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Best-of-seven: Unsere Eishockey-Woche

von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer

In den Best-of-seven blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.

Thema der Woche: Ein denkwürdiges Stanley-Cup-Finale

Die Arena in Vegas während der Finalserie gegen Carolina. Hier könnte sie am Sonntag auch bereits enden. Foto: Ivo Jaschick

Best-of-seven heißen unsere Highlights der Eishockey-Woche, Best-of-seven wird auch im Stanley-Cup-Finale gespielt. Sieben Spiele maximal. Wir könnten noch ein paar mehr vertragen. Denn dieses Finale geht richtig ab. In der Nacht von Sonntag auf Montag könnte das Spektakel allerdings schon vorbei sein, wenn die Carolina Hurricanes Spiel 6 auswärts bei den Vegas Golden Knights gewinnen. Sollte es noch ein Spiel 7 geben, wäre das in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Spätestens dann ist endgültig Schluss. Wirklich schade, denn dieses Finale macht richtig Spaß. Warum? Wir haben uns ein paar Punkte rausgesucht.

Die Führungswechsel

Wir alle wissen, dass eine Zwei-Tore-Führung im Eishockey noch lange nicht den Sieg bedeutet. Zu schnell schwappt das Momentum in dieser Sportart hin und her. Aber dass in vier von fünf Finalspielen eine der beiden Mannschaften eine solche Führung verspielt hat, ist dann doch außergewöhnlich.

In Spiel 1 führten die Carolina Hurricanes mit zwei Toren, der Sieg ging an die Vegas Golden Knights, in Spiel 2 war es genau andersherum. In Spiel 3 verspielte Vegas eine zwischenzeitliche Vier-Tore-Führung, um sich am Ende trotzdem den Sieg zu holen. Im nächsten Spiel machte es Carolina wieder spannend: 3:3 nach 3:1, am Ende aber doch 5:3 für die Hurricanes. Und in Spiel 5? Unglaublich, aber wahr: Kein Team verspielte eine Zwei-Tore-Führung. Aber Vegas lag 1:0 vorne und verlor mit 2:4. Auch hier drehte Carolina also das Spiel.

Staals starker Streak

Unter den Torschützen in Spiel 5 war auch Jordan Staal. Wie in den vier Spielen zuvor schon. Er ist der erste Spieler mit Toren in den ersten fünf Partien eines Stanley-Cup-Finals seit 70 Jahren. 1956 gelang das der Montreal-Canadiens-Legende Jean Béliveau, dazu trafen auch Maurice „Rocket” Richard (1951, ebenfalls Montreal Canadiens) und Cyclone Taylor (1918, Vancouver Millionaires) in den ersten fünf Finalspielen.

Der mittlerweile 37 Jahre alte Kapitän der Hurricanes steht damit bei insgesamt sechs Toren im Finale. In den kompletten Play-offs sind es acht. So viele hatte Staal in seiner Karriere zuvor noch nie. Und der Mann spielt immerhin seine 20. NHL-Saison und war 2009 schon Stanley-Cup-Champion mit den Pittsburgh Penguins.

Wenn ihm das auch mit den Carolina Hurricanes gelingt, führt bei der Conn Smythe Trophy für den Play-off-MVP kein Weg an Staal vorbei. Es wäre seine erste individuelle Trophäe. Staal war zwar in seiner Rookie-Saison für die Calder Trophy nominiert, war zweimal Finalist für die Selke Trophy und einmal für die Bill Masterton Trophy, gewonnen hat er aber keinen der Awards.

Mitch Marner tut die Luftveränderung gut

Sollte Vegas das Finale mit zwei Siegen noch drehen und Mitch Marner einen entscheidenden Anteil daran haben, dann wäre er heißer Anwärter auf die Conn Smythe Trophy. In seiner ersten Saison für die Vegas Golden Knights führt Marner die Play-off-Scorerliste mit sieben Punkten Vorsprung an und spielt auch eine eindrucksvolle Finalserie: Acht Punkte in fünf Spielen sind ihm gelungen, herausragend war natürlich Spiel 3 mit dem schnellsten Final-Hattrick in der Geschichte der NHL und insgesamt vier Scorerpunkten.

In Toronto reiben sie sich seit Beginn der Play-offs durchgehend die Augen. Schließlich musste sich Marner bei seinem vorigen Team (oft zu Recht) den Vorwurf gefallen lassen, in den entscheidenden Momenten unterzutauchen.

Marner hat in diesen Play-offs 29 Punkte gesammelt – mehr als doppelt so viele wie in seiner besten Saison bei den Maple Leafs (14). Zehn Tore hat Marner dabei geschossen. In neun Jahren für die Maple Leafs waren es insgesamt 13. Insgesamt! Kann er in Vegas befreiter aufspielen als bei den Maple Leafs, die ihn an Nummer vier gedraftet hatten und wo er – noch dazu als „Local Boy” – als der Heilsbringer galt? Oder liegt es daran, dass er jetzt bei den Golden Knights in einer besseren Mannschaft spielt? Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Jedenfalls trumpft Marner richtig auf.

Super-Rookie* Brandon Bussi

Tópico Best-of-seven

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