Saltar para o conteúdo principal

Es war kein Apfel!

Dieses Mal erschien der neueste Artikel nicht im Blog, sondern in der Jüdischen Allgemeinen.

Ein Apfel ist an allem schuld: Unter diesem Titel kam 1994 ein Buch von Ephraim Kishon auf den deutschen Markt. Der Verlag bezeichnete den Satireband damals als hinreißend komisches »Duell mit den Zehn Geboten und deren Folgen für die Menschheit von Adam und Eva bis heute«. Der Titel spielt auf die verbotene Frucht im Garten Eden an. Dabei ist in der Tora nichts von einem Apfel zu lesen. Diese Vorstellung entstammt der christlichen Tradition und hat vermutlich damit zu tun, dass das lateinische Wort »malum« sowohl Apfel als auch Übel bedeuten kann. Im hebräischen Original im 1. Buch Mose (2,17) ist lediglich vom »Etz haDaat tow waRa« die Rede, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Die eigentliche Frucht wird nicht genauer beschrieben. 👉den gesamten Text dazu findet man auf den Seiten der Jüdischen Allgemeinen (Abre numa nova janela), Talmudisches: Die verbotene Frucht | Jüdische Allgemeine (Abre numa nova janela)

Kleine Beiträge

Für Freunde des hebräischen Tanach-Textes – Ben Denckla zum Projekt BHQ

Die neue Biblia Hebraica Quinta‑Edition des Buches Ijow (Hiob) verspricht Fortschritt – doch laut Ben Denckla bleibt sie weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Statt ein modernes Bild des masoretischen Textes zu bieten, stützte sich die BHQ im Kern weiterhin auf die über 45 Jahre alte BHS (Biblia Hebraica Stuttgartensia) und ignoriere dabei zahlreiche hochwertige Editionen wie BHL, WLC oder Da’at Miqra, die seit Jahrzehnten verfügbar sind. Das führe dazu, dass BHQ zwar einige neue Beobachtungen am hebräischen Text liefere, gleichzeitig aber viele bereits bekannte Varianten nicht dokumentiere und an entscheidenden Stellen ungenau oder lückenhaft bleibe.

Dencklas zentrale Kritik dabei: Die Ausgabe wirke so, als sei sie »in einer Blase« entstanden – losgelöst von wichtigen Entwicklungen der Textforschung. Seine detaillierte Analyse zeigt, dass die Edition mehr unterlässt als leistet. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt und verstehen möchte, wie gut oder schlecht diese neue Version des Buches Ijow wirklich ist, findet in Dencklas Artikel eine gleichermaßen kritische wie aufschlussreiche Lektüre. 👉 BHQ Job was made in a bubble (Abre numa nova janela)

Michel Friedman im Gespräch mit Hape Kerkeling

In einem eindringlichen Gespräch haben Michel Friedman und Hape Kerkeling über die Gefahren von Rechtsterrorismus, Rechtsextremismus und das Vergessen der Geschichte gesprochen. Sie erinnerten daran, wie nach der Wiedervereinigung rechtsextreme Gewalt als Kette von »Einzelfällen« verharmlost wurde – eine Verdrängung, die bis heute nachwirkt. Besonders besorgniserregend: Viele junge Menschen wissen nicht mehr, was Auschwitz war, während rechtspopulistische Parteien wie die AfD an Einfluss gewinnen.

Friedman und Kerkeling betonen: Wir dürfen nicht wegschauen. Jeder Einzelne ist gefordert, Verantwortung zu übernehmen, um unsere demokratische Gesellschaft zu bewahren. Der 27. Januar, der Tag der Befreiung von Auschwitz, mahnt uns, die Erinnerung wachzuhalten. Doch Zeitzeugen werden weniger – wer erzählt den Jungen noch, wie es wirklich war?

Beide fragen: Was ist aus dem deutschen »Nie wieder!« geworden? Warum wird der Rechtsterrorismus nicht ernst genommen? Warum gibt es kein Verbot der AfD? Kerkeling sagt klar: Sollte die AfD regieren, würde er Deutschland verlassen. Friedman warnt: Eine demokratisch wählbare Partei ist nicht automatisch demokratisch.

Das Gespräch endet mit einem Appell: Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist. Es geht um unsere Zukunft – und die Verantwortung, die wir heute tragen.

👉 Hier kann man die Veranstaltung nachhören (Abre numa nova janela).

Schoah-Relativierung von linken und rechten Strömungen

In der britischen Zeitschrift PROSPECT untersucht Dave Rich vom »Community Security Trust«, wie sowohl rechte als auch postkoloniale linke Strömungen zunehmend die Schoah relativieren – wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Er zeigt, dass rechte Akteure dessen Bedeutung offen abwerten, während linke Denker ihn in größere Macht‑ und Kolonialdiskurse einordnen. Trotz gegensätzlicher politischer Perspektiven ähneln sich ihre Argumentationsmuster: Beide betrachten die Rolle des Schoah-Gedenkens als entscheidend für die zukünftige internationale Ordnung. 👉Der Artikel ist hier zu finden. (Abre numa nova janela)

Falls dieser Newsletter in irgendeiner Weise für jemand anderen nützlich, interessant oder auch einfach ärgerlich sein könnte – bitte gerne weiterleiten. Und wer dann ebenfalls abonnieren möchte, kann dies über einen Klick auf den folgenden Button tun. Vielen Dank!

Tópico Neue Blogartikel