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Letter No. 2: Ein Realitäts-Check, zwei Radioshows und eine Menge Liebeskummer

✶ Nolympia und das "Schleim-Kartell"✶ Erinnerung an Wolfgang Welt ✶ Frankfurt: "Irres Milieu" ✶ Berlin: "Hauptstadt der Singles" ✶ Anti-Liebes-Literatur✶
Der Schriftsteller Wolfgang Welt (1952-2016) auf einem Ansteckbutton, den das Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf 2018 bei einer Gedenkveranstaltung zu Welts Werk und Leben verteilte (Foto auf Button: Andreas Boettcher / Foto von Button: Katja Kullmann)

BONJOUR, WERTE FREUNDINNEN & FREUNDE DES HAUSES,

für den Rest des Juni tauche ich in eine kleine Schreibklausur ab, daher kommt dieser neue Letter schon jetzt - vollgepackt mit 6 Hinweisen, Zufallsfunden, Hör- und Lektüre-Tipps. Es geht u.a. um Städte (und ihre Mythen), ums Alleinleben und um zerbröselte Liebe.

NOLYMPIA: HAMBURG LÄSST SICH VON DER “GEISTERMILCH” NICHT BEEINDRUCKEN

In den Nachrichten haben Sie es bestimmt mitbekommen: Die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger (55%) hat sich gegen eine Bewerbung ihrer Stadt als Austragungsort der olympischen Spiele ausgesprochen.

Auffällig dabei - es wurde in fast allen Berichten zum Thema herausgestellt: Die meiste Zustimmung erhielt das mit großem PR-Tamtam beworbene Olympia-Projekt in Stadtteilen, die als “wohlhabend” gelten. Während die Menschen in Pi mal Daumen “ärmeren” Wohngegenden sich dagegen aussprachen.

Selbst in der Boulevardzeitung Hamburger Morgenpost, die nicht unbedingt als rasend “kapitalismuskritisch” gilt, fanden sich folgende deutliche Sätze dazu:

Ob hohe Mieten, schleppender Wohnungsbau, der überlastete Hauptbahnhof, das Elend mit der S-Bahn, die Folgen von Wirtschaftskrise oder Armutsmigration – der Senat hat nur begrenzten Einfluss auf all diese Themen. Aber offenbar hat man im Rathaus unterschätzt, dass viele Menschen nicht an eine bessere Zukunft durch ein Megaevent wie Olympia glauben. Dass sie zu häufig Versprechen gehört haben, die nicht eingelöst wurden. Dass die Bewerbung als Elitenprojekt wahrgenommen wurde, das den Blick auf die realen Probleme im Alltag eher trübt als schärft.1

Als ich das las (zum Wort “Armutsmigration” siehe die Fußnote), fühlte ich mich bzw. meine Überlegungen aufs Schönste bestätigt. Das klingt recht eitel, zugegeben, aber: Wenn es nun mal so ist? Gerade neulich erst schrieb ich hier auf dieser Plattform über die polnische Stadt Katowice, über den Strukturwandel, der sich dort vollzieht, und wie sich die Stadt dadurch verändert. Dabei erwähnte ich den britischen Kulturwissenschaftler Iain Sinclair, der sich einst an den Protesten gegen “Olympia London 2012” beteiligt und das schöne Wort GHOSTMILK - GEISTERMILCH erfunden hat:

GHOST MILK – GEISTERMILCH. So nennt Sinclair den Wischiwaschi-Vokabel-Brei, mit dem megalomane Bauprojekte wie „Olympia London 2012“ oder “Stuttgart 21” oder Monster-Shoppingmalls  oder steingewordene Realsatiren wie „Der Potsdamer Platz“ in Berlin oder andere „Investment“-getriebene städtebauliche Unternehmungen der Bevölkerung schmackhaft gemacht werden sollen (…) Laut Sinclair sind die meisten Gegenwartsmenschen derartiger Geistermilch längst überdrüssig – weshalb sie in neu errichteten „Kulturarealen“, „Business Centern“ oder „Erlebnis-Promenaden“ oft nichts als „bedeutungslose weiße Flecken in der Landschaft“ erkennen können, tote Flächen, Zombie-Areale, die mit ihrem realen Anwohnerleben, ihren alltäglichen  Bedürfnissen und Sehnsüchten, so gut wie nichts zu tun haben.2

Praktisch eins-zu-eins bestätigt der Hamburger NOLYMPIA-Entscheid jetzt, was Iain Sinclair vor anderthalb Jahrzehnten schon wusste: Die Skepsis gegenüber großsprecherischen Stadt-Marketing-Kampagnen wächst, die Menschen sind es leid, ihren jeweiligen Wohnort für irgendwelche Sponsoren herzurichten oder als “Standort-Unternehmen” zu betrachten, sie fragen zunehmend ungeduldig: Und wie, bitteschön, verbessert das alles unser Leben?

