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Bedürfnisorientiert und Frustrationstoleranz

Anne* schrieb mir: "Wie können Kinder lernen, Frust zu ertragen, wenn wir ihre Bedürfnisse immer erfüllen? Wie gehen bedürfnisorientierte Elternschaft und Frustrationstoleranz zusammen?"

Hier auf Steady beantworte ich einige eurer Fragen mit meinem Hintergrund eines Studiums der Neurowissenschaften und kognitiven Psychologie, einer Ausbildung zur Trageberaterin und Babykursleiterin, meinem gesammelten Wissen aus etwa 250 Büchern zum Thema Erziehung und meinen Erfahrungen, die ich in den letzten sieben Jahren als Mutter gesammelt habe. Ich bin keine Psychologin und kein Coach. Wenn euch eine Situation so sehr belastet, dass sie eure Gedanken den ganzen Tag über beeinflusst, möchte ich euch bitten, euch professionelle Hilfe zu suchen. Ich kann euch die innere Arbeit mit eurem Päckchen an Erfahrungen, Verletzungen und Traumata nicht abnehmen. Was ich aber versuchen kann, ist euch ein paar Gedanken und Impulse mitzugeben, die euch vielleicht helfen können, eure eigene Lösung zu finden. Und wenn ihr euch mit dem, was ich schreibe, überhaupt nicht identifizieren können solltet, dann ist auch das ein wichtiges Zeichen. Ich bin keine „Expertin“ und habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Was ich anbieten kann, ist eine (hoffentlich) empathische Antwort aus wissenschaftlichem und persönlichem Hintergrund.

Wer mir auch schreiben möchte, wendet sich bitte an anna.brachetti@posteo.de. Ich bearbeite dienstags und donnerstags eure Briefe. Schreibt bitte auch dazu, ob ich eure Nachricht und meine Antwort darauf anonymisiert (*Namen werden verändert) veröffentlichen kann.

Vielen Dank für das Vertrauen!

(Bild: Chiara Doveri Photography)

Liebe Anna,

mit Freude und großem Interesse verfolge ich Dich und Deine Stories auf Instagram. Nun bin ich an Weihnachten selbst das erste mal Mutter geworden und versuche mich an bedürfnisorientierter Erziehung. In Gesprächen mit meinem Mann dazu kam immer wieder die Frage auf, wie BO mit dem Erlernen einer natürlichen Frustrationstoleranz zusammen geht. Damit meine ich, wie lernt ein Kind für sein späteres Leben mit Frustrationen (ich will etwas aber bekomme es nicht, ich werde enttäuscht, etwas funktioniert nicht nach meinen Vorstellungen) umzugehen, wenn wir in der bedürfnisorientierten Erziehung, beim Achten der Bedürfnisse, ja häufig kleine Frustrationen („ich schreie, weil ich Hunger habe“, "ich brauche Nähe, ich möchte getragen werden") immer sofort stillen und darauf reagieren.

Vielleicht hast Du ja dazu einen hilfreichen Tipp oder eine gute Empfehlung? Vielleicht ist es auch nur ein verknoteter Gedanke, dass man Kindern das Umgehen mit Frustration indem man ihnen dieser aussetzt, “beibringen“ muss?

Ich freue mich von Dir zu lesen.

Alles Liebe für Euch fünf - auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten.

Ganz herzlich, Anne*

Tópico Starke Gefühle

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