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Flausenpost Juni 2026: Aufblühen.

Na. 💜 Ihr.

Es ist Juni und während ich euch diese Zeilen von der Ostsee aus schicke (bin hier für 4 Tage und sie lässt euch lieb grüßen!), haben sich in Erlangen gestern eure Flausenpost-Briefe auf den Weg zu euch gemacht.

Diesen Monat bin ich besonders froh über die Möglichkeit, euch hier bei Steady noch zusätzlich digitale Post zukommen lassen zu können - und mag gern ein paar ergänzende und weiterführende Gedanken zur Juni-Flausenpost mit euch teilen. Diese Mail ist Teil eurer Flausenpost. Check?

“Du gehörst dorthin, wo du dich am meisten wie du selbst anfühlst.” :

Diesen Satz habe ich letzte Woche für ein Projekt illustriert und musste dabei auch an das Juni-Thema von Kunstverbunden denken: “Aufblühen”, so heißt das Motiv, das bald in euren Briefkästen landet und es erzählt davon, was es mit uns macht, am richtigen Ort zu sein. Dort, wo wir so viel Platz, Erde, Wasser und Sonne haben, wie es uns entspricht. Dort, wo wir blühen können als die, die wir sind.

Das lässt sich auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche und -abschnitte übertragen - ich erzähle euch mal von ein paar Aufblüh-Erlebnissen von mir, die in mir besonders nachgehallt haben.

💜 Vergangenen Dezember habe ich in meiner “Es gibt sie doch.”-Reihe eine Begebenheit erzählt, die an der Ostsee stattfand. Mein Kind belagerte den Naturparkführer, stellte unendlich viele Fragen und nahm damit sehr viel Raum ein. Mir war es unangenehm, meine „wir sind Menschen zu viel“ sind sensibel und schlagen schnell an nach so vielen Jahren der Elternschaft in unserer Konstellation. Und lieber ziehe ich uns vorsorglich aus einer Situation raus, als dass wir Abweisung erfahren. Aber der Text, den ich über diese Begegnung geschrieben habe, endet so: „Solche tollen Fragen sind mir nie zu viel“, sagt der Naturparkführer zu mir und meint zu meinem Kind: „Die anderen Leute hören mir gar nicht richtig zu. Aber ich hab mir als Kind dieselben Fragen gestellt wie du. Und jetzt arbeite ich hier und bin jeden Tag an der Ostsee und darf darüber reden so viel ich will. Und am liebsten rede ich mit Leuten wie dir. Vielleicht arbeitest du hier später mal, wer weiß.“ (…) Wir bekommen an diesem Tag einen Zettel mit der Mailadresse vom Naturparkführer. Und ich denke: Ja. Menschen sind nie zu viel. Sie sind vielleicht nur in einer Umgebung, in denen sie nicht leuchten dürfen als die, die sie sind. Das gilt für meine Kinder. Und für mich. Und für dich.”

Diese Begegnung hat meinem Kind unglaublich viel bedeutet, noch Monate später hat es davon erzählt. Das Erleben von “es gibt einen Ort, an dem meine Fragen nicht zu viel sind, sondern ganz viel Mit-Freude und Begeisterung bereiten” hatte es aufblühen lassen.

💜 Ich war letzte Woche auf einer Veranstaltung in Nürnberg, die anlässlich der Kunstausstellung stattfand, bei der momentan einige meiner Bilder und Texte hängen (wenn ihr aus der Region seid: Sie läuft noch bis Samstag! AEG-Gelände.). Ich hatte dort auch einen Stand mit meiner Kunst und normalerweise mache ich Marktstände und co prinzipiell nicht mehr, weil mich solche Settings enorm viel kosten und ich danach immer mehrere Tage bis Wochen Regeneration nötig habe. Letzte Woche aber war die ganze Umgebung so passend, so achtsam, so zugeschnitten auf Menschen, denen schnell alles viel zu viel ist, dass ich den Abend wirklich von Herzen genießen konnte und danach mehr Energielöffel hatte als vorher. Das kommt quasi NIE vor. Ich war fassungslos darüber, wie gut ich “Marktstand” scheinbar doch kann - wenn das Setting passt. Aufgeblüht.

