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Mein Tempel braucht mehr Licht

Das Alte vorbei, das Neue noch nicht ganz da. Nach einer anstrengenden Woche genießt unsere Autorin einen Atemzug lang Stille und inneren Frieden.

Der lange Holztisch, an dem ich diesen Text schreibe, ist frisch gewienert. Ich sitze in meinem Wohnzimmer, draußen vor dem Fenster liegt noch ein Hauch von Schnee, die Welt ist still, gedämpft, langsam und ästhetisch karg, genau nach meinem Geschmack. Auch drinnen in meinem warmen Nest kehrt langsam Ordnung ein. Alles steht wieder an seinem Platz. Alles findet sich wieder. Und ich genieße für einen Atemzug lang die Stille nach diesen Tagen von Chaos und Renovierungsarbeiten. Nur der Werkzeugkasten und die kleine Leiter stören noch ein wenig das monochrome Bild. Die Fenster sind schmutzig, der Wintersonne ist das wurscht, frisch polierter Steinboden, gestrichene Wände, das Internet ist wieder intakt, auf dem Herd kocht die Bialetti sechs Tassen Espresso. Das Handy macht pling, meine Freundin schreibt, das Jahr sei nun schon ein paar Tage alt, und sie merke noch immer nichts von all den tollen Prophezeiungen. Am liebsten würde sie sich einfach nochmal umdrehen und weiterschlafen. Ich sehe aus dem Fenster, die Sonne knallt vom Himmel, im Regal steht meine Sammlung an Espressotassen, das Exemplar aus Paris bleibt unauffindbar. Was braucht man zum Glück? Ein Dach über dem Kopf, ein warmes Zuhause, keinen knurrenden Magen, denke ich, schaue dem Nachbarn zu, wie er die

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