
Howdy y’all!
Vaporware nennt man eine Software, die zwar angekündigt wird, dann aber nie oder bestenfalls sehr spät auf den Markt kommt. Im Herzen von Austin steht seit heute so ne Vaporware rum.
Es ist das Robotaxi von Tesla. Auf den ersten Blick sieht es cool aus, sehen wir mal ab vom Schriftzug, der wirkt, wie eine ChatGPT-produzierte Raubkopie der Skater-Marke Stussy.
Wer genauer hinschaut, erkennt die billige Verarbeitung des Wagens und die schlechte Polsterung der Sitze. Der eigentlich Haken aber ist der Innenraum:
Kein Lenkrad mehr – toll. Aber eben auch nur zwei Sitze. Der Tesla-Mitarbeiter sagte, darauf angesprochen, dass ja in Austin schon selbstfahrende Taxis der Marke unterwegs sind: die größeren Model Y – bei denen läuft es allerdings gar nicht gut. (Abre numa nova janela)Am Ende könne man in der App auswählen, welche Taxigröße man brauche. Das ergibt so überhaupt keinen ökonomischen Sinn, wie vieles im Reich von Elon Musk.
Den Kofferraum, übrigens, konnte man “gerade” nicht öffnen. Ich bin mehrfach am Wagen vorbeigelaufen, er war immer geschlossen.
Vaporware halt.
Warum Du heute bis zum Ende lesen solltest:
Weil Du lernst, wie normal autonome Roboter im All heute schon sind.
Weil Du die erste synthetische Futuristin kennenlernst.
Weil Du mehr zu den Risiken Agentischer KI erfährst.
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Space Cowboys
Stellen wir uns vor, wir würden die Teile einer Raumstation wie der ISS nicht mehr mit mehreren Raketen ins All schießen, wo sie mühsam von Astronauten montiert werden, sondern mit nur einer. Das transportierte Teil, zum Beispiel ein Solarpanel, entfaltet sich am gewählten Ort selbst, ganz ohne weiteres Zutun.
Oder wie wäre es mit einem Satelliten, der aus der Bahn geworfene andere Satelliten anfliegt (Geschwindigkeit in dem Moment 7.000 km/h) und wie ein Traktor wieder in die richtige Position bringt?
Noch wilder: ein Spülmaschinen-großer Satellit, der im Auftrag von Satellitenbetreibern die Weltraummüll-Lage scannt und kleine sowie mittlere Teile einsammelt, wenn sie eine Gefahr für die Satelliten seines Entsenders darstellen.
All das ist kein Science-Fiction sondern bereits in der aktiven Testphase. Der Weltraum-Müllmann kommt vom texanischen (Was sonst, bei dem Namen?) Unternehmen Space Cowboy, Rendezvous Robotics stellt jene faltbaren Stationsteile her und Starfish Space den All-Traktor.
Es sind keine Träumereien, sondern reale Technologien in der Testphase, wie ein Panel der Firmen nicht müde wurde zu betonen. Allerdings steckt die Branche in einem Dilemma: Die Auftraggeber wollen erst Aufträge vergeben, wenn die Testphase vorbei ist. Weitere Tests aber kosten viel Geld, dass ohne Aufträge kaum zu beschaffen ist.
Spielberg kicks ass
Es war der große Preis der SXSW: ein Platz beim Fireside Chat von Steven Spielberg. Ich hatte das große Glück eine der Reservierungen zu bekommen.
79 ist Spielberg jetzt und bemerkenswert fit. In schneller Taktung wirft er Filme auf den Markt. Bald erscheint “Disclosure Day”, das nächste Projekt wird ein Western, wie er verriet: “Er wird Pferde haben, er wird Waffen haben aber nicht die üblichen Klischees – and it will kick ass!”
Natürlich kam inhaltlich nicht viel rum. Aber auch das ist die SXSW: einmal im Raum sein mit jemand, der einem so viele wundervolle Stunden geschenkt hat.
Was möchtest Du von der SXSW wissen?
All jene, die dieses Projekt finanziell unterstützen, dürfen gern Fragen zur SXSW stellen. Beantworten werde ich sie in den kommenden Ausgaben. Wie das geht? Einfach auf diesen Newsletter antworten.
Sehr gefreut hat es mich, zum ersten Mal zwei Unterstützer hier in Austin zu treffen: Elisabeth Mayr-Kern und Herbert Lederhilger aus Linz – Danke nochmal für euren Support.
Die synthetische Futuristin
Faith Popcorn war der erste Anlass, mich für die Suche nach Trends zu begeistern. Jeder von uns Marketing-Studis Anfang der 90er hat ihr Buch “Der Popcorn-Report” gelesen.
Inzwischen ist sie 82 und trat in Austin im Trio auf. Also, irgendwie. Auf dem Podium saß noch Sarah Davanzo, die Chief Innovation Officer der Kommunikationsberatung Porter Novelli, und dann kam auf dem Bildschirm Delph.AI hinzu, die erste “synthetische Futuristin”.
Porter Novelli hat das Sprachmodell mit Texten und Aussagen von 50 Futuristinnen trainiert, also nur Frauen. Und nun sollte Delph.AI befragt werden.
Was dabei herauskam?
Tja, das erfahren nur die zahlenden Leser hier. Wie angekündigt wird dieser Newsletter ab heute nur noch zum Teil frei erhältlich sein. Über 60 Menschen sind schon dabei, seit gestern neu an Bord sind Beate, Stefan und Peter – DANKE!
Also…