinesischen Hightech-Fahrzeug fahren darf. Der chinesische Branchenkommentator und Analyst Liu Dingding kommentiert diese Skepsis in der westlichen Welt wie folgt:

"Sie haben sich noch nicht vollständig an die neue Realität angepasst, dass chinesische Autos nun global werden und auf Augenhöhe mit etablierten internationalen Marken konkurrieren. Es braucht Zeit, sich an diese Veränderung zu gewöhnen. Daniel Craig, der einen BYD fährt, ist erst der Anfang dieser Umstellung."

("They have not yet fully adapted to the new reality that Chinese cars are now going global and competing on equal footing with established international brands. It takes time to adjust to this shift. Daniel Craig driving a BYD is only the beginning of that adjustment.")

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die selbstverliebten Europäer verstehen, dass ihre technologische Dominanz im Automobilsektor längst gebrochen ist und in dieser Branche chinesische Unternehmen bereits den Ton angeben. Wer davon noch nicht überzeugt ist, kann gern meinen Taibang-Blog (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) abonnieren, wo ich regelmäßig über diese technologischen Errungenschaften chinesischer Automobilhersteller berichte. Den Denza Z9 GT habe ich übrigens in der Taibang-Folge 167 am 15. März vorgestellt: Taibang 167: Eindrucksvolles aus China, Singapore & Korea. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Werbekampagne von Denza mit Daniel Craig; Bild in Global Times veröffentlicht

Der US-amerikanische Senator für den Bundesstaat Vermont, Bernie Sanders, hat zwei chinesische KI-Forscher eingeladen, um über Sicherheitskooperationen zu sprechen. An der Diskussion im Kongressgebäude in Washington über die Risiken fortschrittlicher künstlicher Intelligenz nahm Xue Lan, Dekan des Institute for AI International Governance an der Tsinghua University und Zeng Yi, Dekan des Beijing Institute of AI Safety and Governance, teil. Sanders klassifiziert die KI-Sicherheit als globales Risikomanagementproblem, das die Gefährlichkeit wie Atomwaffen oder Pandemien besitzt. Er argumentiert deshalb, dass die beiden großen KI-Nationen USA und China bei Sicherheitsstandards, technischen Protokollen und Risikoprävention zusammenarbeiten sollten. Wenn global agierende Bandenkriminalität KI als Waffe einsetzen, so entstehen daraus sehr schnell auch globale Probleme. Aber allein, dass KI mittlerweile im militärischen Bereich über militärische Aktionen entscheiden, birgt durch staatliche Akteure schon hohe Risiken. Eine internationale Zusammenarbeit scheint deshalb zwingend notwendig, um zukünftigen Schaden durch den außer Kontrolle geratenen Einsatz von KI abzuwenden. Allerdings scheinen die USA in all ihrer Arroganz kein Interesse an solchen Sicherheitsgesprächen zu haben, denn einige US-Medien forderten eine geheimdienstliche Beobachtung von Sanders, da er zu chinesischen KI-Governance-Beamten Kontakt hat. Andere Stimmen in den USA lehnen eine Sicherheitsdebatte ab, um die KI-Entwicklung nicht zu verlangsamen. Die "Washington Post" titelte sogar in einem Artikel: "Bernie Sanders' KI-Kooperationsfantasie ist gefährlich" ("Bernie Sanders’s AI cooperation fantasy is dangerous"). Den Gipfel an Arroganz hat dagegen der US-Finanzminister Scott Bessent erklommen, indem er diesen Kommentar postete:

"Die wahre Bedrohung für die Sicherheit der KI besteht darin, irgendeinem anderen Land als den Vereinigten Staaten zu erlauben, den globalen Standard zu setzen."

("The real threat to AI safety is letting any nation other than the United States set the global standard.")

China dagegen regelt auf verschiedenen Ebenen, von Gesetzen mit adaptiver Governance bis Unternehmensvereinbarungen, wie auf der AI Conference in Shanghai im letzten Jahr, KI-Sicherheit im eigenen Land. Xue Lan kommentiert das in Washington folgendermaßen:

"Wenn man all diese Elemente zusammenzählt, hat China eine Art mehrschichtiges System aufgebaut, um KI-Risiken zu regulieren. Es gibt zwar immer noch Schwächen und Probleme hier und da, aber es konnte Chinas KI-Entwicklung auf ausgewogene Weise unterstützen."

("So, adding all of those elements together, China has built a sort of multi-layer system to regulate AI risks. It still has weaknesses and problems here and there, but it has been able to support China’s AI advancement in a balanced way.")

Die USA dagegen ignorieren diesen wichtigen Teil der technologischen Entwicklung und streiten im eigenen Land eher über regionalen Stromverbrauch und lokale Verbote für den Bau von Rechenzentren komplett am Thema vorbei. Mein Urteil lautet deswegen: Die größte Gefahr für die Welt ist, wie auch in anderen Bereichen, die US-amerikanische Politik selbst, während China einen verantwortungsvollen Weg sucht und geht. Die Politiker und Menschen in Europa sollten diese Vorgänge ganz genau betrachten und entsprechend Urteile fällen, wenn es mal wieder um globale Sicherheitsfragen geht.

In dieser Woche ist ein zweitägiges Gipfeltreffen der beiden Regierungschefs von China und den USA, Xi Jinping und Donald Trump, in Peking geplant. Das oben genannte Thema der KI-Sicherheit wird dabei wohl nicht auf dem Themenzettel stehen. Und so sprießen die Spekulationen in die Höhe, welche Themen und Verträge Gegenstand des Trump-Besuches in China sein werden. Im Mittelpunkt werden wahrscheinlich wirtschaftliche Handelsthemen stehen. Sowohl für China als Exportmacht und für die USA mit Trump dem "Businessman" sind diese Themen zentral. Was erwarte ich also von diesem Besuch? Ich glaube an keine tiefgreifenden Ergebnisse. Bei der Taiwan-Frage wird es wohlmeinende Äußerungen geben, allerdings ohne Konsequenzen bei der Einschränkung von US-Waffenexporten. Der amerikanische Präsident betont sicherlich den fairen Handel, nur um danach weiterhin Repressionen gegen chinesische Firmen voranzutreiben. Die US-Zölle werden weiterhin auf einem überschaubaren Niveau bleiben, dafür kauft China mehr Boeing-Flugzeuge und US-Agrargüter, zumindest werden Absichtsverträge geschlossen. Sehen wir aber das Positive, dass es in der Taiwan-Frage zur Entspannung kommt, denn der US-Außenminister Marco Rubio betonte letzte Woche vor Reportern im Weißen Haus:

"Ich glaube, beide Länder verstehen, dass es im Interesse keines von uns liegt, dass in jenem Teil der Welt irgendetwas Destabilisierendes geschieht. Wir haben kein Interesse daran, dass es – sei es in Bezug auf Taiwan oder irgendwo sonst im Indopazifik – zu destabilisierenden Ereignissen kommt; und ich denke, dies liegt im beiderseitigen Interesse sowohl der Vereinigten Staaten als auch der Chinesen."

("I think both countries understand that it is in neither one of our interests to see anything destabilizing happen in that part of the world... We don’t need any destabilizing events to occur with regards to Taiwan or anywhere in the Indo-Pacific, and I think that’s to the mutual benefit of both the United States and the Chinese.")

Trotzdem sollte China aufmerksam und wachsam bleiben, denn bei mündlichen und schriftlichen Zusagen der USA ist die Verlässlichkeit so eine Sache.

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