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#100 Verbindungen

(Abre numa nova janela)

Es ist Donnerstag. Du liest die ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Abre numa nova janela) für Dachau und München.

Als Gästeführer weiß ich was los ist. Und was sich lohnt.

Für Alle, die ihre Stadt genauso lieben, wie Du und ich.

Diese Woche: #100 verbindet Günter Grass in Dachau mit der Bohème in Schwabing – Kunst, Literatur und ein Lebensgefühl, das bis heute nachwirkt.

Servus & Moin,

ein bisschen besonders fühlt sich das schon an.

Hundert Ausgaben «Post aus Dachau» – viele Wochen, viele Themen, viele Formate. Vor allem jedoch viele Versuche, Kultur nicht nur anzukündigen, sondern einzuordnen, sichtbar zu machen, miteinander zu verbinden.

Da ich diese Woche an der Nordsee verweile, hatte ich überlegt, eine Pause einzulegen und mir für die Jubiläumsausgabe mehr Zeit zu geben.

Die #100 muss doch eine besondere Ausgabe sein. Oder?

Nicht wirklich. Schließlich soll doch jede Woche besonderes sein. Die Stärke der «Post aus Dachau» ist, dass ich hier unabhängig und persönlich schreiben kann. Lokal verankert, mit Haltung.

Vor allem ist dieser Kulturnewsletter für mich, wie ein Kunstprojekt: ein fließender Prozess, immer wieder Neues ausprobierend, verworfen, nichts scheint abgeschlossen, stetig weiterentwickelt, nie ganz fertig, dafür immer wieder überraschend.

Horizont statt Stadt, Watt statt Touren. Und plötzlich passiert es: Der Blick wird weiter. Gedanken sortieren sich neu, Verbindungen werden klarer. Vielleicht geht es diese Woche genau darum – um bewussten Abstand, um wieder genauer hinzusehen, um neue Verbindungen zu entdecken.

Zwischen Kunstformen. Zwischen Zeiten. Zwischen Orten, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben – und dann doch überraschend nah beieinander liegen.

In Dachau richtet die KA7 den Blick auf Günter Grass, allerdings nicht auf den Literaten, den wir zu kennen glauben, sondern auf den bildenden Künstler. Skulpturen und Grafiken, die zeigen, wie selbstverständlich sich bei ihm Schreiben und Sehen, Form und Sprache verbinden.

Und nur wenige Kilometer weiter öffnet sich in Schwabing ein historischer Resonanzraum genau dieser Idee: ein Viertel, in dem Literatur, Kunst und ein anderer Lebensentwurf schon einmal untrennbar verbunden waren – als Bohème, als Aufbruch, als bewusster Gegenentwurf zur Enge der Zeit.

Was diese beiden Perspektiven verbindet, ist mehr als nur ein Thema. Es ist eine Haltung: Kunst nicht als isolierte Disziplin zu begreifen, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs – gesellschaftlich, politisch, persönlich.

Vielleicht ist genau das auch ein guter Moment, kurz innezuhalten – bei Ausgabe 100. Und sich bewusst zu machen, worum es hier eigentlich geht.

Nicht um Vollständigkeit. Nicht um möglichst viele Termine.

Sondern um Auswahl. Um Haltung. Und um dieses eine, manchmal schwer greifbare Gefühl, dass Kultur mehr sein kann als Programm.

Diese Ausgabe lädt Dich ein, genau das wieder zu entdecken.

Schön, dass du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.

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#dinglichbleiben

Es gibt Künstler, die man zu kennen glaubt – und bei denen es sich trotzdem lohnt, noch einmal ganz neu hinzuschauen.
Günter Grass gehört unbedingt dazu.

Denn so präsent der Literaturnobelpreisträger als Autor von Die Blechtrommel im kollektiven Gedächtnis ist, so oft gerät eine andere Seite seines Schaffens in den Hintergrund: die des Zeichners, Grafikers und Bildhauers. Eine Seite, die nie Beiwerk war, sondern eigenständiger Ausdruck eines künstlerischen Denkens.

(Abre numa nova janela)
Der Schatten II, Lithographie 2004, © Günter und Ute Grass Stiftung

Ab dem 4. Juni widmet sich die KA7 genau diesem Aspekt – und zeigt Skulpturen und Grafiken von Günter Grass in Kooperation mit der Günter und Ute Grass Stiftung.

Warum sich das besonders lohnt?