“Katowice kann nichts dafür” heißt mein Text von neulich, in dem die “Geistermilch” durch alle Zeilen quillt (Lesezeit 25 Min.), falls Sie ihn noch lesen möchten:

AUCH DIE SOCIAL DINGSDA ERTRINKEN IN “GEISTERMILCH”

Was bei Iain Sinclair Geistermilch heißt, wird in der digitalen Sphäre mittlerweile Algorithmic Cringe genannt. So schreibt es aktuell jedenfalls Nils Matthiesen bei golem.de, einem Online-Magazin, das sich sich laut Eigenauskunft mit Fragen der “digitalen Souveränität” beschäftigt.

Matthiesen hat sich das “Karriere”-Social-Media-Dings Linkedin intensiv angesehen und kommt zu folgendem Schluss:

"Starkes Statement! Wertvoller Insight!": Bei Linkedin hat das Schleim-Kartell übernommen, jeder Alltagsmoment wird zum Business-Meilenstein. (…) Willkommen also in der mechanisierten Lyrik des modernen Kapitals. Was auf den ersten Blick wie ein kollektiver Verlust von Schamgefühl, Realitätssinn und sprachlicher Ästhetik wirkt, ist in Wahrheit etwas viel Tieferes: Es ist die totale Unterwerfung des menschlichen Ausdrucks unter die nüchterne Logik eines Empfehlungs-Algorithmus. Anders ausgedrückt: Der allgegenwärtige Linkedin-Cringe ist kein Zufall, er ist systemisch erzwungen.3

Lustig: Statt zur Milch-Metapher greift der golem-Autor hier zur Formulierung Schleim-Kartell, ebenfalls zu etwas Glitschigem, Klebrigem also.

“Wie Linkedin unsere Sprache für die Dwell-Time opfert” heißt der golem-Text (Lesezeit ca. 10 Min.).

WOLFGANG WELT IST IN GEWISSER WEISE EBENFALLS EIN GEIST - ABER EIN SYMPATHISCHER

Sein Name klingt ein bisschen wie erfunden: Wolfgang Welt (Abre numa nova janela). Doch der Mann hieß tatsächlich so, und er schrieb eine Handvoll autobiografisch getönter Erzählungen und Romane, lange bevor der Verlagsmarketing-Begriff Autofiktion en vogue wurde.

Als einen Wegbereiter der deutschsprachigen Pop-Literatur feiern ihn manche. Wieder andere schätzen Welts Texte für den detailgenauen Blick auf die Alltagsrealitäten im Ruhrgebiet, im westdeutschen Proletariermilieu des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Ein bekennender Fan ist etwa Peter Handke, der 2012 für den Wolfgang-Welt-Band ICH SCHRIEB MICH VERRÜCKT (Abre numa nova janela) das Vorwort verfasste.

Auch ich zähle zum zwar kleinen, aber treuen Wolfgang-Welt-Unterstützerinnenkreis. Gemeinsam mit Handke, Dietmar Dath (Abre numa nova janela), Marc Degens (Abre numa nova janela), Frank Goosen (Abre numa nova janela) und anderen Schriftstellern unterzeichnete ich 2014 die Petition Dreißig für Wolfgang Welt (Abre numa nova janela), die sich für die Auszeichnung Wolfgang Welts mit dem Literaturpreis Ruhr einsetzte - leider vergeblich.

Am 19. Juni jährt sich Welts Todestag zum zehnten Mal.

