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4 Vorträge und eine Ausstellung - Sollten Sie nicht verpassen!

Romanische Fassade, stark kontrastiert in blau.
Romanische Fassade eines Gebäudes am Innenhafen Duisburg. Foto: Stadtarchiv Duisburg, Bearbeitung: Maxi Platz

Im März ist in Duisburg Akzente-Zeit - und wir sind wieder dabei. Zum dritten Mal beteiligen wir uns als Forschungsprojekt „Genese des westlichen Ruhrgebiets" in Kooperation mit der Stadtarchäologie Duisburg an dem Kulturfestival: “Duisburger Akzente”. Das Motto der diesjährigen 47. Ausgabe ist: „Begegnungen — was uns trennt, was uns verbindet", passt zu unserem Anliegen wie der Deckel auf den Topf: Denn genau darum geht es uns — um Begegnungen mit der Geschichte und Archäologie dieser Stadt, die so viele nicht kennen. Nach zwei Jahren intensiver Forschung ist es nun an der Zeit, Ihnen erste Ergebnisse unseres DFG-Projektes vorzustellen. Vier Vorträge unserer Wissenschaftler*innen der Historischen Archäologie der Universität Kiel nehmen Sie mit durch die Duisburger Geschichte — von der Spätantike bis zum Vorabend der Industrialisierung. Die Zeitspanne ist groß, die Fragen sind es auch: Wo lagen die Wurzeln der Stadt? Wie entwickelte sich Duisburg während der Pfalz-Zeit? Wie müssen wir uns das Leben in der Hafen- und Handelsstadt vorstellen? Und wie hängt das alles mit dem Boom des 19. Jahrhunderts zusammen? Begleitet werden die Vorträge von der Ausstellung „Duisburgs Vergangenheit neu begegnet", die ausschließlich im Anschluss an die Vortragsabende zu sehen ist. Alle Veranstaltungen finden im Ausstellungsraum der Stadtarchäologie im Landschaftspark Nord statt — der Eintritt ist frei.

Zum Veranstaltungsort:
Ausstellungsraum der Stadtarchäologie
Lösorter Straße 129, 47137 Meiderich
Links neben der Jugendherberge durch das Tor, im Erdgeschoss

So finden Sie hin:

Ausschnitt aus der Topografischen Karte mit Beschriftung und Pfeilen.
Ausschnitt aus der Topografischen Karte, Geoportal Duisburg, Bearbeitung: Maxi Platz

Duisburgs Vergangenheit neu begegnet

In der Ausstellung „Duisburgs Vergangenheit neu begegnet“ und den vier Vorträgen sollen erste Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojektes „Genese des westlichen Ruhrgebiets“ der interessierten Duisburger Öffentlichkeit vorgestellt werden. In den vergangenen zwei Jahren wurden zahlreiche Ausgrabungen und Schriftquellen neu betrachtet und ausgewertet. Nun ist es Zeit, den Duisburgerinnen und Duisburgern die Gelegenheit zu geben, der Duisburger Geschichte neu zu begegnen. 

Die Ausstellung ist ausschließlich am 02.03., 04.03., 09.03. und 11.03.2026 nach den Vorträgen zu besichtigen.

Montag, 02. März 2026 - 18:00Uhr
Vortrag
Forschung aktuell: Begegnungen mit Duisburgs Frühzeit - Der Ruhrmündungsraum von der Merowingerzeit bis zum Beginn der Pfalz | Johannes Reller
Ausstellungsraum der Duisburger Stadtarchäologie | Lösorter Straße 129, 47137 Meiderich
Links neben der Jugendherberge durch das Tor, im Erdgeschoss
Eintritt frei

Johannes Reller setzt sich in seiner Dissertation mit archäologischen Befunden und Funden der Spätantike bis ins frühe Mittelalter auf dem Duisburger Stadtgebiet auseinander. Er versucht, die Frage nach der Siedlungsentwicklung und damit der Kontinuität oder Diskontinuität stichhaltig zu klären. Hierzu werden Größe, Struktur und innere Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Frage einer möglichen Befestigung und eines herrschaftlichen Zentrums untersucht.

Johannes Reller M.A. studierte „Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters“ in Tübingen und schloss dort den Master-Studiengang „Archäologie des Mittelalters“ ab. Er arbeitet als Doktorand beim DFG-Forschungsprojekt „Genese des westlichen Ruhrgebiets“, das im Herbst 2026 abgeschlossen sein wird.

