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Städte gegen Hitzestress und Erstaunliches über Popcorn

Liebe Leser:innen,

puh, Temperaturen bis 41 Grad an diesem Wochenende in Deutschland, besonders heiß wird’s im Osten. Trotzdem hört man immer wieder diese „heiß-war-es-schon-immer-mal“-Sätze, wie gestern Abend von einer schweißgebadeten Frau in der S-Bahn. 

Expert:innen belegen dutzendfach, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der aktuellen Hitzewelle gibt. Die internationale Forschungsgruppe World Weather Attribution (Abre numa nova janela) (WWA) zum Beispiel oder Wissenschaftler:innen des Projekts ClimaMeter (Abre numa nova janela), finanziert von der Europäischen Union und dem französischen Forschungsinstitut CNRS. Die Wettermuster selbst sind demnach nicht ungewöhnlich, unter gleichen meteorologischen Bedingungen hätten sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts niemals zu bis 4 Grad höheren Temperaturen geführt wie derzeit in Europa. Erst auf der Grundlage des Klimawandels kommt es zu so einem gravierenden Temperaturanstieg, schließlich ist die Atmosphäre durch Verbrennung von Kohle, Öl und Gas bereits deutlich aufgeheizt. 

Unser Kooperationspartner Vertical 52 (Abre numa nova janela) zeigt mit Daten aus dem Weltraum, was die Hitzewelle für eine Stadt wie Berlin bedeutet. Die Journalist:innen haben dafür Daten sogenannter Landsat-Satelliten ausgewertet, zivilen Erdbeobachtungssatelliten zur Fernerkundung der kontinentalen Erdoberfläche. Die Daten zeigen, wie warm die Flächen einer Stadt werden, Dächer, Häuser, Straßen, Parks. Die Oberflächentemperaturen haben sie mit den Vegetationsdaten in Berlin verglichen. Das Ergebnis zeigt einmal mehr, wie wichtig Stadtgrün ist – wo wenig sprießt und viel versiegelt ist, entstehen gefährliche Wärme-Hotspots. (Wenn ihr Lust auf mehr Geschichten aus dem All habt,  schaut mal rein in den V52-Newsletter „Stories from Space“ (Abre numa nova janela).)

(Abre numa nova janela)
Quelle: Vertical52

Paris, das Ex-Bürgermeisterin Anne Hidalgo in den vergangenen zwölf Jahren von einer Steinwüste zu einer grünen Oase umgebaut hat, macht es also goldrichtig. In unserem Heft Schatzinseln haben wir schon vor 5 Jahren darüber berichtet (Abre numa nova janela). Es ist Wahnsinn, was dort entstanden ist, gerade war ich da und konnte es kaum fassen. Könnten bitte mehr deutsche Städte endlich mal davon lernen? 

Bleibt kühl an diesem Wochenende, und nicht vergessen: Meldet euch an (Abre numa nova janela) für unseren Good Talk XXL Seegras. Das Unterwassergras ist ein wichtiger Player im Kampf gegen den Klimawandel, der gerade so schwitzen lässt.

 Eure Anja

Aus dem Magazin
(Abre numa nova janela)

Popcorn, woher kommst du?

Habt ihr auch immer diese kleine Debatte an langen Kinoabenden: süß oder salzig? Bei mir gehört sie dazu  wie knautschige Klappsessel, zu große Leute in der Reihe vor mir und natürlich der Snack selbst – Popcorn. In Deutschland mögen es die meisten süß, in den USA salzig, und die USus-Amerikaner:innen müssen es ja wissen, sie haben den fluffigen Ploppmais ja schließlich erfunden – oder? NEIN. In ihrer neuen Histourismus-Kolumne verrät Good Impact-Autorin Morgane Llanque, wer es wirklich war. 

In diesem Artikel erfahrt ihr 

  • Wer Popcorn tatsächlich erfunden hat und seit wann Menschen es schon essen

  • Warum trotzdem die USA als Geburtsland des Snacks gilt

  • Wie es die Lateinamerikaner:innen am liebsten verspeisen

Schätz mal!

Richtig geschätzt?

(Abre numa nova janela)

Letzte Woche haben wir euch gefragt: Wie viele Mangrovenbäume hat ein Umweltaktivist in Kenia innerhalb von 24 Stunden angepflanzt und damit einen Weltrekord aufgestellt?

Die meisten von euch haben den Mittelweg gewählt und geschätzt, dass Antoine Moses an einem Tag 9.460 Mangrovenbäume an Kenias Küste gepflanzt hat. Leider falsch. Es waren 47.460. Irre, oder? 

So viele Mangrovensetzlinge in 24 Stunden zu pflanzen, bedarf einer ausgeklügelten Technik. Die Bäume wachsen im Grenzbereich zwischen Land und Meer – im Watt, genauer gesagt im Schlamm. Dort dürfen sie nicht tiefer als 10 Zentimeter im Boden stecken, sonst ersticken die Setzlinge im sauerstoffarmen Untergrund. Sie dürfen aber auch nicht zu nah an der Oberfläche sein, da die Gezeiten die zukünftigen Bäume sonst einfach wegspülen würden. Die Spitze des Keimlings, das sogenannte Epikotyl, muss dabei aus dem Schlamm herausragen, dort wachsen später die ersten Blätter. Moses hat heimische Rhizophora-Mangroven gepflanzt, deren Keimlinge wie kleine Speere aussehen, wobei das Epikotyl der leichtere Teil ist. In der Natur fallen sie wie Pflöcke von den Bäumen und bohren sich mit der schwereren Spitze nach unten in den Schlamm.