Deshalb komme ich hier nun wieder mal auf ihn zurück. Seine Romane und Erzählungen zählen sicher nicht “zum Besten, was ich je gelesen habe”, sie erfüllen auch ganz bestimmt nicht den Tatbestand der Hochkultur. Zu schräg, zu schepp, zu eigensinnig schrieb er - ganz schön egozentrisch auch. Letztlich hat Wolfgang Welt sich für nichts so sehr interessiert wie für sich selbst: für Wolfgang Welt, den Fußball-Fan, den Musik-Fan, den (meist scheiternden) Frauen-Aufreißer.

Dennoch oder gerade darum haben mich seine Sachen ein bisschen berührt. Da schrieb einer, dessen Stimme für die Literatur eigentlich gar nicht vorgesehen war - ein Möchtegern-Macker, in gewisser Weise ein Loser, dessen größter Traum es ist, eines Tages im ehrenwerten Suhrkamp-Verlag veröffentlicht zu werden - was ihm schließlich auch gelang (Abre numa nova janela).

In einem Essay mit dem Titel “LOCHTIGE WEIBER”: Wolfgang Welt und die Frauen setze ich mich mit den Geschlechterbildern in Welts Texten auseinander, 2013 ist der Text in einem Buch erschienen4, der Anfang lässt sich in einer Leseprobe des Verlags (Abre numa nova janela) nachlesen (Seite 7-10 im Leseproben-PDF).

Außerdem hatte ich das Vergnügen, Wolfgang Welt wenigstens einmal persönlich zu begegnen, in den frühen 2010er Jahren, bei einer Lesung in Hamburg, wo ich das folgende Foto machte und wo er auch eine persönliche Widmung in eines meiner Wolfgang-Welt-Bücher kritzelte:

Wolfgang Welt bei einer Lesung in Hamburg in den frühen 2010er Jahren - rechts die Widmung, die er mir in eines seiner Bücher schrieb. / Fotos (c): Katja Kullmann

An jenem Abend wirkte Welt recht gut gelaunt, war aber von seiner Krankheit bzw. den Medikamenten schon stark gezeichnet. Er nuschelte ziemlich stark. Das lag wohl am Lithium und vielleicht auch an anderen Psychopharmaka, die er jahrzehntelang eingenommen hatte, um seine Schizophrenie im Zaum zu halten.

Wie wohl die meisten schreibenden Menschen, konnte Wolfgang Welt vom Schreiben allein nicht leben. (Was ja keine Schande ist, man vergesse nie: Franz Kafka war im Hauptberuf Versicherungsangestellter.) Als Nachtportier im Schauspielhaus Bochum schob er jahrezehntelang Schicht, bevor er 2016, im Alter von 63 Jahren, starb (vermutlich an den Langzeitfolgen der starken Medikamente).

Zu Welts zehntem Todestag am 19. Juni veranstaltet das Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf (Abre numa nova janela) einen Erinnerungsabend an den Schriftsteller. Leider kann ich nicht dabei sein, gern weise ich hiermit aber auf die Veranstaltung hin:

FRANKFURT, DU IRRES DING! - am 7. Juni im RADIO

Ein spannendes Buch ist kürzlich im Ventil Verlag erschienen:

ALL DAS PASSIERTE IN DIESEM IRRSINNIGEN MILIEU FRANKFURT. Gespräche über eine Stadt. (Abre numa nova janela)

Warum es auch für Nicht-Frankfurterinnen interessant ist (aktuell tourt der Autor Kenneth Hujer quer durch die Republik damit), erkläre ich am 7. Juni bei RadioEins/rbb, irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr, in der Sendung “Die Literaturagenten” in der Rubrik “Autor:innen sind auch nur Leser:innen”.

➽ Ein Klick aufs folgende Bild führt Sie zum Podcast der Sendung - zuAusgabe vom 7.6.2026 gehen - dort ab Minute 27 (ca. 8 Minuten dauert der Beitrag):

(Abre numa nova janela)

Schon öfters war ich bei den “Literaturagenten” als Gastleserin/-Kritikerin dabei, zuletzt im März (Abre numa nova janela). Leider dauert so ein Radio-Gespräch meist nur ca. 8 Minuten, vieles kommt dabei zu kurz.

Deshalb hier noch ein kleiner Weiterdreh zu Kenneth Hujers Frankfurt-Buch:

Für seine Erkundungen hat der Autor mit einem Dutzend Menschen gesprochen, Leuten aus der Kultur, der Politik, der Musik, der Psychologie, der Architektur. Diese Schreibmethode - die verschriftete Gesprächsform - war in den späten 1960er und 1970er Jahren regelrecht in Mode, als Dokumentarliteratur wurde sie bezeichnet, sowohl in Ost- wie in Westdeutschland.