💜 Vielleicht wisst ihr, dass ich in den vergangenen Jahren ein Coming-Out hinter mir habe - inklusive diverser sehr anstrengender Prozesse, Trennung, Neusortierung. Das hat unglaublich viel Kraft gekostet, tut es noch, es ist extrem trubelig im Außen, und gleichzeitig (🙃🫶🏻) fühle ich so viel Angekommensein, Kraft und Frieden in meinem Inneren, dass ich ein “Aufblühen” an ganz vielen Stellen meines Lebens bemerke. Diesen Prozess erleben viele Menschen nach einem Coming-Out und er zeigt auf, warum es so wichtig ist, Menschen die sein zu lassen, die sie sind. Das Thema für den Pride Month (der ist immer im Juni) bei Farbflausen 2026 lautet deswegen äquivalent zu eurer Flausenpost “Aufblühen” und der Text, den ich euch geschickt, ist der rote Faden, an dem ich mich dazu diesen Monat entlang handeln werde (rw). // Sidenote: Anlässlich des Junis habe ich außerdem beschlossen, euch diesen Monat eine zusätzliche Karte zu schicken, die heute bei mir in den Shop gekommen ist. Ihr bekommt also gleich 2 Aufblühen-Motive - und kommenden Monat ja dann das verbunden-Extra in eurer Flausenpost.

Aufblühen also: Das können wir an ganz unterschiedlichen Stellen erleben. Und während die einen vielleicht am liebsten in der prallen Sonne wachsen, brauchen die anderen einen Schattenplatz.

Und ja: Nicht immer ist es möglich, Settings, Menschen oder Orte zu verlassen, die uns nicht gut tun. Die sich nach “an der falschen Stelle eingepflanzt” anfühlen. Das weiß ich nur allzu gut. Manchmal ist es, wie es ist.

Manchmal suchen wir jahrelang verzweifelt nach einer Lösung und Aufblühorten für uns oder unser Kind - weil der Job nicht passt, die Diagnose, die Schulbegleitung, das soziale Umfeld. Und manchmal gibt es diese Lösung nicht. Ich versteh es so sehr. Oft ist es ein riesiges Privileg, Aufblühorte zu finden.

Und gleichzeitig macht es inmitten dessen einen Unterschied, zumindest darum zu wissen: Du bist nicht falsch, nicht zu viel, nicht zu anspruchsvoll. Sondern da ist anderes zu wenig: Zu wenig Ressourcen vielleicht; zu wenig Empathie, zu wenig Raum. Zu wenig Wissen, Anerkennung oder Hilfe. Das ist nicht deine Schuld.

Und dieser Kunstverbunden-Monat ist auch eine Ermutigung: Es ist unsere Aufgabe als Gesamtgesellschaft, Bedingungen zu schaffen, in denen alle blühen dürfen als die, die sie sind. Manchmal braucht es dafür gar nicht viel. Manchmal macht es schon einen großen Unterschied, aufmerksam zu sein für die Menschen um uns her. Solidarität zu zeigen. Zuzuhören. Einander zu feiern. So viel Schönes kann dann wachsen!

Um wild wachsende Blumenwiesen wird es diesen Monat auch in den Funkelflausen gehen, die ihr am 15.6. in eurem Mailfach findet (falls ihr sie abonniert habt. Ihr könnt übrigens jederzeit upgraden, wenn ihr mögt.). Legt schonmal Stifte oder Farben bereit: Das wird richtig schön 🌼.

Und im Juli nehmen wir gemeinsam ein Thema in den Fokus, das ihr euch vielfach gewünscht hattet. Kleiner Hinweis vorab: Die Illustration ist ein Herd. ACH DU MEINE GÜTE macht mir das viel Freude, hier mit euch Kunstverbunden gestalten zu dürfen!

Danke für euch!!
Alles Liebe von Herzen

Ps: Der Juni ist außerdem Farbflausen-Jubiläumsmonat! Dazu kommt hier für euch kommende Woche nochmal was. 💜 und Farbflausen verbinde ich so, so sehr mit Aufblühen.

Pps: Hier noch ein Strandfuchs von gestern für euch 💜

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