Schon immer in der Geschichte des Bäckerhandwerks war der Brotpreis ein gesellschaftliches Thema. Nicht wenige Hobbybäckerinnen und Hobbybäcker haben mit dem Brotbacken begonnen, weil ihnen das Brot in der Bäckerei zu teuer und das Brot im Supermarkt nicht gut genug war.
Brotpreiserhöhungen lösen auch heute noch große mediale und politische Debatten aus, obwohl die Kosten für Brot in der Gesamtbilanz eines Haushalts verschwindend gering sind. Bäckereien, die heute 8, 9 oder 10 Euro für ein Kilogramm Brot verlangen, werden als “Luxusbäckereien” gebrandmarkt, dabei ist dieser Preis noch nicht einmal besonders wirtschaftlich, wenn das Brot mit viel Zeit und Aufwand produziert wird.
In einem Büchlein aus dem Jahr 1933 habe ich einen interessanten Beitrag des damaligen Präsidenten des “Germania-Verbandes deutscher Bäckerinnungen” Karl Grüßer (Abre numa nova janela) gefunden, der das Dilemma des Bäckerhandwerks Anfang der 1930er Jahre zusammenfasst. Er scheut sich auch nicht davor, sich mit der Politik anzulegen. Der Text könnte mit kleinen Anpassungen auch heute, rund hundert Jahre später, geschrieben worden sein, hat also an Aktualität nichts eingebüßt.
Ich gebe Grüßers Diskussionsbeitrag nachfolgend ungekürzt wieder und lade dazu ein, Parallelen zur Gegenwart zu ziehen…
![Karl Grüßer (im Jahre 1933 Präsident des “Germania-Verbandes deutscher Bäckerinnungen”) [1]](https://assets.steadyhq.com/production/post/dd3b9a80-f839-4275-8bc0-2875d9602eaf/uploads/images/zhpnvtovmr/Diamalt_17_2.jpg?auto=compress&w=800&fit=max&dpr=2&fm=webp)