Antoine Moses ist nicht nur Umweltaktivist, sondern professioneller Baumpflanzer, in Kanada ein eigener Berufszweig, geprägt von der Subkultur des Speedplantings, also des extrem schnellen Anpflanzens. Professionelle Baumpflanzer:innen werden pro gepflanzten Baum bezahlt, im Schnitt zwischen 10 und 35 kanadischen Cents, was ihre Geschwindigkeit erklärt. In Kenia hat Moses im Schnitt 33 Bäume pro Minute gepflanzt – so schaffte er 47.460 neue Mangroven auf knapp 28 Kilometern entlang der Küste vor Mombasa. 

Das gelang natürlich nicht alleine: Ein großes Team von lokalen Freiwilligen - Fischer und indigene Vertreter:innen, die sich im Ökosystem auskennen, haben die Keimlinge im Vorfeld gesammelt, transportiert, vorbereitet und ihm am Aktionstag angereicht (Abre numa nova janela)

Jeder neu gesetzte Baum wurde mit einer Software erfasst, die das Wachstum über Jahre hinweg überwacht. Denn ohne ein solches Monitoring und die richtige Nachpflege sind  Baumpflanzaktionen in dieser Dimension reiner Aktionismus.

Finanziert wurde die Aktion vom Kosmetikhersteller DECIEM und einem Crowdfunding auf Antoine Moses’ Plattform Antomos. Die NGO EarthLungs Reforestation Foundation und der Kenya Forest Service haben die Aktion überprüft und dafür gesorgt, dass Geld in die lokale Gemeinschaft fließt.

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Cashews und getrocknete Mangos mit Wirkung

(Abre numa nova janela)

Die meisten Cashews aus Westafrika werden zum Knacken nach Asien verschifft – nicht so bei gebana. Das Fairtrade-Unternehmen verarbeitet Bio-Cashews und getrocknete Bio-Mangos vollständig in seiner neuen Fabrik in Burkina Faso. Damit schafft gebana Arbeitsplätze und langfristiges Einkommen für Bauernfamilien. Mit dem Code NNDE26N6GD 10 € sparen! Gültig ab 40 € bis 31.7.26.

Wochenrückblick

Sieben Tage, sieben Good News

Hier sind unsere Nachrichten für realistische Optimist:innen: Die sieben besten Good News der Woche aus unserer Redaktion.

  • 🚅​ Sonderregel wegen Hitze: Bahn bietet kostenlose Stornierungen an

    Die Deutsche Bahn reagiert auf die extreme Hitze und bietet Reisenden erstmals kostenlose Stornierungen an. Wer die Fahrt aufgrund der hohen Temperaturen nicht antreten möchte, erhält sein Geld zurück. Die Regelung gilt bis Dienstag für Tickets, die bis zum 23. Juni gekauft wurden. Quelle: TAGESSCHAU (Abre numa nova janela)

  • ⚽​ CAS-Urteil stärkt Mutterschutz im Profifußball

    Der Internationale Sportgerichtshof stärkt den Mutterschutz im Profifußball mit einem wegweisenden Urteil. Maja Göthberg hatte geklagt, weil Lazio Rom das Arbeitsverhältnis aufgrund ihrer Schwangerschaft beendet hatte. Unrechtmäßig – nun muss der Verein Schadenersatz leisten und Gehalt nachzahlen. Quelle: SPORTSCHAU (Abre numa nova janela)

  • 🌿​ Mehrheit verzichtet bei Gärten auf Pestizide und Kunstdünger

    Eine Auswertung der Förderbank KfW zeigt: 93 Prozent der Gartenbesitzer:innen verzichten weitgehend oder vollständig auf Pestizide und Kunstdünger. 82 Prozent schaffen zudem Lebensräume für Tiere, beispielsweise durch Nisthilfen oder Futterstellen. Quelle: KLIMAREPORTER (Abre numa nova janela)

  • 🛟​ Gran Canaria setzt auf smarte Lebensretter

    Ein intelligentes Notfallsystem auf Gran Canaria hat bei der Rettung zweier Badegäste geholfen. Die smarten Rettungssäulen alarmieren automatisch den Notruf und stellen innerhalb von Sekunden aufblasbare Rettungsringe zur Verfügung – für mehr Sicherheit an Stränden und Küsten. Quelle: WATSON (Abre numa nova janela)

  • 🗞️​ Britische Regierung geht gegen Desinformation vor

    In Großbritannien sollen Inhalte vertrauenswürdiger Medien auf sozialen Netzwerken künftig leichter zu finden sein. Die Regierung will damit Desinformation eindämmen und sicherstellen, dass verlässliche Informationen mehr Menschen erreichen. Quelle: DLF NOVA (Abre numa nova janela)

  • ​🖤​ Belgien entschädigt erstmals Betroffene kolonialer Gewalt

    Erstmals muss Belgien Betroffene kolonialer Gewalt entschädigen. Fünf Frauen aus dem heutigen Kongo, die ihren Familien als Kinder während der Kolonialzeit entrissen wurden, erhalten eine Entschädigung. Das Urteil gilt als wichtiger Schritt bei der Aufarbeitung kolonialen Unrechts. Quelle: TAGESSCHAU (Abre numa nova janela)

  • ​🐴​ Kasachstans Steppe bekommt ihre Wildpferde zurück

    Przewalski-Pferde gelten in freier Wildbahn als ausgestorben. Nun kehren Wildpferde aus Zoos in ihre ursprüngliche Heimat nach Kasachstan zurück – und unterstützen dort die Renaturierung eines der größten Grasland-Ökosysteme der Welt. Quelle: TAGESSCHAU (Abre numa nova janela)

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Simon

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👋Bis nächste Woche

Wir wünschen dir ein schönen Start ins Wochenende. Bleibt optimistisch!

Dein Good Impact Team,

Anja, Bianca, Sophie, Selina, Simon & Juliane

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