Du interessierst Dich für Dich selbst und Deine Beziehungen. Deshalb liest Du diesen Artikel oder hörst diese Podcast-Folge bei »Aufklärung tut Not«. Sprachtests bei Vierjährigen kommen zu spät!
Hallo und willkommen, bei Aufklärung tut Not,
wie im Artikel »Bildungspolitik: Karin Prien spricht sich für Sprachtests aus« bei Zeit Online (Abre numa nova janela) zu entnehmen ist, hat sich die Bundesbildungs- und Familienministerin für verpflichtende Sprachtests bei Vierjährigen ausgesprochen.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-06/bildungsministerin-sprachtest-einschulung-sprachfoerderung (Abre numa nova janela)Das ist insofern bemerkenswert, als sich dadurch die Frage aufdrängt, wie sie denn bitte schön darauf kommt.

Wieso denn Sprachtests?
Na, das ist von meiner Seite aus selbstverständlich nicht wirklich ernst gemeint.
Es ist kaum möglich, nicht mitzubekommen, dass vermehrt Kinder eingeschult werden, die ihre Muttersprache nicht altersgemäß beherrschen.
Da ist es durchaus nachvollziehbar, den Spracherwerb von Kindern überprüfen zu wollen.
Ja. Und selbstverständlich geht es um die deutsche Sprache, deren Beherrschung bei der Beschulung – ach nee – schon hilfreich sein kann.🙂
Was dann?
Klar! Würde ein Kind diesen Test bestehen, würde es eingeschult. Doch was will man machen, wenn dies nicht der Fall ist?
Bei der Zeit ist Folgendes zu lesen:
Je nach Ergebnis solle es dann vor der Einschulung "bei Bedarf eine verpflichtende Sprachförderung" geben, sagte Prien der Welt am Sonntag.
Wenig überraschend sollen »betroffene« Kinder dann eine Sprachförderung bekommen.
Das ist ja mal wirklich extrem innovativ.
Mal davon abgesehen, dass es Fachkräfte bräuchte, die auch angemessen bezahlt werden müssten, sind Defizite, die sich in den ersten 4 Jahren, aus welchen Gründen auch immer, »einstellen«, kaum aufzufangen.
Kontakt zwischen Eltern und Kindern
Auch in der Eltern-Kind-Beziehung ist Kontakt elementar. Frau Prien fordert im Grunde genommen eine Kehrtwende in der Diskussion um Verantwortung für die Entwicklung von Kindern.
Das ist in diesen Tagen wenig populär. Hieß es doch auf der einen Seite, dass Kinder so früh wie möglich an die »Digitalen Medien« herangeführt werden müssen.
Nein! Müssen sie nicht.
Es gibt wichtigere Aufgaben: Entwicklungsschritte!
Viel wichtiger ist demnach, dass Eltern ihren Töchtern und Söhnen Impulse liefern, zum rechten Zeitpunkt ihre Aufmerksamkeit auf ihre Kinder lenken und ihnen nicht mehr gestatten, sich mit Tablet oder Smartphone abzulenken.
Frau Prien wird mit folgenden Worten zitiert:
Bildung und Erziehung fangen in der Familie an, das ist zuletzt vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten", sagte sie. "Ein Staat, der alles leisten will in diesem Bereich, wird immer überfordert sein.
Auf der anderen Seite bringt sie auch eine mögliche Kita-Pflicht zur Sprache. Diese gibt es in anderen Ländern bereits. Doch einen Anspruch auf einen Kita-Platz für ihre Kinder haben Eltern bereits jetzt.
Wie der Kita-Alltag heute aussieht, ist wohl landesweit bekannt.
Ohne Spracherwerb geht es nicht
Der Spracherwerb ist für eine zukunftsträchtige Bildungs-Laufbahn grundlegend. Da gibt es nichts zu diskutieren.
Doch es gibt nicht nur Eltern, die diesbezüglich ihre Verantwortung nicht übernehmen wollen, sondern auch diejenigen, die es nicht können; weil sie eventuell die deutsche Sprache nicht aus dem Effeff beherrschen.
Und dennoch findet der Spracherwerb im Allgemeinen innerhalb der Familie statt; oder eben nicht.
Deutsch als Fremdsprache
Für nicht wenige Kinder ist Deutsch eine Fremdsprache, die sie jedoch nur in den ersten Jahren, die »entwicklungstechnisch« dem Spracherwerb »dienen«, nachhaltig erlernen können.
Doch so einfach ist das alles nicht. Denn es werden Kinder auch schulpflichtig, altersbedingt, die nicht mit der Geburt in Deutschland aufwachsen. Diese Kinder sind eine spezielle Gruppe, die andere Bedarfe haben sollte und entsprechend anderer Unterstützung bedarf.
Schule ist überfordert
Es ist schon, bei allen Notwendigkeiten zur Differenzierung, ziemlich finster, dass Kinder in Deutschland beschult werden, die die deutsche Sprache nicht angemessen beherrschen und dem Unterricht somit nicht folgen können.
Hierfür ist derzeit keine Lösung in Sicht.
Das liegt wohl auch daran, dass es an Schulen nicht nur eine Gemengelage gibt; mal abgesehen vom Föderalismus.
Bis zum nächsten Mal
Freundliche Grüße
Michael Ueberschaer