Weil Grass immer beides war: Schriftsteller und bildender Künstler. Und weil sich seine Arbeiten nicht sauber in diese Kategorien trennen lassen.
Seine Zeichnungen begleiten viele seiner Texte, seine Radierungen und Aquarelle denken literarisch weiter – und seine Plastiken holen das Erzählerische ins Dingliche zurück.

Oder, um es mit einem (fast programmatischen) Gedanken aus seinem Werk zu sagen: Genau hinsehen. Dinglich bleiben.

Grass’ bildnerische Arbeiten haben oft etwas Widerständiges. Sie sind nicht gefällig, nicht dekorativ – sondern manchmal rau, verspielt, politisch aufgeladen. Figuren, Tiere, Köpfe, Körper: immer ein bisschen schief, immer mit Haltung. Als würden sie sich gegen glatte Eindeutigkeit wehren.

Und genau darin liegt ihre Aktualität.

Denn Grass war nie nur Beobachter, sondern immer auch Einmischer. Seine Literatur wie seine Kunst reagieren auf Geschichte, auf Gesellschaft, auf Verantwortung. Dass sich diese Haltung auch in seinen Grafiken und Skulpturen spiegelt, macht diese Ausstellung so spannend – gerade heute.

Die Kooperation mit der Günter und Ute Grass Stiftung unterstreicht dabei den Anspruch: Hier geht es nicht um ein paar illustrative Nebenwerke, sondern um einen ernsthaften Blick auf ein vielschichtiges künstlerisches Gesamtwerk.
Eine Stiftung übrigens, die sich nicht nur um den Nachlass kümmert, sondern aktiv daran arbeitet, Grass’ Werk wissenschaftlich aufzuarbeiten, zugänglich zu machen und in neue Kontexte zu stellen.

Dass so eine Ausstellung in Dachau zu sehen ist, ist alles andere als selbstverständlich. Aber es passt zur KA7.

Die Galerie Lochner hat in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass sie große Namen nicht einfach zeigt, sondern in einen räumlichen und inhaltlichen Dialog bringt – von Beuys über Hundertwasser bis Lüpertz. Grass fügt sich hier nicht als Monument ein, sondern als Einladung: genauer hinzusehen.

Und vielleicht auch die eigene Perspektive zu verschieben.

Ein schöner, konsequenter Zusatz: Parallel dazu rückt die Buchhandlung Subtext die literarische Seite von Günter Grass in den Fokus.

So entsteht – über zwei Orte hinweg – ein kleines, eigenständiges Grass‑Universum in Dachau.

Bild und Text, Form und Sprache, Hand und Schrift: selten war dieser Zusammenhang greifbarer.

🎨 Die Fakten zur Ausstellung

📅 4. Juni – 27. September 2026
📍 Galerie KA7, Konrad‑Adenauer‑Str. 7, Dachau

🧑‍🎨 Künstler: Günter Grass (1927–2015)
🔎 Gezeigt werden: Skulpturen und Grafiken

🤝 Kooperation: Günter und Ute Grass Stiftung
📚 Begleitend: Literarischer Fokus in der Buchhandlung Subtext

⏰ Öffnungszeiten: Do: 16–19 Uhr, Sa: 12–15 Uhr, Sonn-/Feiertage: 14–17 Uhr sowie nach Vereinbarung
Telefon: 08131/66 78 18 oder 0162/45 596 99 oder per E-Mail an:
info@galerielochner.de (Abre numa nova janela) (Urlaub vom 20. August bis 6. September)

Der Eintritt ist frei.

kultur für alle

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Ich freue mich auf alles, was daraus entsteht. Und vielleicht ja auch auf Dich.

#mythos

Es gibt Orte, die lassen sich nicht einfach erklären. Man kann ihre Geschichte(n) erzählen, ihre Architektur beschreiben, ihre berühmten Namen aufzählen – und hat doch noch nicht erfasst, was sie eigentlich ausmacht.

Schwabing ist so ein Ort.

Und vielleicht ist genau deshalb der Moment gut gewählt, sich diesem Viertel noch einmal neu zu nähern.

Denn während in Dachau gerade die bildnerische Seite eines großen Literaten sichtbar wird – mit der Ausstellung von Günter Grass in der KA7 –, führt uns der Blick nach Schwabing dorthin, wo Kunst, Literatur und Freigeist schon einmal auf ganz ähnliche Weise ineinandergegriffen haben.

Hier, um 1900, entstand eine der prägendsten kulturellen Szenen Europas: die Schwabinger Bohème.

