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Erste Schritte im neuen Fitnessstudio

 Im Newsletter #16 (Abre numa nova janela) hatte ich ja schon davon berichtet, dass ich das Fitness-Studio gewechselt habe und zum Ende des Jahres nochmal richtig Gas gegeben habe. Ich glaub, ich war in der letzten Woche des Jahres vier oder fünf Mal dort, mehr als im gesamten Jahr 2025, haha.

Ein Class-Room ganz für mich allein.

Zum Glück hat meine Motivation es über den Jahreswechsel hinweg geschafft. Dass es dort eine Sauna gibt, hilft ungemein, außerdem sehr gute Pilates-Kurse und Laufbänder, bei denen man sich am Bildschirm Landschaften einstellen kann und diese lustigen Treppen, bei denen ich auswählen kann, welche Sehenswürdigkeit ich erklimme und sehen kann, wie viele Stufen ich schon geschafft habe. Neulich habe ich meiner Schwester ein Video geschickt, wie ich durch München laufe, weil sie die Stadt so liebt oder ich kann sagen: “Hey, heute war ich auf dem Eiffelturm.”

Bislang mache ich sehr erfreuliche Erfahrungen. Für alle, die ebenfalls überlegen, mal wieder ins Fitness-Studio zu gehen, aber vor den ersten peinlichen Momenten der Ahnungslosigkeit zurückschrecken, kommen hier ein paar kleine Stories zu meinen ersten Erlebnissen.

Kalte Sauna, heißes Handy

Bevor wir den Vertrag abschlossen, hatten David und ich einen Schnuppertemin im Studio. Ein breitschultriger Verkäufertyp führte uns durch die Räume und wies unter anderem darauf hin, dass es zwar in jeder Umkleide eine Sauna gebe, die aber immer mal wieder ausfalle. Das fand ich sehr transparent, allerdings fiel mir später auf, dass die Google Bewertungen voll von Beschwerden über die disfunktionale Sauna waren, also war die Info ohnehin out-in-the-open.

Ich entschied mich trotzdem für den Vertrag, auch weil ich dachte: “Selbst, wenn sie nur einmal im Monat funktioniert, ist das immer noch einmal mehr, als ich aktuell in die Sauna gehe.” Mein erster Gang ins neue Studio erfolgte dann auch ausschließlich mit dem Ziel, zu testen, ob morgens die Sauna an ist. Ich nahm nicht mal Sportschuhe mit. Niedrigschwellig starten lautet die Devise. Ich zog mich aus und nahm mein Handy mit, weil David gerade auf Dienstreise war und ich ein Foto von der Sauna machen wollte, um zu zeigen: “Guck mal, ich hab´s bis hierher geschafft!”

Falls jemand dachte, ich wollte etwas anderes fotografieren. Nein, das war das Bild, das ich verschickt habe :)

Ich war allein, öffnete die Tür und stellte fest, dass es drinnen dunkel war und auch nicht so richtig warm. Der Blick auf das Thermometer verriet: 30 ° Celsius. „Das ist immerhin wärmer als draußen“, dachte ich, machte ein Foto vom Innenraum und dann stand ich da und wusste nicht, wohin mit meinem Telefon. Draußen liegen lassen wollte ich es nicht und zurück zum Schrank bringen? Viel zu weit. Also nahm ich es mit rein, bei der Temperatur war das ja kein Problem. Ich stellte mir vor, ich liege an einem Strand und schloss die Augen.

Keine drei Minuten später öffnete jemand die Tür. Vollständig bekleidet. Vermutlich jemand vom Studio. Sie sagte aber nichts. Weder „hallo“ noch „oh, das ist aber dunkel hier.“ Dafür steckte sie einen Schlüssel in ein Schloss an der Wand. Ich erwartete, dass nun das Licht angehen würde. Tat es aber nicht. Sie ging wieder. Es blieb dunkel. Allerdings wurde es jetzt wärmer und zwei Minuten später kamen zwei andere Damen in die Sauna. Da lag ich nun, mit meinem Handy in dem immer heißer werdenden Holzraum und fühlte mich wie Florian David Fitz in dem Film „der Spitzname“, als er im Skiurlaub sein Smartphone mit in die Sauna nimmt, um ein dxx pic zu machen. Ich wollte doch nur ein Bild von der Sauna, für David und für euch, damit der Artikel auch Bilder hat. Vorbei war es mit dem Sommerurlaubsgefühl. Ich dachte nur noch angestrengt darüber nach wie ich mein Handy unbemerkt in mein Handtuch wickeln könnte, um die Sauna unauffällig zu verlassen. Was für ein Stress.

