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Künstlerinnen, die über sich selbst bestimmen wollten

Ich will nicht, dass Frauen Macht über Männer haben, sondern über sich selbst. Mary Wollstonecraft

🎨 In Fortsetzung der Reihe „Vergessene Künstlerinnen” stelle ich dir heute drei Frauen aus dem 19. Jahrhundert vor. Obwohl sie ihre Karriere in Paris gemacht haben, waren ihre Lebenswege sehr unterschiedlich. Nach und nach entdeckst du so beeindruckende Künstlerinnen, die die Geschichte unsichtbar machen wollte.

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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,

die drei Künstlerinnen, die du kennenlernen wirst, haben spektakuläre Werke geschaffen, aber in ihrer Ausbildung und ihrem Schicksal ganz unterschiedliche Wege eingeschlagen. Sie alle lebten im Paris des 19. Jahrhunderts, einer für die Kunst pulsierenden Zeit, die für Frauen jedoch leider sehr restriktiv war.

Künstlerinnen wurden nicht an den Kunstakademien zugelassen, die für Männer kostenlos waren. Wenn sie Malerinnen werden wollten, mussten sie die Kosten selbst tragen. Stell dir vor, wie sehr das ihre Möglichkeiten einschränkte, wenn sie nicht aus einer wohlhabenden Familie kamen.

Sie konnten sich in den Ateliers anderer Maler ausbilden lassen, in Museen kopieren oder eine der vier Akademien der Stadt besuchen, die sie aufnahmen: die Académie Julien, Colarossi, Vitti oder La Grande Chaumière. Eine weitere Möglichkeit war eine Ausbildung zu Hause, wenn sie Töchter oder Ehefrauen von Malern waren. Außerdem mussten sie sich in einer Zeit, in der sie als minderjährig galten, eine Kundschaft suchen.

Auch die „angemessenen” Kunstgattungen, mit denen sie sich beschäftigen durften, sowie ihr Grad an Unabhängigkeit bei der Gestaltung ihrer Karriere waren begrenzt. Betrachtet man dieses Künstlerinnen-Trio, so wird deutlich, dass die Modernität in der Malerei schneller voranschritt als die berufliche Gleichstellung. Das System sah sie nicht als Protagonistinnen.

Marie Bracquemond: die traurige Ehefrau

Marie Bracquemond. Selbstporträt mit ihrem Hund Bob, 130 × 73 cm, 1892, Privatsammlung.

Marie Bracquemond (1840–1916) lernte in verschiedenen Malerwerkstätten. Jean-August-Dominique Ingres erkannte ihr Talent persönlich und ermutigte sie, weiterzumalen. Ihre produktivste Zeit war von 1860 bis 1886, ab diesem Jahr schuf sie deutlich weniger Werke.

Mit 29 heiratete sie den Graveur Félix Bracquemond, der den Impressionismus – und damit auch die Arbeit seiner Frau – heftig kritisierte. Der feindselige und ständige Druck ihres Mannes brachte sie schließlich dazu, die Malerei aufzugeben. Zuvor hatte sie jedoch nicht nur mehrmals am Salon de Paris teilgenommen, sondern auch an drei impressionistischen Ausstellungen, was für eine Frau eine echte Leistung war. Dieses Selbstporträt entstand in ihrer späten Schaffensphase.

Tópico Künstlerinnen / Künstler

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