Ein Milieu aus Schriftstellern, Künstlern, Denkern – Namen wie Frank Wedekind, Rainer Maria Rilke oder die Kreise um die Zeitschrift Simplicissimus stehen exemplarisch für eine Zeit, in der Literatur und bildende Kunst nicht getrennte Disziplinen waren, sondern Ausdruck eines gemeinsamen künstlerischen Lebensentwurfs.

Und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch mein nächster offener Rundgang.

Denn so wie Günter Grass nie nur Schriftsteller war, sondern auch Zeichner, Grafiker, Bildhauer – so begegnen wir in Schwabing einem kulturellen Klima, in dem diese Übergänge selbstverständlich waren.

Kunst, Literatur, Architektur: alles Teil eines größeren Zusammenhangs.

Unsere gemeinsame Tour führt mitten hinein in dieses Geflecht:
zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Mythos und Alltag.

Wir bewegen uns durch Altschwabing und entlang der sogenannten „Schwabinger Achse“, sehen Orte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken – und entdecken, was sich dahinter verbirgt.

Geschichten von Künstlern und Außenseitern, von Aufbruch und Reibung, von einem Viertel, das sich immer wieder neu erfindet.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf dem Jugendstil.
München war eine seiner wichtigsten Hochburgen – und Schwabing zeigt diese kurze, intensive Epoche in all ihrer Detailfreude: verspielte Fassaden, florale Ornamente, Architektur, die nicht nur funktional ist, sondern eine Idee von Schönheit trägt.

Und vielleicht ist das die stärkste Verbindung zwischen all diesen Themen: dieses Beharren darauf, dass Kunst mehr ist als Dekoration. Dass sie Haltung hat. Form annimmt. Sich einmischt.

Was Dich erwartet, ist ein Streifzug, bei dem sich Perspektiven verschieben – und bei dem Du am Ende vielleicht ein anderes Bild dieses Viertels mitnimmst als am Anfang. Oder sogar ein eigenes.

Und vielleicht auch für diesen Moment, in dem man merkt:
Schwabing ist nicht nur ein Ort. Sondern ein Mythos.

🚶 Die Fakten zur Führung

📅 Freitag, 12. Juni 2026 · 16 Uhr
📍 Treffpunkt: wird nach Anmeldung bekannt gegeben

⏱ Dauer: ca. 2 Stunden
👥 Begrenzte Teilnehmendenzahl

✨ Highlights:
✔ Schwabinger Bohème & kulturelle Geschichte
✔ Jugendstil-Architektur entdecken
✔ Versteckte Orte & überraschende Perspektiven
✔ Geschichten jenseits der bekannten Wege

#mehrKultur

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Wie gesagt, dieses Jahr einfach mal #machen. Bist Du dabei?

Offene Touren 2026

Bild

(Bild KI-generiert)

Lust, Stadt und Geschichte(n) neu zu entdecken? Auch 2026 bin ich wieder mit offenen Führungen in München, Dachau und an der KZ‑Gedenkstätte Dachau unterwegs. Ob Stadtviertel mit besonderem Lebensgefühl, Bustour oder Formate des Erinnerns – jede Tour öffnet einen eigenen Blick auf Vergangenheit und Gegenwart.

Die nächsten Termine sind bereits online. Vielleicht ist ja eine Tour dabei, die Dich anspricht – zum Mitgehen, Zuhören, Nachfragen und Weiterdenken.

#meins

Meine Website: https://stadtfuehrung-mit-matthias.de (Abre numa nova janela)
Meine offenen Termine:
https://stadtfuehrung-mit-matthias.de/termine (Abre numa nova janela)
Mein Tickets&Gutscheine Shop:
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Meine Soundcloud: https://soundcloud.com/dachau-tour (Abre numa nova janela)

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Wie hat Dir mein Newsletter gefallen? Gibt es Themen, über die Du gerne hier lesen möchtest? Dann schreib mir einfach an: servus@dachau-tour.de (Abre numa nova janela)

Die nächste «Post aus Dachau» erscheint am 11. Juni 2026 - wir sehen uns, in Dachau und München 👋

Freundliche Grüße aus dem ❤️ von Dachau,
Dein Matthias



Matthias Schüßler
Gäste-, Stadt- und Themenführungen in Dachau und München
Rundgänge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

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Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. (BVGD)
und Vorstandsmitglied des Dachauer Gästeführer e.V.

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Schön, dass Du dabei bist!

© 2024-2026 Matthias Schüßler
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