Ein Beispiel aus der früheren DDR, ein fetter Bestseller damals, auch in Westdeutschland: GUTEN MORGEN, DU SCHÖNE (Abre numa nova janela) von Maxi Wander (1977).

Ein paar Jahre zuvor, 1968, hatte im Westen die Autorin Erika Runge die BOTTROPER PROTOKOLLE (Abre numa nova janela) veröffentlicht, eine Sammlung von Arbeiterinnen- und Arbeiter-O-Tönen aus dem Ruhrgebiet (Teile davon sind als Radio-Feature zu hören (Abre numa nova janela)).

2018 hatte ich die Gelegenheit, mit Erika Runge über dieses ihr berühmtes dokumentarisches Schreibprojekt (und anderes) zu sprechen, die Begegnung ist hier nachzulesen:

https://taz.de/Bottroper-Protokolle-von-Erika-Runge/!5550293/ (Abre numa nova janela)

BERLIN, “HAUPTSTADT DER SINGLES” - noch ein Radiobeitrag

Hinter der Mehrheit aller Türklingeln in Berlin (52 %) wohnt lediglich eine Person, nirgends sonst in Deutschland ist die Zahl der Alleinlebenden so hoch. Wie kann, muss, soll eine Stadt darauf reagieren, politisch, kulturell, wirtschaftlich, in sozialer Hinsicht? Darum ging es kürzlich bei einer Podiumsdiskussion in der Debattenreihe “Forum”, zu der das rbb-Inforadio gemeinsam mit der Evangelischen Akademie in Berlin geladen hatte. In meiner Eigenschaft als SINGULÄRE FRAU (Abre numa nova janela) saß ich mit auf der Bühne, neben diesen Menschen:

  • Berlins Stadtentwicklungs-Senator Christian Gaebler (SPD)

  • Ricarda Pätzold vom Deutschen Institut für Urbanistik

  • Julia Helmke, Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg

Moderiert hat Sascha Hingst, 50 Minuten dauert die Talkrunde, die, so will ich es einmal vorsichtig und höflich formulieren, wahrscheinlich nicht die alleraufregendste ist, die es je zum Thema gab.

➽ Wer es sich anhören möchte:

LIEBESKUMMERLITERATUR

Seltsame Koinzidenzen in diesem Frühjahr: Auch im literarischen Feld hatte ich es zweimal kurz hintereinander mit dem “Single”-Thema im weiteren und engeren Sinne zu tun.

Für die Berliner Premieren dieser drei Bücher war ich als Moderatorin im Einsatz:

Koopman, Metze, Schirdewahn - drei Autorinnen, drei Bücher, die sich literarisch mit unglücklicher Liebe auseinandersetzen / Foto (c): Katja Kullmann

In der Buchhandlung Uslar&Rai (Abre numa nova janela)stellte die Autorin und Künstlerin Susanne Schirdewahn ihren Roman KARACHO (Abre numa nova janela) vor. Er erzählt von einer Frau mittleren Alters, die von ihrem Partner und Vater ihrer Kinder für eine andere, jüngere Frau verlassen wird - und von den Versuchen, nach dieser Schocktrennung auch alleine wieder klarzukommen.

Das Literaturhaus Berlin (Abre numa nova janela) lud kurz darauf zu einer Doppel-Veranstaltung: Die niederländische Autorin Emy Koopman las aus ihrem Liebeskummer-Roman LEICHTER WAHNSINN (Abre numa nova janela), die österreichische Philosophin Miriam Metze brachte ihren Essay UNERWIDERT LIEBEN (Abre numa nova janela)mit, eine “philosophische Tröstung”, wie es im Untertitel heißt.

