Was ich durch das Lektorat fremder Texte gelernt habe und was das mit Achtsamkeit zu tun hat. Und: Was soll ich zuerst schreiben?
Seit ich diesen Newsletter „nur“ noch monatlich versende, habe ich das Gefühl, dir wieder wirklich etwas zu erzählen zu haben – ein schönes Gefühl und ich hoffe, dass auch du die etwas gesammelteren Gedanken magst 😊
Im Mai war viel los: Ich bin nicht mehr nur als Autorin, sondern auch als Lektorin in die Anthologie „Erste Seiten“ eingebunden, meine Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin ist abgeschlossen und ich habe viele Gedanken dazu im Kopf, wie es eigentlich weitergehen soll. Nicht nur, was die Existenzgrundlage angeht, sondern auch mein eigenes Schreiben. Aber lass uns von vorn beginnen, ja?
Anfang des Monats las ich Eckart von Hirschhausens Buch „Der Pinguin, der fliegen lernte“, direkt im Anschluss „Veronika beschließt zu sterben“ von Paulo Coelho und ich darf dir sagen, dass das eine sehr wirksame Kombination ist. Insbesondere, wenn man gerade in einer Phase ist, in der alles und nichts passiert. So fühlt es sich aktuell an: Eigentlich bin ich unentwegt beschäftigt, doch irgendwie fühlt es sich am Ende eines Monats an, als hätte ich nichts geschafft. Dabei stimmt das keinesfalls!
Erst am vergangenen Wochenende schloss ich meine Ausbildung als Kursleiterin für Achtsamkeitstraining zur Stressbewältigung ab. Es war eine wunderbare Zeit und ich stellte wieder einmal fest, dass mir genau das einfach liegt. Selbstfürsorge, Meditation, Freundlichkeit, ein achtsamer Umgang mit sich selbst und der Welt. Was das angeht, werde ich mich erst einmal sortieren und dann sehen, wie es weitergeht. Wenn du magst, schau gerne mal auf meiner Webseite (Abre numa nova janela) vorbei. Dort gibt es einige neue Dinge zu entdecken, unter anderem auch eine achtsame Schreibbegleitun (Abre numa nova janela)g.

Auf diese Idee kam ich allerdings schon vor Abschluss meiner Ausbildung. Paul vom Compostela-Verlag, für den ich einen Beitrag zur Anthologie „Erste Seiten“ beisteuern darf, schenkt mir sein Vertrauen auch in Sachen Lektorat. Das macht mich sehr glücklich, denn die Arbeit an entstehenden Texten fehlt mir schon seit einer Weile. So darf ich die Texte meiner Mit-Autor*innen lesen, kleine Korrekturen vornehmen und Vorschläge machen, wie ein Text noch stärker und fließender werden könnte. Dabei ist mir aufgefallen, wie achtsam ich mit den Zeilen der anderen umgehe und wie viel Mühe ich mir um ein respektvolles und wertschätzendes Feedback gebe. Wie geht es dir beim Überarbeiten deiner Texte? Kannst du wohlwollend darauf schauen? Mit meinen eigenen Werken gehe ich um einiges weniger liebevoll um. Gleichzeitig merke ich durch das Lektorat aber auch, dass ich mein eigenes Schreiben wieder mehr in mein Leben lassen möchte. Ich spreche so viel darüber und zeige den Teilnehmenden in meinen Workshops (Abre numa nova janela), wie sie ihr Schreiben in den Alltag integrieren und dranbleiben können, denke mir Schreibimpulse aus und schreibe dabei selbst mehr E-Mails als Geschichten.
Das soll sich wieder ändern. Ich möchte wieder regelmäßige Dates mit meinem Schreiben haben! Ideen für Projekte sind so viele da und damit auch die Frage, womit ich nur anfangen soll. Und darf ich mir den Luxus des kreativen Schreibens gerade eigentlich überhaupt gönnen oder sollte ich stattdessen nicht ausschließlich an meiner Selbstständigkeit arbeiten? Natürlich weiß ich, dass ich schreiben darf. Ich möchte diesen Gedanken aber nicht vor dir verbergen, damit du siehst: Es ist ganz natürlich, dass wir das manchmal denken. Und wir dürfen uns daran erinnern, dass wir immer schreiben dürfen, egal in welcher Situation wir uns gerade befinden. Wer weiß, vielleicht lösen wir damit ja sogar den ein oder anderen Knoten, der erst mal gar nichts mit unserer Feder zu tun hat?
Du siehst, in meinem Kopf ist aktuell einiges los. Das ist okay, so habe ich viele Gelegenheiten, meine Achtsamkeit zu üben und zu wachsen.
Was das nächste Schreibprojekt angeht, habe ich jedoch noch Fragen: Wie entscheidest du, was jetzt dran ist? Schreibst du durcheinander, nach Gefühl oder arbeitest du eine Liste ab? Oder bist du dir immer sicher, was jetzt dran ist und musst dir darüber gar keinen Kopf machen?
Ich habe schon daran gedacht, einfach mal Lose zu ziehen… eventuell kann ich dir im Juli-Newsletter berichten, ob ich den Debütroman begonnen oder doch wieder Kurzgeschichten geschrieben habe. Oder die Kolumne. Oder gar das Schreibmut-Buch fertiggestellt. Lassen wir uns überraschen 🎉
Zum Abschluss habe ich heute noch eine kleine Bitte an dich: Wenn du schon einen Workshop oder ein Coaching bei mir besucht hast, dann nimm dir doch 3–4 Minuten Zeit, um mir eine Bewertung (Abre numa nova janela) dazulassen – das hilft mir wirklich sehr 🧡
Bis bald!
Alles Liebe
deine Sarah