Jetzt nur noch „ohne Haare“

Von dem folgenden Arrangement hätte ich auch gern ein Foto. Aufgrund meiner Erfahrungen aus der Sauna-Story habe ich mich bislang aber nicht getraut, mein Handy nochmal mit in den Dusch- und Saunabereich zu nehmen. Deshalb müssen meine Erklärungen reichen: Als ich das erste Mal duschen war, war da so eine Brause relativ weit oben, also was ich da sah, war eine ganz normale Dusche. Nach einer Woche hatten alle Duschen plötzlich eine neue Brause. Die neue war ungefähr auf meiner Kopfhöhe an der Wand montiert. Perfekt, wenn man duschen möchte, ohne die Haare zu waschen. Möchte ich sie aber waschen, müsste ich den Kopf ziemlich weit nach hinten lehnen, etwas in die Knie und ins Hohlkreuz gehen oder mich umdrehen und kopfüber die Haare waschen.

Ich sah auch weiter oben noch den anderen Duschkopf. Der wirke aber nicht angebunden an das untere Ensemble. Hatte die alte Brause nicht mehr genug Wasserdruck, war veraltet und nur noch nicht abmontiert? Die Möglichkeit zu bieten, die Haare außen vor zu lassen, finde ich auch sehr serviceorientiert. Aber hatten die vergessen, dass es auch Frauen gibt, die größer sind als 160 cm? An der Wand gab es drei Knöpfe, mit  Symbolen, die etwas mit Duschbrausen ausdrücken könnten. Ich drückte einen. Nichts veränderte sich.

Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber wenn ich irgendwo neu bin, kostet es mich unheimlich Überwindung, Knöpfe zu drücken und technische Einstellungen auszuprobieren. Am schlimmsten ist es, wenn ich das Gefühl habe, jemand beobachtet mich dabei, wie ich mich dumm anstelle. Wenn es nicht direkt funktioniert, lasse ich es einfach so wie es ist und passe mich an. Ich hatte an dem Tag schon eine unangenehme Begegnung mit dem Laufband, weil ich nicht kapiert hatte, wo man das Programm einstellen kann, also ließ ich den Kopf nach hinten fallen und wusch meine Haare in der zuvor beschriebenen etwas unbequemen Haltung. Das sah zum Glück kein bisschen doof aus.

Trotzdem brauchte ich zwei weitere Tage, bis ich mich endlich dazu durchringen konnte, auch die anderen Knöpfe zu drücken – und auch nicht nur einmal, sondern mehrmals. So fand ich heraus, dass man beide Brausen einzeln an- und ausstellen und sogar gemeinsam laufen lassen kann. Wofür der dritte Knopf ist, weiß ich immer noch nicht, aber ich habe ja erstmal alles, was ich brauche.

Plötzlich Expertin

Nach der ersten Woche wurde ich mutiger. Ich hatte zum Beispiel herausgefunden, dass ich auch außerhalb der Kurse in den „Class Room“ gehen kann. Dort ist viel Platz und ich finde es angenehm, wenn ich Übungen machen möchte oder mich dehnen. Vor meinem ersten Pilates-Kurs war ich zehn Minuten eher im Raum, nahm mir eine Matte, einen Pilates-Ball und einen Yoga-Klotz und machte ein paar meiner eigenen Übungen, bevor es losging. Zwei weitere Frauen kamen rein. Eine Teilnehmerin sprach die Kursleiterin an und sagte, dass sie neu sei und was sie denn brauche. Sie könne sich heute einen Ball und einen Klotz nehmen sagte „Lou“, die sich uns später vorstellte. „Die Neue“ legte ihre Matte neben mich, blickte sich suchend um, und fragte mich, ob wir immer Bälle nehmen. Sie hielt mich offenbar für eine Stammkundin, dabei hatte ich ja selbst keinen Schimmer und nur zufällig genau die Utensilien neben meiner Matte liegen, die wir brauchten. Aber jetzt fühlte ich mich wie eine Expertin.

Zwei kleine Geschichten habe ich noch. Hier geht es wieder um Kuriositäten im zwischenmenschlichen Verhalten – und um kreative Selbstverteidigung. Exklusiv für meine Abonnentinnen.

Wenn Abstand ignoriert wird (und was dagegen hilft)

Tópico everyday stories.

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