Bei den Moderationsvorbereitungen für diese beiden Abende fiel mir zweierlei auf:

Zum einen kursiert in den Medien (erst recht bei den Social Media) seit einer Weile das Schlagwort Heterofatalismus. Gemeint ist damit die angeblich um sich greifende Frustration in Bezug auf herkömmliche Zweisamkeit, ein wachsender Überdruss an Pärchen-Romantik. Insbesondere junge Frauen kehrten dem (Hetero-)Paarmodell zunehmend den Rücken, bevorzugten unverbindlichere Formen der Zweisamkeit oder entschieden sich lieber gleich für ein Solo-Leben, ist vielerorts zu lesen, ein paar Statistiken gibt es wohl auch dazu. (Huch, sind das etwa Nachwirkungen der SINGULÄREN FRAU (Abre numa nova janela), hab’ ich schon überlegt.) Unfair verteilte Haus- und Pflegearbeit, beklemmende “Rollenmuster”, psychische und körperliche Gewalt: “Frauen haben die Nase voll von Männern” (Abre numa nova janela) war kürzlich im Tagesspiegel einer der vielen Artikel zum Thema überschrieben

Zum anderen fiel mir auf, dass es seit einer Weile eine regelrechte Welle von Anti-”Liebes”-Literatur gibt. Etliche Romane und Essays sind mir dazu in jüngster Zeit untergekommen, rein zufällig, von unterschiedlichsten Autorinnen und mit verschiedenen Akzenten. Mal geht es um katastrophal verhakte On-Off-Beziehungen und die Sehnsucht nach dem Schlussmachen; mal um das vergebliche Werben um einen Mann, der “nicht zu haben ist”, weil er schlicht nicht interessiert oder anderweitig gebunden ist; von weiblichem Stalking wird erzählt (von Frauenfiguren, die nicht nur ihrem Schwarm hinterherspionieren, sondern, und das oft noch viel verbissener, sogar dessen Partnerin oder Ex-Freundin); und manchmal führt eine solche mehr oder minder fiktiv erzählte Liebes-Hysterie (Limerenz ist der psychologische Fachausdruck dafür) auch geradewegs in eine psychiatrische Klinik.

Was ist da los? Warum schreiben so viele Autorinnen aktuell über dieses Thema: Anti-”Liebe”? Müsste man darüber nicht einmal etwas länger und tiefer nachdenken, in einem schön ausführlichen Feuilletontext?

Leider komme ich gerade nicht dazu.

Neben den drei oben genannten Büchern von Koopman, Metze, Schirdewahn sind mir jedenfalls die folgenden fünf zum Thema noch eingefallen, alle vor nicht allzu langer Zeit erschienen (alphabetische Reihenfolge, sicher gibt es aktuell noch sehr viel mehr Vergleichbares):

Auch die Schriftstellerin Anke Stelling hat ihre persönliche Trennungsgeschichte literarisch verarbeitet, in einem 5-teiligen Radio-Essay fürs Deutschlandradio, gemeinsam mit der Autorin Lola Randl: ES IST AUS - UND JETZT? (Abre numa nova janela) heißt diese Real-Life-Liebeskummer-Erzählung.

Was mir in jüngster Zeit hingegen nicht begegnet ist: eine literarische Äußerung zu männlichem Liebeskummer.

Dazu habe ich im Moment lediglich einen Klassiker zu empfehlen, nicht Goethe und die Leiden seines jungen “Werther”, nein, nein, sondern: Wolfgang Koeppen: EINE UNGLÜCKLICHE LIEBE (Abre numa nova janela) - starkes Ding, immer noch, immer wieder.

SO, DAS WAR’S FÜR DIESMAL

In den kommenden drei bis vier Wochen werde ich hier still sein, wie erwähnt: Schreibklausur.

Ab und an muss ja auch was Richtiges geschrieben werden, etwas, für das es dann auch ein Honorar oder Ähnliches gibt, meine ich.

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So oder so verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

immer die Ihre: KK

  1. Das Wort “Armutsmigration” in diesem MOPO-Zitat ist selbstverständlich übel. Der ganze Zeitungstext findet sich hier (Abre numa nova janela).

  2. Zitiert aus “Katowice kann nichts dafür” (Abre numa nova janela) (Text vom 26.05.2026)

  3. Zitiert aus: Nils Matthiesen: “Wie Linkedin unsere Sprache für die Dwell-Time opfert”, erschieben bei golem.de (Abre numa nova janela) am 02.06.2026

  4. Steffen Stadthaus, Martin Willems (Hg.): “Alles oder nichts. Annäherungen an das Werk von Wolfgang Welt” (Abre numa nova janela), Aisthesis Verlag, Bielefeld 2013

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