von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer
In der Kolumne „Best-of-seven“ blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.
Thema der Woche: Die DEL zur Olympia-Pause

Am Dienstag stand der vorerst letzte DEL-Spieltag an. Jetzt dreht sich erst mal alles um Olympia, erst am 25. Februar geht es in der DEL weiter. Nun sind Pausen nichts Neues, aber dass mitten in der heißen Phase der Saison fast ein Monat nicht gespielt wird, das gibt es dann doch nur alle paar Jahre.
Für uns Grund genug, auf die bisherige Saison zurückblicken. Auf immerhin 44 Spieltage. Was läuft wie erwartet? Wo läuft es besser? W0 schlechter? Bekommt ihr hier.
Die positive Überraschung: Kölner Haie
Vielleicht ist es ganz gut, dass die Kölner Haie das letzte Spiel vor der Olympia-Pause verloren haben. So können sie Ende Februar noch einmal neuen Schwung für die ganz entscheidende Phase der Saison aufnehmen. Vor dem 1:4 gegen die Löwen Frankfurt hatten die Haie 16 Spiele in Serie gewonnen und damit den DEL-Rekord der Adler Mannheim (15 Siege in der Saison 2001/02) gebrochen. Fast drei Monate lang hatten sie keine Niederlage nach 60 Minuten kassiert. Die beeindruckenden Zahlen in dieser Phase haben wir hier (Abre numa nova janela) ja mal ausführlich aufgeschrieben.
Sind die Kölner Haie damit Topfavorit auf den ersten Meistertitel seit 2002? Nicht unbedingt. Mit Mannheim, Ingolstadt, München, vielleicht Straubing und – wenn sie zu alter Form finden – den Eisbären Berlin gibt es genügend Kontrahenten. Aber die Haie haben eine Mannschaft und Qualitäten, die eigentlich wie gemacht sind für die Play-offs.
Und es wäre natürlich eine Wahnsinnsgeschichte, wenn die Kölner Haie in der wahrscheinlich letzten Saison von Kapitän Moritz Müller, in der sicher letzten Saison von Trainer Kari Jalonen und nach 24 Jahren voller bitterer (Final-) Niederlagen ihren dritten DEL-Titel und die neunte Deutsche Meisterschaft feiern könnten.
Die Enttäuschung Teil 1: Eisbären Berlin
Fünf Tabellenplätze weiter unten, 20 Punkte weniger, eine um 38 Tore schlechtere Tordifferenz – bei den Eisbären läuft es nicht ansatzweise wie in der Vorsaison. Und selbst da standen sie nach 44 Hauptrundenspielen nicht ganz oben. Es ist also keine Seltenheit, dass die Berliner ihr volles Potenzial erst in den Play-offs zeigen, aber aktuell ist nicht mal, ob sie überhaupt das Viertelfinale erreichen. Immer, wenn man denkt, jetzt hätten sie die Kurve bekommen, gibt es wieder einen Rückschlag.

Das liegt natürlich auch an den zahlreichen Verletzten, kaum ein anderes Team hat diese Saison so erwischt wie den Titelverteidiger. Aber darüber hinaus scheint auch grundsätzlich etwas zu fehlen. Nicht, dass die Spieler nicht alles geben würden, aber irgendwie fehlt das Feuer. Vielleicht war die vergangene Saison durch den Tod von Tobi Eder und dem gemeinsamen Wunsch, den Titel für Tobi zu holen, emotional dann doch zu besonders. Auch bei bei der Meisterfeier war er ständig Thema, wahrscheinlich fiel danach so viel von den Spielern ab, dass es schwer war, wieder hochzufahren. Schon bei der WM wirkten einige Berliner nicht mehr ganz anwesend.
Das lässt sich im Nachhinein natürlich leicht behaupten und ist auch nur Spekulation. Aber wie gesagt, irgendwas fehlt den Berlinern aktuell. Wer es rein faktisch haben will, findet diverse Zahlen dazu. Allein dass die Eisbären mit nur 15,2 Prozent die schlechteste Überzahl-Quote der ganzen Liga haben, zeigt, dass da etwas nicht stimmt. Was dennoch nicht bedeutet, dass man den Dauermeister schon abschreiben sollte. Es wäre jetzt keine Sensation, wenn die Berliner nach der Olympiapause ein anderes Team sind und im Mai wieder jubeln dürfen. Aber zumindest sind sie nicht mehr der Topfavorit, wie wir alle vor der Saison dachten.
Die Enttäuschung Teil 2: Dresdner Eislöwen