In den Kreiskliniken Groß-Umstadt in Südhessen kümmern sich Oberärztin Barbara Jost und ihr Team um psychiatrische Notfälle. Einfühlsam gehen die Therapeuten, Ärzte und Pfleger auf die Patienten ein und wollen ihnen auf Augenhöhe begegnen - auch wenn das nicht immer leicht ist. Schizophrenie, Alkoholsucht, Essstörungen, Borderline, Panikattacken, Suizidalität und Depression sind die Krankheiten und Symptome, die hier im Mittelpunkt stehen.
Die Filmemacherin Katrin Wegner nimmt in der Dokuserie aus dem Jahr 2024 die Zuschauer mit in eine psychiatrische Akutstation. In insgesamt zehn Episoden erleben wir ungeschönt die berührenden und erschütternden Schicksale der dort eingewiesenen Patienten und erhalten einen interessanten Einblick in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter. Wir erfahren, wer in die Psychiatrie kommt, warum und wie die Menschen dort behandelt werden. Die Serie hat einen melancholischen und zu den traurigen Geschichten passenden Soundtrack mit Songs unter anderem von Madeline Juno und LEA.
In der zweiten Staffel aus dem Jahr 2025 geht es um Dämonen, Stimmen im Kopf und einen jungen Mann, der glaubt, eine Anime-Figur zu sein. Aber auch aus der ersten Staffel bekannte Menschen wie eine junge Frau mit einer Essstörung sehen wir wieder.
In Zeiten, in denen konservative Parteien wieder von Listen und Meldepflichten für psychisch Kranke träumen und mit Koalitionspartnern liebäugeln, die behinderte Menschen aus der Gesellschaft ausgrenzen wollen, ist diese Doku immens wichtig. Wir sollten niemals vergessen, dass die frühsten Opfer der Nazis behinderte und psychisch kranke Menschen waren.
Die Dokumentation Akutstation Psychiatrie möchte die Vorurteile über psychisch Erkrankte abbauen, die kursierenden Lügen über sie richtigstellen und die Akzeptanz betroffener Menschen stärken. Das ist wichtig, denn psychische Erkrankungen können jeden treffen.
https://www.imdb.com/de/title/tt43616538/ (Abre numa nova janela)