Mittwoch, 04. März 2026 - 18:00Uhr
Vortrag
Forschung aktuell: Die Stätte des Kaisers an der Ruhr - Von der Pfalz zur Stadt | Sophie Rykena
Ausstellungsraum der Duisburger Stadtarchäologie | Lösorter Straße 129, 47137 Meiderich
Links neben der Jugendherberge durch das Tor, im Erdgeschoss
Eintritt frei

Sophie Rykena untersucht in ihrer Dissertation die Duisburger Kaiserpfalz vom 10. bis 13. Jh. in ihrer inneren Struktur, in ihrer Baugestalt und der baulichen Entwicklung. Hierbei sind neuere Ergebnisse zu erwarten, die sich bereits bei der Aufarbeitung der Altgrabungen der Pfalzkapelle andeuteten.

Die Duisburger Kaiserpfalz ist eine Anlage, die in der mittelalterarchäologischen Pfalzenforschung ein Desiderat darstellt und so ist neben den Ergebnissen zu Genese und Baugestalt der Pfalz auch eine Einordnung in die früh- und hochmittelalterliche Pfalzenlandschaft zu erwarten.

Sophie Rykena studierte in Bonn, Köln und Wien. Sie schloss 2023 mit der Arbeit „Die Johanniterkommende in Duisburg im Mittelalter“ an der Universität Bonn ihr Master-Examen ab. Sie arbeitet als Doktorandin beim DFG-Forschungsprojekt „Genese des westlichen Ruhrgebiets“, das im Herbst 2026 abgeschlossen sein wird.

Montag, 09. März 2026 - 18:00Uhr
Vortrag
Forschung aktuell: Am Hafen begegnet sich die Welt - Die Hansestadt Duisburg | Karina Schnakenberg
Ausstellungsraum der Duisburger Stadtarchäologie | Lösorter Straße 129, 47137 Meiderich
Links neben der Jugendherberge durch das Tor, im Erdgeschoss
Eintritt frei

Der Abstieg Duisburgs von einer florierenden Pfalz-, Reichs- und Hansestadt zu einer Ackerbürgerstadt gehört zu den Narrativen der Landesgeschichte. Daher sind die Auswirkungen der viel diskutierten Rheinverlagerung auf die Topografie und auf die wirtschaftliche Stellung der Stadt neu zu bewerten. Hierzu werden ausgewählte funktionale Räume (Hafenviertel / Markt; Pfalz) mit ihren Nachweisen zu Handwerk und Handel ebenso wie die im archäologischen Befund als soziale und produktive Einheiten analysiert.

Karina Schnakenberg studierte an den Universitäten Köln und Kiel und schloss im Fachbereich „Historische Archäologie“ mit dem Master ab. Sie arbeitet als Doktorandin beim DFG-Forschungsprojekt „Genese des westlichen Ruhrgebiets“, das im Herbst 2026 abgeschlossen sein wird.

Mittwoch, 11. März 2026 - 18:00Uhr
Vortrag
Forschung aktuell: Der Abschied von der grünen Wiese - Die Protoindustrialisierung im Ruhrmündungsgebiet | Maxi Maria Platz
Ausstellungsraum der Duisburger Stadtarchäologie | Lösorter Straße 129, 47137 Meiderich
Links neben der Jugendherberge durch das Tor, im Erdgeschoss
Eintritt frei

Forschungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die Industrialisierung des Ruhrgebiets aufs engste mit der Entstehung des Kapitalismus und der Globalisierung verzahnt ist. Ohne die Kolonialisierung der Welt durch den Westen sind die wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa nicht erklärbar und diese vollzogen sich nicht plötzlich auf der grünen Wiese, sondern haben eine Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Die Frage ist nun: Gab es eine Protoindustrialisierung in der westlichen Ruhrzone und welche Entwicklungen lassen sich räumlich feststellen? Wenn ja, wie lässt sich der Prozess vom späten Mittelalter bis zum Vorabend der Industrialisierung anhand von historisch-geografischen und archäologischen Methoden und Daten sichtbar machen?

Dr. Maxi Maria Platz ist Mittelalter- und Neuzeitarchäologin, und sie arbeitet als Projektleiterin beim DFG-Forschungsprojekt „Genese des westlichen Ruhrgebiets“.